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Zebrastreifen als Zeichen

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Die Teilnehmer zeichneten Zebrastreifen auf den Asphalt. © Wißner

Auch die Klimainitiative Linden zollte den aktuellen Ereignissen Tribut und aus der zunächst als »Maskentour statt Maskenball« geplanten Demonstrationsfahrt wurde zudem eine Friedensfahrt.

Linden (twi). Auch die Klimainitiative Linden zollte den aktuellen Ereignissen Tribut und aus der zunächst als »Maskentour statt Maskenball« am Rosenmontag geplanten Demonstrationsfahrt wurde zudem eine Friedensfahrt - die jedoch trotz herrlichem Sonnenschein unter einer geringen Beteiligung zu leiden hatte. 30 Radfahrer mussten es sein, die an der Rundfahrt durch Leihgestern vom Parkplatz an der Volkshalle über Gießener Straße, Am Festplatz, Schul-, Haupt- und Großen-Lindener Straße und Breiter Weg teilnahmen. Und diese Zahl kam nach der Begrüßung durch die stellvertretende Vorsitzende der Klimainitiative, Dr. Sandra Herrmann, zunächst nicht zustande.

30 Teilnehmer

»Für Kinder mit Kindern für eine friedvolle und sichere Zukunft. Wir alle brauchen und wünschen uns Frieden! Daher lautet unser Motto heute: Kinder brauchen eine friedliche und intakte Welt«, so Herrmann mit dem Hinweis an alle Kritiker dieser einstündigen Demonstrations-Veranstaltung, dass alle Teilnehmer ein Zeichen setzen wollen, denn »Fastnacht, Friedens-Demo und Verkehrswende passt sehr gut zusammen. Fastnacht war schon immer auch politisch, geht es doch darum, bestehende Ungerechtigkeiten anzuprangern. Es gibt keinen wichtigeren Grund zusammenzukommen, als gegen Blutvergießen zu demonstrieren«. Nach einer ersten Rundfahrt ohne Polizeibegleitung, wurde dann die erforderliche Teilnehmerzahl von 30 Fahrradfahrern erfüllt und die Polizei sicherte die Teilnehmer bei ihrer Tour durch die Straßen von Leihgestern ab.

Kostümierungen gab es lediglich vereinzelt, dagegen aber Solidaritätsbekundungen zur Ukraine mit Transparenten am Fahrrad: »Frieden und Selbstbestimmung für die Ukraine«. Herrmann hatte »eine sozio-ökologische Energie- und Verkehrswende mit Fokus auf dezentraler Energieversorgung aus erneuerbaren Energieträgern, keine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, Bürger sollen direkt profitieren, Solar- und Photovoltaikanlagen sollten aufs Dach, damit keine zusätzlichen Flächen in Anspruch genommen werden müssen«, gefordert.

Vorsitzender Pfarrer Axel Zeiler-Held machte an der ersten Haltestation zur Zeichnung eines Zebrastreifens an der Ecke Gießener Straße/Am Festplatz deutlich, dass Klimaschutz und Frieden die Hauptanliegen sind. Ebenso wie die Schulstraße zu einer Fahrradstraße zu machen. Ein zweiter Zebrastreifen mit Parolen wie »Kinder unsere Zukunft«, »Frieden fürs Klima« und »Spielstraßen sind zum Spielen da« wurde dann im Breiten Weg in Verlängerung des dort beginnenden Fahrradwegs auf die Straße gezeichnet. Dr. Barbara Ibe betonte hier in ihrer Ansprache, dass in Linden jahrzehntelang die Priorität auf das Auto gesetzt wurde.

Lösung: Tempo 30

In den alten Ortskernen wurde bisher auch dort, wo Fahrradmarkierungen möglich wären, der vorhandene Raum für Parkplätze oder breite Autostraßen genutzt. »Ein besonders absurdes Beispiel ist hier der Breite Weg, schon der Name sagt, dass hier viel Platz ist. Bei der Erneuerung entstand angeblich auf Wunsch der Anwohner eine Beton-/Asphaltfläche mit viel Parkraum, ohne jegliche Begrünung, geschweige denn Fahrradmarkierung.

Ebenso sieht es in den Neubaugebietsstraßen aus. Gärten und Wege werden zunehmend versiegelt. Diese Entwicklung ist verheerend für unsere Natur, sie schadet allen Anwohnern. Wir wünschen uns ein bürgerfreundliches Verkehrskonzept für Linden«, forderte sie einen Zebrastreifen für Fußgänger und Radfahrer.

»Unsere Kinder müssen zu Fuß oder mit dem Fahrrad gefahrlos zur Schule und zu ihren Freunden gelangen«, ging sie auf die »desolate Situation« auf dem Parkplatz für nun zwei Kitas und eine Grundschule vor der Volkshalle ein.

»Wir fordern die schnellstmögliche Verlegung der Fußgängerampel auf die Höhe des Ortsbegehungsweges. An allen Ortseingängen sollten bauliche Veränderungen für eine Minderung der Geschwindigkeit sorgen. Die beste Lösung wäre Tempo 30 für die gesamte Stadt und eine bessere ÖPNV-Anbindung, sprich engere Taktung von Bus und Bahn. Es kann nicht sein, dass zu Pandemie-Zeiten die Schulkinder wie Heringe in die Busse gepresst werden müssen«, so die Medizinerin.

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