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Offenes Ohr und offenes Herz geschenkt

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Von: Thomas Wißner

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Pfarrerin Angelika Maschke wurde im Adventsgottesdienst in der evangelischen Kirche durch Dekan André Witte-Karp verabschiedet. Foto: Wißner © Wißner

2015 hatte Pfarrerin Angelika Maschke ihre Arbeit in der evangelischen Kirchengemeinde Leihgestern mit einer Vakanzvertretung begonnen, nun wurde sie von Dekan André Witte-Karp verabschiedet.

Linden (twi). Im Dezember 2015 hatte Pfarrerin Angelika Maschke ihre Arbeit in der evangelischen Kirchengemeinde Leihgestern mit einer Vakanzvertretung begonnen, im November 2017 wurde sie vom Kirchenvorstand gewählt, um die zweite, halbe Pfarrstelle auch offiziell zu besetzen. Die Amtseinführung erfolgte im Februar 2019 in einem feierlichen Gottesdienst durch den damaligen Dekan Frank-Tilo Becher. Nach sieben Jahren wurde Maschke nun im Adventsgottesdienst von Dekan André Witte-Karp verabschiedet. Doch zuvor hielt Maschke in ihrer Predigt Rückblick auf ihre Zeit in der Gemeinde, erinnerte an die Verleihung des Katharina-Zell-Preises an Kristina Hänel, Tauferinnerungsgottesdienste, luftige Sommergottesdienste, St. Martin, an Altenheimgottesdienste, wo Frauen in Rollstühlen Pirouetten drehten, an die Arbeit der Tafel, sieben Ewigkeitsgottesdienste und sieben Adventssonntage. Dabei sagte sie auch jenen Satz: »Ohne die Geschichten, die dazugehören, unser Leben prägen, ohne die Menschen, die unten sind, selten gefragt werden, die sich nicht trauen zu sprechen, ist unsere Kirche nicht ganz«. Diesen griff anschließend Witte-Karp auf. »Dieser Satz hat Sie angetrieben, Sie waren mit Beharrlichkeit unterwegs.« Maschke habe er kennengelernt, als eine Pfarrerin, die sich immer zu den Menschen draußen vor der Tür gesendet weiß, das zeichne sie aus. »Sie haben hier in beidem gewirkt. Mit Kollegen vieles um Seelsorge aufgeteilt, getauft, getraut, beerdigt. Konfirmandenarbeit aufgeteilt, alles was in einer Kirchengemeinde wichtig ist. Engagiert im Seniorenzentrum, gerade in der Corona-Zeit, im Kindergarten und über die Grenzen hinaus in unserem Dekanat sich engagiert im Vorstand des Frauenausschusses. Sie haben Frauenerfahrungen sichtbar gemacht und ihnen Gehör verschafft«, dankte der Dekan für die geleistete Arbeit und bedauerte, dass er sie nun nicht nur in Leihgestern, sondern auch aus dem Dekanat verabschieden müsse. »Sieben Jahre passt für einen Abschied ziemlich gut, ist die Sieben doch eine biblisch sehr wichtige Zahl«, wünschte er Maschke für ihre Aufgabe in Rödgen im neuen Dekanat Gießener Land alles Gute. Musikalisch umrahmten der evangelische Kirchenchor Leihgestern sowie Nadine Mitrenga auf Trompete und Akkordeon den Adventsgottesdienst.

Kirchenvorstandsvorsitzende Anja Träger-Piske hob vor allem Maschkes Hinwendung zu Seniorenzentrum und Diakoniestation hervor. Darüber hinaus würdigte sie ihr Wirken, habe sie doch gerade jenen Menschen, die einsam sind, stets ein offenes Ohr und offenes Herz geschenkt. Dankesworte kamen auch von der Einrichtungsleiterin des Lindener Seniorenzentrums Christa Hofmann-Bremer, dem Vorsitzenden des evangelischen Kirchenchors Lothar Rinker, der bedauerte, dass Leihgestern eine gute Pfarrerin und Gesprächspartnerin verliere sowie von Bürgermeister Jörg König.

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