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Kerkrade kann kommen

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Die Richtung ist klar vorgegeben: Das Großen-Lindener Musikcorps strebt in Kerkrade den Titel an. Foto: Wißner © Wißner

Rund 300 Zuschauer verfolgten die öffentliche Probe der Marsch- und Showband des Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden.

Linden (twi). Eigentlich hätte »The Final Countdown« auf dem Heidesportplatz in Großen-Linden gespielt werden müssen, doch die Musiker der Marsch- und Showband des Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden beschränkten sich bei ihrer öffentlichen Probe auf die neu einstudierte Circus-Show - und leiteten mit dieser den Countdown ein. Zwei Wochen vor dem »Tag der Tage« konnten 300 Zuschauer verfolgen, wie die Show entstand und wie diese letztendlich beim 19. Wereld Muziek Concours (WMC) in Kerkrade am 31. Juli vor großem Publikum und Jury präsentiert werden soll.

Um 12.20 Uhr werden die 47 Musikbotschafter aus Großen-Linden ins Parkstad Limburg Stadion einziehen und am Marschwettbewerb in der World Division des Show-Contests antreten. Es ist dies der Schlusstag des 24-tägigen Wettbewerbs, an dem dann um 19.30 Uhr auch die Siegerehrung ansteht. Die Marsch- und Show-Wettbewerbe des WMC suchen ihresgleichen.

10 000 Euro Hauptpreis

Am Tag des Finales geht es auch um den Hauptpreis von 10 000 Euro und den begehrten Welttitel. Parallel dazu wird auch der Gewinner des WMC Drum Major Award 2022 bekanntgegeben - und mit dabei sind neben den Musikern auch über 200 Fans, die in fünf Bussen und zahlreichen Privatfahrzeugen von Großen-Linden nach Kerkrade reisen, um die Musiker zu unterstützen. Am kommenden Samstag (23. Juli) wird die Show beim 7. Festival der Musik in Ufhausen nochmals vor großem Publikum quasi als Generalprobe aufgeführt.

Musikalischer Leiter Alexander Mehl stellte nun vor heimischem Publikum jene Show vor, die bereits seit Wochen in den Abendstunden im Ort zu hören war, wenn die Musiker auf dem Kunstrasenplatz im Stadion im Stadtzentrum übten. Und dies nicht ohne Folgen, zeigte Mehl auch Verständnis und entschuldigte sich gleich zu Beginn bei all jenen, die das Showprogramm mittlerweile nicht mehr hören können und sich beschwert hatten. Deshalb wurde in jüngster Zeit verstärkt auch mit Playback und leisen Tönen an der Präsentation gefeilt - und dieses Playbackelement stellte Mehl nun auch auf dem Heidesportplatz vor. Bevor jedoch jene Show präsentiert wurde, mit der man in Kerkrade um Gold kämpft, wurden erst einmal in Freizeitkleidung verschiedene Elemente gezeigt und kleine Geheimnisse ausgeplaudert. Was im Januar 2019 begann, führte zu einer bisher nie gekannten Neuformierung der Marsch- und Showband. 17 neue Musiker stießen hinzu und auf 25 Positionen hat sich etwas verändert, seit im Oktober 2019 Werbung für neue Musiker betrieben wurde.

Im Januar 2020 stand der erste Entwurf der Choreografie und erste Showelemente wurden erprobt. Einmal mehr zeichnet Rik Boelee für die Choreographie verantwortlich, während die Musikzusammenstellung von René Leckie stammt. Im April 2020 stand dann auch die finale Musikversion - und Corona mit all seinen Belastungen schlug unerbittlich zu. Letztendlich konnte im November vergangenen Jahres erstmals die Show in der Halle der Anne-Frank-Schule vor geladenen Gästen zum größten Teil vorgestellt werden, an der dann in den folgenden Monaten intensiv gefeilt wurde.

Anspruchsvollere Präsentation

Seit Januar wurde zusätzlich zu den normalen Übungsabenden am Montag und Donnerstag an jedem vierten Sonntag drei bis vier Stunden geübt, fanden vier Intensiv-Probenwochenenden statt. Damit wurde die Marathonstrecke quasi schon bewältigt und nun Tempo für das Finale aufgenommen.

Wie es Mehl so schön erklärte, ist Tempo 138 beim »Circus« angesagt. Tempo 138 bedeutet 138 Schläge pro Minute. »Das ist das Tempo der letzten zwei Minuten der Show. Das ist moderates Joggen, aber zwischendurch geht es sogar bis Tempo 168 - das ist schnelles Joggen. Und von 315 Takten stehen wir insgesamt nur sieben komplette Takte.«

Die neue Show unterscheidet sich von der nun abgelösten Olympia-Show durch noch mehr Effekte, eine flottere und anspruchsvollere Präsentation, schnelle Schritt- und Formationswechsel und einige überraschende Effekte. Und dazu zählt eben auch »An der schönen blauen Donau« in Verbindung mit den klassischen Zirkusmelodien wie »Zirkus Renz« und »Salto Mortale« gepaart mit Barbra Streisands »Send in the Clowns« und Bernsteins »West Side Story«. Nach einem Pausenauftritt des Jugendmusikcorps präsentierten die Musiker zum Abschluss in Uniform die Circus-Show. In Kerkrade hat sich die deutsche Beteiligung stark reduziert, sind neben Großen-Linden lediglich noch der Spielmannszug Rödemis und der Fanfarenzug Potsdam am Start.

Noch besteht die Möglichkeit, am Schlusstag des WMC mit dabei zu sein und so auch die kommenden Weltmeister zu sehen. Noch 30 Karten gibt es und das würde bedeuten, dass nach 2013 und 2017 diesmal der größte Fanclub aller Zeiten das Musikcorps unterstützt. Der Preis beträgt 65 Euro pro mitfahrender Person. Darin sind die An- und Abreise im modernen Fernreisebus, der Eintritt in das Stadion sowie ein Musikcorps-Fan-Paket (einschließlich T-Shirt) enthalten. Anmeldungen auf der Homepage des Vereins

www.musikcorps.net

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