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Neustart für Begegnungen in Linden

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Erneute Urkundenunterzeichnung mit Partnerschaftsverein-Vorsitzenden Wolfgang Hoth, Bürgermeister Jörg König. Macheren Vize-Bürgermeister Ludovic Andolfo und Sabine Dome vom Verein »Macheren ohne Grenzen« (v.l.). Foto: Wißner © Wißner

Anlässlich des 34. Lindener Stadtfestes wurde die 20-jährige Städtepartnerschaft mit Macheren gefeiert. Eine Urkunde bekräftigt die Fortsetzung der Verbindung .

Linden (twi). 20 Jahre Städtepartnerschaft Linden-Macheren wurde nun mit einjähriger Verspätung anlässlich des 34. Lindener Stadtfestes gefeiert. Bereits vor 21 Jahren, am 15. Juni 2001 hatte sich Linden mit Macheren während einer Festveranstaltung in der Volkshalle Leihgestern verschwistert. Die rund 2800 Einwohner zählende, 1695 Hektar große und 330 Meter hoch im Département Moselle in der Region Grand Est gelegene Gemeinde mit den Ortsteilen Petit-Ebersviller, Lenzviller und Moulin-Neuf war seinerzeit Lindens dritte Partnerstadt. Auf den Tag genau ein Jahr später erfolgte die Rückverschwisterungsfeier in Macheren, wo bereits 2021 mit politischen Vertretern und Bürgermeister Jörg König das 20-jährige Partnerschaftsjubiläum begangen wurde.

Der Geburtstag wurde nun in Linden mit einem Neustart der Partnerschaftsbegegnungen gefeiert, denn erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie waren Delegationen aus drei der insgesamt sechs Partnerstädte angereist. Für diese hatte seitens der Stadtverwaltung Anne Meerstein in Zusammenarbeit mit dem Ende des vergangenen Jahres gegründeten Vereins zur Pflege der Städtepartnerschaften der Stadt Linden ein Besuchsprogramm mit Empfang, Stadtführungen und Stadtfest zusammengestellt. Aus Macheren waren Bürgermeister Jean Meketyn und sein Stellvertreter Ludovic Andolfo mit Vertretern des bereits bei der Begründung der Städtepartnerschaft maßgeblich beteiligten Vereins »Macheren sans Frontieres« mit Vorstandsmitglied Sabine Dome und der mit der Ehrennadel der Stadt Linden für ihre Verdienste um die Partnerschaft beider Kommunen ausgezeichneten Liliane Jaeger mit Gemeinde- und Vereinsvertretern nach Linden gekommen.

Darüber hinaus konnte König zum Begrüßungs- und Kennenlernempfang im Sitzungssaal der Lindener Ratsstuben aus Sosnicowicze/Polen eine vierköpfige Delegation mit Stadtverordnetenvorsteherin Regina Bargiel und stellvertretendem Bürgermeister Bernard Wilczek sowie aus Machern/Sachsen Bürgermeister Karsten Frosch mit einer vierköpfigen Gruppe zum Antrittsbesuch begrüßen.

Besuchsprogramm

Wolfgang Hoth als Vorsitzender des Lindener Partnerschaftsvereins ließ es sich dabei nicht nehmen und begrüßte mit Ehefrau Bärbel die Gäste standesgemäß in Hüttenberger Festtagstracht. Für diese gab es am Samstag ein Besuchsprogramm mit Spaziergang in der Grube Fernie, einer Führung durch »Alt Großen-Linden« mit Kirche und einstigem Rathaus mit dem Vorsitzenden des Heimatkundlichen Arbeitskreises Linden Helmut Faber sowie in Leihgestern ein Besuch des Hüttenberger Heimatmuseums. Hier begrüßte der ehrenamtliche Museumswärter Dr. Heinz-Lothar Worm die Gäste mit den Klängen aus einer Schweinetrompete. Es folgte eine Fahrt zum Grüninger »Hoingdippe«, Limes und ein abschließender Besuch der Umweltbeobachtungs- und Klimafolgenforschungsstation im Steinweg. Noch vor Beginn des Frühschoppens und nach dem ökumenischen Stadtfestgottesdienst blickte König auf die Partnerschaft mit Macheren zurück. »Tiefe Freundschaften haben sich entwickelt«, war sich das Stadtoberhaupt sicher, denn auch Macheren und Machern/Sachsen sind miteinander verschwistert. Am 6. März 2001 hatten Lindens Parlamentarier die Weichen für eine dritte Städtepartnerschaft nach Sosnicowice/Polen (seit 1993) und Loucna nad Desnou/Tschechien (seit 1995) gestellt. »Eine Partnerschaft muss sich bewähren, wenn die Dinge problematisch werden«, hatte der damalige Stadtverordnetenvorsteher Walter Böhm den Beteiligten bei der Verschwisterungsfeier mit auf den Weg gegeben. Die härteste Probe der Partnerschaft war die Zeit der Pandemie, die keinerlei Kontakte zuließ.

Unterzeichnung

Die Fortsetzung der geschlossenen Städtepartnerschaft wurde mit Unterzeichnung einer Urkunde nochmals bekräftigt. »Die am 15. Juni 2001 begründete Partnerschaft zwischen Macheren Petit-Ebersviller und Linden wird nunmehr seit über 20 Jahren zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte vorbildlich gelebt. Mit dieser Urkunde soll der Willen beider Städte dokumentiert werden, auch in Zukunft ein gutes nachbarschaftliches und freundschaftliches Verhältnis der Menschen beider Städte weiterhin zu leben«, lautet der Text der von Bürgermeister Jörg König, dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Wolfgang Hoth, Sabine Dome vom Verein »Macheren sans Frontieres« und stellvertretendem Bürgermeister Ludovic Andolfo unterzeichneten Urkunde. »Die Unterzeichnung der Urkunde ist eine Verstärkung unserer Verschwisterung. Wir werden unser Bestes tun, damit diese schöne deutsch-französische Freundschaft noch viele Jahrzehnte besteht und sich entwickelt«, versicherte Dome. »Klassische Städtepartnerschaften bilden seit über 60 Jahren das Fundament der interkommunalen Kooperation in Europa und weltweit. Die Tatsache, dass sie weder zeitlich noch thematisch befristet sind, ermöglicht langfristige und umfassende Projekte und fördert in besonderer Weise die Völkerverständigung. Die Pflege dieser Partnerschaften dient der Förderung der Verständigung und Verbundenheit der Menschen über Grenzen hinweg mit dem Ziel, die unterschiedlichen Lebenswelten kennen und verstehen zu lernen, gemeinsame Anschauungen zu erkennen, zu nutzen und weiterzuentwickeln, sich helfend zu begegnen und somit zum Frieden beizutragen. Die Pflege und Förderung der Städtepartnerschaften wird wahrgenommen von der Stadtverwaltung unter Leitung des Bürgermeisters, den Vereinen, der Stadtjugendpflege und den Kontaktpersonen sowie Interessengemeinschaften für die Partnerstädte und vom Partnerschaftsverein«, betonte Hoth bei der Vorstellung des Partnerschaftsvereins. Gemeinsam mit König warb er zum Mitmachen, denn auch der Verein hatte aufgrund der Pandemie keine Gelegenheit, sich bisher zu präsentieren.

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Erstmals seit Beginn der Pandemie konnten wieder Gäste aus den Partnerstädten Machern, Macheren und Sosnicowice zum Stadtfest und zu einer Stadtführung begrüßt werden. Foto: Wißner © Wißner

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