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»Wohnen am Bahnhof« ab 2024 möglich

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Daniel Beitlich, Revikon-Geschäftsführer, hat die nächsten Verfahrensschritte des Lindener Wohnungsprojektes vorgestellt.

Linden (red/ww). In Linden könnte in nächster Nähe zum Bahnhofsgebäude mittelfristig ein Musterbeispiel für eine Flächenrevitalisierung im Innenbereich entstehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Revikon GmbH aus Gießen.

Dort, wo ehemals das Manganerz aus der Grube Fernie auf Güterzüge verladen wurde, plane ein Tochterunternehmen der Firma Revikon GmbH aus Gießen eine Wohnanlage.

Mit dieser Wohnanlage sei es möglich, etwa 120 Wohneinheiten in direkter Bahnhofsnähe und der Bushaltestelle in der Bahnhofstraße zu etablieren und den Bewohnern dieser Anlage so einen teilweise oder sogar kompletten Verzicht auf ein eigenes Auto durch den Anschluss an den öffentlichen Personenverkehr »vor der Tür« zu ermöglichen. Als weiterer Beitrag zur Verkehrswende werde den künftigen Nutzern ein umfangreiches Angebot an Ladestationen für Elektrofahrzeuge unterbreitet.

Die Wohnungen seien allesamt über Aufzüge erreichbar und würden mit einer angestrebten BEG 40-Klassifizierung (Energieeffizienzhaus mit Nachhaltigkeitszertifikat) einen neuen Standard setzen.

Durch die weit über 100 Jahre währende gewerbliche Nutzung sei der Baugrund bereits so stark verdichtet, dass faktisch keine Neuversiegelung mehr stattfinde. Zudem seien nahezu alle notwendigen Pkw- Stellplätze unterhalb der Gebäude verortet. Der Grünstreifen in Richtung Sudetenstraße verbleibe im Eigentum der Stadt Linden und solle bis auf die Gebäudezugänge und Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen, Besucher und Lieferanten unangetastet bleiben.

Für das Bauvorhaben wird derzeit seitens der Stadt Linden eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes betrieben. Die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sei abgeschlossen. Die Beratung und Beschlussfassung über die eingegangenen Stellungnahmen obliege den städtischen Gremien. Dies gelte auch für den städtebaulichen Vertrag, mit dem weitere Verpflichtungen des Investors festgeschrieben werden.

So sollen zum Beispiel 25 Prozent der Wohnfläche unterhalb der Vergleichsmiete angeboten werden müssen.

Durch den weitgehenden Erhalt der Gehölzflächen entlang der Sudetenstraße, die Dachbegrünung - auch unter den geplanten Solaranlagen - und die ökologischen Prämissen folgende Gestaltung der Freiflächen zwischen der geplanten Bebauung und den Bahnanlagen, werde den Belangen unter anderem des Artenschutzes in besonderer Weise Rechnung getragen. Auch hier erfolge die Sicherung im städtebaulichen Vertrag. »Wir haben versucht, auf alle Anforderungen und Anregungen zu reagieren und hoffen, dass wir das Planungsrecht in diesem Jahr abschließen können«, sagt Geschäftsführer Daniel Beitlich. Er hofft, 2023 mit den Baumaßnahme starten zu können, sodass die Wohnungen dann 2024 zur Verfügung stehen würden.

Im Stadtparlament informierte Bürgermeister Jörg König am Dienstag, dass der städtebauliche Vertrag fertiggestellt sei und in der Mai-Sitzung beraten werden könne.

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