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Komplettabschaltung wäre mit Kosten verbunden

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Von: Thomas Wißner

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Nico Herzberger Foto: Wißner © Wißner

Eine nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung in Linden fand in der Sitzung des Bauausschusses keine Mehrheit. Lediglich die beiden Grünen-Vertreter stimmten für ihren Antrag.

Linden (twi). Eine nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung in Linden fand in der Sitzung des Bauausschusses keine Mehrheit. Lediglich die beiden Grünen-Vertreter stimmten für ihren Antrag, der so mehrheitlich keine Beschlussempfehlung für die Anfang Dezember zusammenkommende Stadtverordnetenversammlung erhielt.

Eine komplette Abschaltung der Straßenbeleuchtung von 1 bis 5 Uhr »zielführend und zeitnah« hatten die Grünen beantragt und dafür die Reduzierung des Stromverbrauchs sowie der Lichtemissionen als komplexes Problem angeführt. Ausnahmeregelungen sollten für innerstädtische Bereiche wie Bahnhof, Bushaltestellen sowie sogenannte Angsträume gelten und dazu im Ausschuss eine Liste der betreffenden Orte erstellt werden.

Wie Nico Herzberger (OVAG) ausführte, wurden in Linden bereits vor neun Jahren 1498 Leuchten auf LED umgestellt lediglich 90 leuchten wurden nicht umgerüstet. Seinerzeit wurden 790 600 Euro investiert und mit Fördermitteln in Höhe von 88 700 Euro bezuschusst. Dies führte bereits im ersten Jahr zu einer Kosteneinsparung von etwa 31 200 Euro. Im Gegensatz zu damals werden heute wärmere Lichtfarben empfohlen. »Je wärmer das Licht, desto ineffizienter wird es. Zentralbereiche des LED-Lichtes lockt gegenüber konventioneller Beleuchtung bereits deutlich weniger Insekten an und stört somit nicht das biologische Gleichgewicht. Der Einsatz von 4000 K führt zu einer Verringerung des Insektenanfluges um rund 60 Prozent.« Durch eine zielgerichtete Beleuchtung werde die Lichtemission verringert.

Bereits seit Jahren reduziere die OVAG im Einvernehmen mit den Kommunen in den Nachtstunden die Leistung und damit auch die Lichtstärke ihrer Leuchten um 50 Prozent, um eine weitere Energieeinsparung zu realisieren. Im September wurde allen Kommunen im Versorgungsbereich ein Angebot vorgelegt, die Schaltzeit der Leistungsreduzierung auf 20 Uhr vorzuziehen. Dies wurde zum 1. Oktober auch in Linden umgesetzt. Dadurch wurde eine Energieeinsparung von rund zehn Prozent realisiert. Weiterhin erläuterte Herzberger, wie die Steuerung der Straßenbeleuchtung erfolgt. »Es ist nicht möglich, je Kommune nach Bedarf beliebig ein- und auszuschalten, da die Programme über das gesamte Versorgungsgebiet gesendet werden und somit immer auch andere Kommunen betroffen wären.

Erneuerung von 52 Empfängern nötig

Sollte eine Änderung des Schaltprogrammes mit Abschaltung gewünscht werden, dann müssten alle 52 Rundsteuerempfänger ersetzt werden, wofür dann 13 000 Euro netto aufgewendet werden müssten. Für Linden würde eine Abschaltung von 0 bis 5 Uhr bezogen auf die aktuelle Halbnachtschaltung ab 20 Uhr eine Energie- und CO2-Einsparung von 39 Prozent pro Jahr bedeuten. »Die Einsparung bei einer Abschaltung, umgerechnet auf die 13 300 Einwohner der Stadt, liege bei 1,17 Euro im Jahr pro Einwohner.«

Höheres Unfallrisiko

Herzberger gab auch zu bedenken, dass durch eine Abschaltung das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger sinken und das Unfallrisiko auf unbeleuchteten Straßen und Wegen steigen könnte. Und genau hier äußerte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Altenheimer größte Bedenken angesichts der Sicherheits- und Haftungsfrage. »Ich hätte mit einer Komplettabschaltung Probleme. Die Dämmung auf 20 Uhr vorziehen, ist in Ordnung, aber die Gefahren und Risiken sehe ich als schwieriger an als eine Abschaltung.« Auch Dirk Hansmann (SPD) äußerte Bedenken, weil es auch keine Liste darüber gebe, was einbezogen werden müsse.

Eine einstimmige Beschlussempfehlung gab es für den FW-Antrag bezüglich einer Sanierung der »Lindener Gässchen« einschließlich Beleuchtung zur Erhöhung der Sicherheit der Fußgänger. Konkretisiert wurde dabei, dass die namenlosen »Gässchen« in Großen-Linden mit dem Ortsberingweg wie auch im Brautgarten in Leihgestern gleichzusetzen sind. FW-Fraktionsvorsitzender Joachim Schaffer hatte den Antrag vorgestellt, der vorsieht, dass der Magistrat die Sanierung, soweit dies in Eigenregie nicht möglich sein sollte, an ein Planungsbüro vergibt, um dann Kostenpläne zur Instandhaltung und Erneuerung einschließlich einer ausreichenden Beleuchtung sowie die Absenkung der Bordsteine am jeweiligen Wegende vorlegen soll. Gerade die in diesen Wegen fehlende Beleuchtung führe dazu, dass die Gässchen in der dunklen Jahreszeit nicht als Schulwege genutzt werden können.

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