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Stromfressern auf der Spur

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Von: Thomas Wißner

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Joshua Henkel © Thomas Wißner

Hilfreiche Energiespartipps für Verbraucher lieferten Joshua Henkel (Ovag) und Maren Reinecke (Klimainitiative Linden) zum Auftakt der neuen Workshopreihe in Linden.

Linden (twi). »Energie sparen kann ganz einfach sein!« war das Thema eines Vortrags von Energieberater Joshua Henkel vom Lindener Grundversorger Ovag, der damit eine von Lindens Klimaschutzmanager Michael Kauer neu gestartete Workshopreihe in den städtischen Jugendräumen des Erlebnisparks eröffnete. In Kooperation mit der Klimainitiative Linden hatte Kauer seitens des Magistrats zu diesem Vortragsabend mit Diskussion eingeladen und konnte gut zwei Dutzend Zuhörer begrüßen. Wie Henkel ausführte, werden über zwei Drittel der Energie im Haushalt für das Heizen verbraucht. Viele Faktoren wirken sich auf den Energieverbrauch aus. Oft sei es schwierig auszumachen, wo denn nun die »Stromfresser« sitzen. Um diese zu ermitteln, könnten Strommessgeräte bei der Stadt wie auch bei der Ovag ausgeliehen, aber auch Apps genutzt und der Verbrauch auch selbst registriert und berechnet werden. Die digitale Technik ermögliche hier neue Wege.

»Wir haben viele Stromfresser im Haushalt. Eine Klimaanlage ist ein echter Stromfresser und ein Ventilator verbraucht zwar auch Strom aber wesentlich weniger als eine Klimaanlage. 25 Prozent des Stromverbrauchs stammen von einem Kühl- oder Gefrierschrank.« 15 Jahre alte Geräte sollten durch neue energieeffiziente Geräte ersetzt werden, womit eine Stromeinsparung von etwa 100 Euro im Jahr erzielt werden könnte. Bereits beim Öffnen eines Kühlschranks könnte Strom gespart werden, wenn man sich vorher genau überlegt, was man benötige, um so die Tür nicht lange geöffnet zu halten. Auch sollten die Geräte nicht auf die kälteste Stufe gestellt werden. Abtauen sei dringend notwendig, denn eine fünf Millimeter Eisschicht bedeutet 30 Prozent mehr Stromverbrauch. »Damit können sie viel Geld sparen«, empfahl Henkel auch einen Wechsel vom Computer zum Laptop wenn möglich. »Bei gleicher Ausstattung auf einen Laptop zu wechseln kann eine Ersparnis von 55 Euro im Jahr bringen. Auch sollten nie ein Ladekabel ohne Endgerät in der Steckdose belassen werden.« Wer auf eine Vorwäsche bei der Waschmaschine verzichtet, kann so 15 Euro im Jahr sparen, geht doch die meiste Energie für das Erwärmen des Wassers drauf. Wer gänzlich auf einen Waschwäschetrockner verzichtet kann 200 Euro an Stromkosten einsparen. »Wieso Geld für etwas ausgeben, was die Natur umsonst erledigt?«, gab Henkel zu bedenken und empfahl bei einem Urlaubsaufenthalt auch den Router zu Hause vom Netz zu nehmen. »Setzen Sie sich mit ihrem eigenen Stromverbrauch auseinander. Vergleichen sie sich mit Referenzwerten. Sein Nutzerverhalten zu ändern, spart mit am meisten ein. Und denken Sie über investive Maßnahmen nach.« Bei der anschließenden Diskussion brachte es ein Teilnehmer mit den Worten »Ohne Geld in die Hand zu nehmen, können Sie keine Energie sparen«, auf den Punkt. Praktische Energiespartipps hatte Maren Reinecke von der Klimainitiative Linden zusammengestellt und stellte ihre persönlichen Erfahrungen aus den Bereichen Heizen und Strom vor.

So sei etwa beim Heizen ein Thermometer in jedem Zimmer sinnvoll und ein Thermometer mit zusätzlichem Chronometer ratsam denn ein solcher informiere auch darüber ob das Lüften für die Luftfeuchtigkeit im Raum überhaupt einen Effekt hat. »Eine einfache und kostengünstige Art, Heizenergie zu sparen: Dichten Sie Fenster und Türen ab. Entlüften Sie die Heizkörper zu Beginn der Heizperiode. Stellen oder hängen Sie die Heizkörper nicht zu. Zwischen Wand und Heizkörper kann man Aluminium anbringen um die Wärme in den Raum zu reflektieren. Für Wasserhähne gibt es Wasserspareinsätze und für die Duschen gibt es Wasserspartuschköpfe«.

Bei der umfangreichen Diskussion kam auch das Thema Balkonkraftwerke auf. Wie Henkel dazu ausführte, seien diese Leuten zu empfehlen, die sich keine richtige Solaranlage aufs Dach setzen können. »Damit kann nur Grundlast abgedeckt werden. Zur Attraktivitätssteigerung müsste diese verringert werden.«

Fotos: Wißner

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Maren Reinecke. © Thomas Wißner

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