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45 Hektar neu geordnet

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Bernd Wieczorek (l.) mit Thorsten Imhof, der nun in den Ruhestand geht. Foto: Jürgen Sauer © Jürgen Sauer

Entlang der Lumda wurden Grundstücke umgelegt, um das Flüsschen zu renaturieren.

Lollar/Staufenberg (red). Wo liegt künftig mein Grundstück? Was bekomme ich für meine Fläche? Diese und ähnliche Fragen beantwortet Johanna Köster vom Amt für Bodenmanagement (AfB) Marburg im Bürgerhaus in Lollar den Beteiligten ab Juli ohne Thorsten Imhof. Für ihn endet seine aktive Phase, nicht nur im Flurbereinigungsverfahren Lollar-Staufenberg-Lumda.

Zehn Meter breite Uferrandstreifen und eine bessere Agrarstruktur in der Lumdaaue sind Ziele des Flurbereinigungsverfahrens Lollar-Staufenberg-Lumda. Angestoßen wurde es vom Wasserverband Lumdatal, um die Gewässerqualität und die Struktur der Lumda zu verbessern, wie die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) es vorsieht.

48 Hektar Land in Lollar, Daubringen, Mainzlar und Staufenberg werden neu geordnet. 370 Flurstücke gehören zum Verfahrensgebiet. Deren Wert wurde bestimmt und Anfang Mai final festgestellt - eine Grundvoraussetzung, um alle Beteiligten wertgleich mit neu gebildeten Grundstücken oder entsprechenden Geldzahlungen abzufinden. 3,7 Hektar Uferrandstreifenflächen konnten für den Wasserverband Lumdatal angekauft werden.

Die Wünsche der 160 Beteiligten hatte das Amt für Bodenmanagement bereits 2021 abgefragt. Das daraus entstandene Umlegungskonzept berücksichtigt sowohl die Wünsche der Beteiligten als auch gesetzliche Vorgaben. Seit 10. Mai 2022 werden nun erneut Gespräche mit den Beteiligten im Bürgerhaus in Lollar geführt. Das Verhandlungsteam vom AfB Marburg vor Ort bilden der erfahrene Sachbearbeiter Thorsten Imhof und seine Nachfolgerin Johanna Köster.

»Zum einen erklären wir die Wertermittlung und zum anderen treffen wir wertgleiche Abfindungsvereinbarungen mit den Beteiligten. Das mehrfache Nachjustieren des Konzepts gehört natürlich auch dazu. Pläne ändern, Berechnungen, Texte und Verträge anpassen. Priorität hat, gute Regelungen für alle Beteiligten zu finden«, stellte Köster fest. »Mit dieser Einstellung gelang es uns bereits, einvernehmliche Abfindungsvereinbarungen mit mehr als 100 Beteiligten abzuschließen«, freute sich Imhof. Die Endphase der Verhandlungen im Juli wird Köster alleine weiterführen. Für Imhof beginnt im Juli sein Ruhestand.

Dr. Bernd Wieczorek, Vorsitzender des Wasserverbands Lumdatal und Bürgermeister von Lollar, nutzte eine Pause und verabschiedete sich von Imhof im Lollarer Bürgerhaus. »Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit. Ohne Bodenordnung und Landankauf wäre der beabsichtigte naturnahe Umbau und die Entwicklung der Lumda nicht zu verwirklichen.« Nach dem Abschluss der Verhandlungen werden ab August die neuen Grundstücksgrenzen in der Örtlichkeit vermessen. Die Grenzpunkte werden mit Pflöcken gekennzeichnet, damit ab Ende September - das genaue Datum wird öffentlich bekannt gemacht - die vorläufige Besitzeinweisung erfolgen kann. Dann können Eigentümer und Bewirtschafter die neuen Grundstücke bereits nutzen.

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