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Politik bringt Kita-Gesamtelternbeirat auf den Weg

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Stadt Linden soll zur Gründungsversammlung eines Gesamtelternbeirates der Kindergärten einladen.

Linden (ww). Ein Gesamtelternbeirat für die acht Lindener Kindergärten ist auf den Weg gebracht, noch eine Seltenheit im Kreis. Nur Fernwald, Wettenberg und Pohlheim haben solche Gremien. Der Sozialausschuss um Matthias Spangenberg (SPD) empfahl in dieser Woche einstimmig, zu einer Gründungsversammlung vonseiten der Stadt einzuladen. Karin Lenz (CDU) hatte Bedenken, dass hier etwas verordnet werde. Doch Franziska Schaffer-Gawenda (FW) machte deutlich, dass es dazu aus der Elternschaft bereits Anfragen gebe. Dr. Christof Schütz (Grüne) erinnerte daran, dass die Politik schon öfter initiativ geworden sei wie beim Jugend- und Seniorenbeirat der Stadt. »Der Aufschlag muss vom Parlament kommen.« Meric Uludag (Die Linke) konnte zufrieden sein, dass sein erster Antrag, der bereits im Spätsommer 2021 gestellt worden war, Zustimmung fand. Was lange währt, wird gut. Nach der Gründungsversammlung soll eine Satzung für das Gremium erarbeitet werden.

Jugendpflegerin Alexandra Agel hatte eine gute Nachricht mitgebracht, die zweite Ferienbetreuungswoche wird im Rahmen der Ferienspiele wieder für dieses Jahr geplant. Die SPD um Gudrun Lang hatte beantragt, diese wieder durchführen zu lassen, um auch die coronabedingt belasteten Eltern zu unterstützten. Angemeldeten Kindern wird während der Ferienbetreuungswochen von 7.30 bis 16 Uhr ein Programm angeboten. In Coronazeiten war das Programm auf fünf Tage verkürzt worden.

Als Expertin für Elternbeiräte war Kathrin Kraft in den Ausschuss gekommen. Sie ist Vorsitzende der landesweiten Initiative KitaEltern. Sie warb für die Gesamtelternbeiräte, die in Schulen schon viel früher etabliert worden seien und übergeordnete Themen mit der jeweiligen Verwaltung gemeinsam besprechen könnten. Seit Corona sei eine Elternvertretung in den Kitas immer bedeutsamer geworden. Die Kommune würden ja auch mit Familienfreundlichkeit werben. Dazu bedürfe es aber auch eines Mitsprache- und Beratungsrechts.

Die Landesarbeitsgemeinschaft KitaEltern, beheimatet in Gießen, unterstütze Eltern bei diesen Bemühungen. Erfreute zeigte sich Kraft, dass die Landesregierung endlich die Gesamtelternbeiräte gesetzlich verankern will. Dies sei für den Sommer geplant. Damit werde es eine offizielle Landesvertretung der Eltern geben, die in anderen Bundesländern längst etabliert sei. Bereits jetzt sei die von ihr geleitete Initiative beratendes Mitglied im Landesjugendausschuss.

Die Einbeziehung vor Ort, was in den Kitas passiere, sei in Coronazeiten sehr wichtig. Kita-Gesamtelternbeiräte gebe es bereits in vielen hessischen Landkreiskommunen. Oft würden die Vorsitzenden der einzelnen Kindergarten-Beiräte in das übergeordnete Gremium entsendet. Sie unterstrich, dass sich bereits Eltern aus Linden in der Landesarbeitsgemeinschaft engagiert hätten. Es laufe eine Umfrage unter den Beiräten in Hessen, aus der sich bereits herauslesen lasse, dass eine offene Kommunikation und Transparenz von kommunaler Seite gewünscht werde.

Joachim Schaffer (FW) war skeptisch: »Wozu brauchen wir einen Gesamtelternbeirat? Wir haben überall Elternbeiräte, die sich doch ein bis zweimal im Jahre treffen könnten. Eine Einflussnahme auf die Politik könnte ich mir dabei vorstellen.« Kraft entgegnete ihm: »Das ist eine schöne Theorie. Das funktioniert manchmal, aber öfter auch nicht.«

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