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4,5 Stellen mehr im Rathaus

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14 werden es nicht. Dafür aber 4,5 Stellen, die in der Rathausverwaltung in Linden dazukommen werden.

Linden (ww). In zweiter und letzter Lesung zum Doppelhaushalt 2022/23 ging es in Linden erneut um den Stellenplan. Die Verwaltung um Bürgermeister Jörg König (CDU) will 14 neue Stellen schaffen, um nicht nur für die Zukunft gewappnet zu sein, sondern um auch aktuelle Defizite zu beheben. Sie wird allerdings nur 4,5 Stellen mehr erhalten. Ein gemeinsamer Antrag der eigenen CDU, der Grünen und der Freien Wähler, nur solch ein Kontingent zuzulassen, wurde der Stadtverordnetenversammlung zur Annahme empfohlen. Über den Doppelhaushalt wird jetzt endgültig am 1. März entschieden. Eine zusätzliche Finanzausschusssitzung war für Dienstag in der Stadthalle einberufen worden, um über Anträge zum Haushalt zu befinden.

Das Fraktionstrio um Thomas Altenheimer (CDU), Dr. Christof Schütz (Grüne) und Joachim Schaffer (FW) setzte sich durch, den alten Stellenplan mit seinen Stufen für die Rathausmitarbeiter weiterzuführen. Die Verwaltung hatte Höhergruppierungen im neuen Plan verankert, die allerdings erst nach Qualifizierung des Mitarbeiters wirksam geworden wären. als Anreiz. Hintergrund ist, dass allgemein in den Verwaltungen eine höhere Fluktuation an Personal auftritt, weil Fachleute auf dem Markt fehlen.

Immerhin sind die Sperrvermerke für drei der 4,5 Stellen vom Tisch. Die Lindener Verwaltung sollte die Bereiche priorisieren, in denen Personal dringend benötigt wird, hatten sich die drei Fraktionen vorbehalten. Das geschah zwischenzeitlich. Altenheimer sprach von einem kurzfristig anberaumten, sehr konstruktiven Gespräch mit Hauptamtsleiter Florian Jochim.

Eine halbe Stelle wird im Bereich Kitas geschaffen, eine Ganze im Fachdienst Finanzen unter anderem für die Jahresabschlüsse sowie eine zur Unterstützung von Auftragsvergabe und Vertragsmanagement und zuletzt eine in der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die Evaluierung wird es im Rahmen einer Stellenplananalyse geben. Eine Stelle im Brandschutz stand erst gar nicht zur Debatte, um die Feuerwehren zu entlasten.

»Wir möchten eine Aufblähung der Verwaltung vermeiden«, begründete er für die drei Fraktionen den Antrag. Im Übrigen habe jeder Mitarbeiter, der sich qualifiziere lasse, einen Anspruch auf eine Höhergruppierung, »egal, was im Stellenplan drinsteht«.

Die Einschätzung, wie es nach der Besetzung der Stellen laufe, könnte dazu führen, das weiter aufgestockt werde. Altenheimer gestand ein, dass der Antragsbestandteil, erhebliche Summen für das Outsourcing bereitzustellen, nicht gut angekommen ist. Da sei aber keine Geringschätzung der städtischen Mitarbeiter. »Wir schätzen diese sehr«, unterstrich er. Es gebe aber Bereiche, in denen die Stadt durch die Fremdvergabe von Arbeiten flexibler sei.

Er wies auch auf »nicht ganz stimmige Wünsche« hin, die aus der Verwaltung gekommen seien. Sinnvoll seien letztlich die 4,5 Stellen gewesen.

Gudrun Lang (SPD) wunderte sich in Richtung Bürgermeister, dass eine »ganz andere Stellenbemessung« vorliege, die bei der eigenen Partei nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sei. »Das gibt zu denken.« Immerhin sei zuvor schon eine gewisse Anzahl an Stellen aufgebaut worden. Sie bemängelte die »kaum verfügbare digitale Struktur« im Rathaus. Für die Organisation sei letztlich der Bürgermeister zuständig. Die geforderten 14 Stellen würden immerhin langfristig den Etat belasten.

Der Gedanke an Outsourcing erzeuge in ihrer Fraktion Widerwillen. Das sei nur in Spitzenzeiten sinnvoll, aber ansonsten sollten die Prozesse in der Verwaltung belassen werden. »Die Verwaltung muss gut aufgestellt, aber auch bezahlbar sein.«

Dr. Christof Schütz (Grüne) sprach von den »drei bösen Buben«, die es wohl aus Sicht der Verwaltung gebe. »Wir sehen die Anspannung, sehen die Schwierigkeiten. Es ist einfach, das durchzuwinken, aber das einfachste ist nicht immer das Beste.« Es müsse perspektivisch geklärt werden, wie was von wem im Rathaus gemacht werden muss. An alle Mitarbeiter der Stadt adressiert betonte er: »Den Coronabonus haben sie sich verdient.« Die Grünen hatten im Antrag eine solche Gratifikation eingeführt.

Bürgermeister Jörg König (CDU) zeigte sich »nicht ganz glücklich« mit der Richtung, in die die Beratung gegangen sei. Zumal »die eher persönlich rüberkam und unter der Gürtellinie stattfand.« Der Stellenplan sei nicht »aus dem Bauch heraus« entstanden. Viele Köpfe der Verwaltung hätten sich mit ihm zusammen, Gedanken gemacht, auch im Wissen, »der hat es in sich«. Die Aufplanungen hätten im Jahr 50 000 Euro gekostet und wären wichtige Motivation für die Mitarbeiter gewesen, sagte er.

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