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Planeten weisen den Weg

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Von: Thomas Wißner

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gikrei0601Planetenweg-Ma_4c_1 © Thomas Wißner

Für mehr Sicherheit sollen die Schilder sorgen, an denen sich jetzt die Grundschüler orientieren können. Sie reichen von Neptun, Uranus, Saturn, Jupiter, Mars, Erde, Venus und Merkur bis zur Sonne.

Linden (twi). Schilder mit Planeten zieren seit Ende des vergangenen Jahres die Straßen der Stadt. Der ein oder andere hatte bei »Venus« schon einen Wegweiser für ein gewisses Etablissement vermutet, während andere überhaupt nichts damit anfangen können. Auch von »Aberglaube« war die Rede. Doch wer abergläubisch ist, der sollte zumindest bei der nun folgenden Zahl diese besser überlesen, sind doch die in Linden nun eingerichteten Planetenwege laut der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia der 13. Planetenweg in Hessen. Ein Dutzend Planetenwege in hessischen Städten und Gemeinden sind aufgelistet - und Linden kommt nun hinzu. Die Planeten sollen den Grundschülern den Weg zur Schule zeigen. Dabei gelten Burgschule in Großen-Linden und Wiesengrundschule in Leihgestern als Sonne. Zu diesem Fixstern weisen die Planeten den Weg. Während die beiden Schulen in Eigenverantwortung dafür sorgen, dass ihre Sonne gut zu erkennen ist, wurden nach einem Parlamentsbeschluss die Planetenschilder samt Montage in Auftrag gegeben. Nun zieren die Schilder im DIN-A4-Format überwiegend Laternenpfähle, Straßen- und Verkehrsschilder, reichen von Neptun, Uranus, Saturn, Jupiter, Mars, Erde, Venus und Merkur bis letztendlich zur Sonne. Insgesamt 152 Schilder wurden so in beiden Stadtteilen samt Mühlberg und Forst angebracht und dabei laut Erstem Stadtrat Harald Liebermann (CDU) 3800 Euro für die Schilder sowie nochmals 2700 Euro für das Anbringen dieser aufgewendet. In seiner letzten Stadtverordnetenversammlung unmittelbar vor seinem Rücktritt hatte Bürgermeister Jörg König (CDU) noch mitgeteilt, dass ein Angebot mit 8000 Euro vorliege, dieses aber nochmals nachverhandelt werden müsse.

Wenn nun am Montag die Schule startet, dann weisen Planeten den Grundschülern ihren Weg und beenden zugleich einen langen Gremienweg. Denn bereits im September 2021 hatten Bündnis90/Die Grünen beantragt, »einen Schulwegeplan für die Grundschüler der Stadt Linden zu erstellen, in dem die Stadt Linden in Wohnquartiere aufgeteilt wird. In diesen werden jeweils Treffpunkte markiert, an denen Schulkinder sich für den gemeinsamen Schulweg treffen können. Von diesen Treffpunkten aus führen mit Symbolen gekennzeichnete Wege zu den Grundschulen Wiesengrundschule und Burgschule«.

Treffpunkte

Auch wenn in einer Sitzung des Jugendausschusses lange über die Planetenwege diskutiert wurde, so mussten die Ausschussmitglieder unter Vorsitz von Matthias Spangenberg (SPD) doch feststellen, dass »das Parlament keine Zuständigkeit im vorliegenden Fall hat. Für die Schulwegeplanung ist die jeweilige Schulleitung zuständig«. Daher wurde dann auch lange darüber diskutiert, in welcher Form sich die Stadt an der Planung der Schulwege beteiligen kann und sich darauf geeinigt, dass »die Stadt sich finanziell und in geeigneter Form an der Planung beteiligen und mit der Schulleitung Kontakt aufnehmen wird«. Damit einhergehend war nach einer Unterbrechung der November-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung 2021 die Einigung »die Stadt in Wohnquartiere aufzuteilen und für diese jeweils Treffpunkte markiert werden sollen, an denen Schulkinder sich für den gemeinsamen Schulweg treffen können. Von diesen Treffpunkten aus führen mit Symbolen gekennzeichnete Wege zu den Grundschulen Wiesengrundschule und Burgschule« erfolgt. Grund für den Grünen-Antrag war die »teilweise gefährliche Verkehrssituation im unmittelbaren Bereich der beiden Grundschulen« mit der Bestrebung, dadurch »den Hol- und Bringeverkehr zu reduzieren. Mit diesem Schulwegenetz besteht die Möglichkeit, sowohl den Eltern als auch den Kindern mehr Sicherheit für den Schulweg zu gewährleisten. Mit der Umsetzung dieses Schulwegeplanes ermöglicht die Stadt Linden den Kindern, ihren Schulweg unabhängig von den Eltern zu bewältigen und dadurch eine größere Selbstständigkeit und Sozialkompetenz zu erlangen. Die Umsetzung dieses Antrages stellt einen weiteren Baustein in den Bemühungen der Stadt Linden dar, eine besonders familienfreundliche Gemeinde zu sein und zu bleiben«. Die Planetenwege wurden seitens der Stadtverwaltung in Abstimmung mit den Schulleitungen geplant.

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gikrei0601Planetenweg-Sa_4c_1 © Thomas Wißner
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gikrei0601Planetenweg-Ju_4c_1 © Thomas Wißner

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