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Personell neu aufgestellt

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Frank Ullrich Mathes (l.) und Kreisbrandmeister Holger Schmandt (r.) zeichneten Ehrenstadtbrandinspektor Harald Bott, Gerhard Größer und Albrecht Weiß (vorne v.l.) mit dem Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen-Darmstadt in Gold aus. © Wißner

Die Corona-Pandemie hat die Feuerwehr Linden in vielen Bereichen geprägt. Auf der dienstversammlung wurden Mitglieder geehrt und andere befördert.

Linden (twi). »Nach dem schwierigen Jahr 2020 war auch 2021 für die Feuerwehr Linden alles andere als ein normales Jahr. Die Corona-Pandemie prägte den Dienstbetrieb weiterhin in vielen Bereichen und auch personell haben wir uns zum Teil neu aufgestellt«, blickte Lindens Stadtbrandinspektor Dr. Alexander Weiß in der gemeinsamen Dienstversammlung in der Volkshalle Leihgestern zurück. Die Zahl der Mitglieder in der Einsatzabteilung hat sich von 83 auf 81 Männern und Frauen leicht reduziert, darunter drei Kameraden als Zweitmitglied aus anderen Feuerwehren. Lindens Brandschützer wurden zu 129 Einsätzen gerufen, wobei sich 120 im Stadtgebiet und neun Einsätze als Unterstützung anderer Kommunen erfolgten. Als bemerkenswerte Einsätze hob Weiß eine Grubenrettung Am Haanes, den Dachstuhlbrand Am Lückebach, zwei Brände in einem Hochhaus im Mühlberg, den Wohnhausbrand im Steinweg, die Sprengung eines Geldautomaten im Gewerbegebiet Lückebachtal sowie die Kuh-Rettung im Lückebach-Renaturierungsgebiet »Rohrwiesen« hervor. Insgesamt acht Personen wurden gerettet, bei vier Personen kam leider jede Hilfe zu spät. »Leider verletzte sich auch ein Kamerad im Einsatz«.

Nach einigen Verzögerungen konnte die Stelle des hauptamtlichen Gerätewarts mit Sachbearbeitung Brandschutz zum 1. Dezember mit Tobias Appelt besetzt werden. »Die weiter andauernde Pandemie erforderte auch im vergangenen Jahr von uns das ständige Informieren, Abwägen, und Anpassen der Maßnahmen. Oberste Priorität hat dabei immer die Gesundheit und Sicherheit unserer Feuerwehrangehörigen, gefolgt von der Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft, letzteres sowohl kurzfristig in Form von ausreichend einsatzbereiten Feuerwehrangehörigen, als auch langfristig im Sinne der Sicherung des Ausbildungsstandes«, so Weiß. »2021 war außerdem das Jahr der Impfungen. Aktuell verfügen 96 Prozent unserer Einsatzkräfte über eine Auffrischungsimpfung. Mit Stand von heute haben sich im Laufe der Pandemie dennoch leider elf Einsatzkräfte mit Sars-Cov2 infiziert.« Der Nachwuchs konnte trotz Pandemie begeistert und hier gleich sieben Kinder und Jugendliche mehr gewonnen werden, so dass die beiden Jugendfeuerwehren 42 Mitglieder zählen. In der Kindergruppe wurden neun Kinder angemeldet, gegenüber elf Kindern zum Anfang des Jahres. Pandemie-bedingt fand die Ausbildung in den ersten vier Monaten des Jahres online statt. Lediglich die regelmäßig notwendigen Einsatzübungen für Atemschutzgeräteträger sowie dringend nötige Einweisungen an Fahrzeugen wurden in reduzierter Präsenz aufrechterhalten.

Mit der Lieferung eines Staffellöschfahrzeugs 20/25 für Leihgestern soll ein fast 29 Jahre altes Tanklöschfahrzeugs in wenigen Wochen ersetzt werden.

Von den drei Atemschutzgerätewarten wurden 440 Einzelprüfungen und somit 25 Prozent weniger als im Vorjahr durchgeführt. Aktuell sind 57 Prozent der Lindener Einsatzkräfte auch Atemschutzgeräteträger.

Fünf Sitzungen des Wehrführerausschusses, davon drei online, fanden statt. An einem Termin wurden Kinder aus einem Kindergarten im Rahmen der Brandschutzerziehung mit dem Thema Feuerwehr und den richtigen Reaktionen altersgerecht unterwiesen und geschult. Brandsicherheitsdienste mussten mangels Veranstaltungen keine erfolgen. Die bereits für 2020 geplante Stationierung eines Abrollbehälter-Tanks in Linden erfolgte im September 2021. Wie Weiß bedauerte, kommt aufgrund der Aufhebung der Ausschreibung für den Betrieb einer Zentralen Kleiderkammer für alle Feuerwehren im Landkreis Gießen die erhoffte Kosteneinsparung und Entlastung der ehrenamtlichen Kleiderwarte nicht zum Tragen.

Die Priorität für das laufende Jahr liegt neben einem praxisorientierten Übungsdienst auf dem weiteren Fortschritt bei den größeren Projekten. So hat sich zum Anbau des Feuerwehrhaus Leihgestern bereits eine Arbeitsgruppe gebildet. Geplant sind hier aktuell rund 300 Quadratmeter zusätzliche Fläche für Umkleiden, Sanitäranlagen und Lager. Ins Leben gerufen wurde auch eine AG-Digitalisierung. »Ziel ist es ein weitestgehend papierloses Büro umzusetzen und dadurch die Arbeit aller Funktionsträger zu erleichtern. Bei der Errichtung eines Sirenen-Warnnetzes, kam es erneut zu Verzögerungen, aktuell wird die Ausschreibung vorbereitet.«. Bürgermeister Jörg König dankte den Brandschützern für ihren Einsatz »rund um die Uhr« und gratulierte Marc Bausch nach erfolgreicher Wiederwahl zum stellvertretenden Stadtbrandinspektor, um sodann Beförderungen vorzunehmen. Zum Feuerwehrmann wurden Niklas Brach, Alexander Einecke, Jonas Marschall und zur Feuerwehrfrau Paula Richardt befördert. Zum Löschmeister wurden Steffen Kremer, Maximilian Time und Christian Velten, zum Oberlöschmeister Sascha Patrick Will, zum Brandmeister Sebastian Gebauer, Dominik Schäfer und Alexander Weiß sowie zum Hauptbrandmeister Marc Bausch ernannt. Mit dem Silbernen Brandschutzzehrenzeichen am Bandes des Landes Hessen für 25 Jahre ehrenamtlichen Feuerwehrdienst wurden Dennis Braun, Dominik Schäfer, Anne Kristin Schäfer und Sebastian Gebauer ausgezeichnet. Seitens des Bezirksfeuerwehrverband (BFV) Hessen-Darmstadt erhielten das Feuerwehrehrenzeichen in Bronze für 25 Jahre Tim Hofmann, Christoph Müglich, Anne Kristin Schäfer und Dominik Schäfer sowie in Abwesenheit für 40 Jahre in Silber Reimund Müller und Peter Völker. Mit dem Ehrenzeichen des BFV Hessen-Darmstadt in Gold für 50 Jahre wurden Ehrenstadtbrandinspektor Harald Bott, Gerhard Größer und Dr. Albrecht Weiß ausgezeichnet.

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