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Steinkauz hautnah

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Franz Hübner freute sich, bei der Niströhrenkontrolle in den Leihgesterner Streuobstwiesen auf Nachwuchs getroffen zu sein. Foto: Wißner © Wißner

In Linden und Watzenborn-Steinberg herrscht große Freude über die heimischen Steinkauz-Jungvögel. .

Linden/Pohlheim (ger/twi). Die Jungvögel des heimischen Steinkauzes waren die Hauptdarsteller in Linden und Watzenborn-Steinberg.

30 Naturinteressierte bekamen den Nachwuchs bei der Steinkauz-Wanderung der Vogel- und Naturschutzgruppe Watzenborn-Steinberg nicht nur zu sehen.

Auf der zweistündigen Tour wurden die Niströhren rund um den Segelflugplatz in Watzenborn-Steinberg kontrolliert.

Unterstützung für den Bestand

Vorsitzender Klaus-Dieter Schmandt informierte dabei über das Leben des Wappenvogels des Vereins. Bereits seit 40 Jahren wird der Bestand von der Vogelschutzgruppe durch die Anbringung von Niströhren unterstützt.

Bei der jährlichen Kontrolle wurden bis vor zwei Jahren auch die Jungvögel beringt, informierte er und bedauerte, dass zurzeit kein Beringer der staatlichen Vogelschutzwarte zur Verfügung steht.

Informationen gab er den Wanderern über die Lebensweise, das Brutverhalten, die Gefährdung und die durchgeführten Artenschutzmaßnahmen des kleinsten bei uns in der Region heimischen Eulenvogels. In einer der kontrollierten Brutröhren entdeckte man zwei zwischen zwei bis drei Wochen alte Jungvögel, die jeder Teilnehmer hautnah betrachten und in den Händen halten konnte.

Die einmalige kurze Entnahme aus der Brutröhre mache den Jungvögeln nichts aus, so Schmandt. Sie wurden anschließend wieder in ihre Niströhre gesetzt. Zum Abschluss der informativen Veranstaltung der Vogel- und Naturfreunde konnten die Teilnehmer bei einer Bratwurst und Kaltgetränken den Abend ausklingen lassen.

Auch der Lindener Nabu zeigt sich erfreut über den Steinkauz-Nachwuchs. Auch dort werden alljährlich die zahlreichen Steinkauzröhren im Stadtgebiet kontrolliert und vor allem in den Leihgesterner Streuobstwiesen konnten stellvertretender Nabu-Vorsitzender Karl Heinz Frank und Franz Hübner wieder Nachwuchs nachweisen. Allerdings ist ein Rückgang der Population zu beobachten.

Wie Frank berichtet, ist der Rückgang bei den Schleier-Eulen dramatisch. »Bereits seit einigen Jahren gibt es keinen Nachweis der »Schönen der Nacht« mehr in Linden. Von ehemals 2000 Paaren im Jahr 2007 sind bis 2022 mittlerweile nur noch weniger als 100 Reviere in Hessen bekannt«, so Frank.

Frank und der 2014 mit dem Umweltpreis der Stadt Linden ausgezeichnete Franz Hübner kontrollieren und warten die vom Nabu aufgehängten Nistkästen im Frühjahr, Sommer und Winter und führen eine Statistik über die Bruterfolge der Greifvögel.

Und hier ist die Freude groß, dass das Turmfalkenpaar im alten Trafo-Haus in Großen-Linden wieder Nachwuchs hat. Fünf Jungvögel sind vor einer Woche geschlüpft.

Unabhängig von dieser Nabu-Erfolgsbilanz hat es im ersten Storchennest im Lückebach-Renaturierungsgebiet Rohrwiesen im Forst in diesem Jahr erstmals vier Jungvögel gegeben.

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