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Bürgermeister Bernd Wieczorek, Ute Kroll-Naujoks, Carolin Müller, Marcel Berlin. und Martin Eichler (v.r.) informierten über das neue Familienzentrum.

Alles unter einem Dach

Lollar (sle). In den Räumen des Lollarer Jugendzentrums (JUZ) gibt es weit mehr als nur Angebote für Kinder und Jugendliche. So gibt es nun ein Familienzentrum, das Ganze heißt jetzt Jugend- und Beratungszentrum (JUBZ). Darauf wies Carolin Müller, die Integrationsbeauftragte der Stadt Lollar, bei der Vorstellung des Familienzentrums hin. Das wird nun vom Land Hessen mit 18 000 Euro jährlich gefördert

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek freute sich über das neue Angebot, das im Landkreis »ein wohl einmaliges Modell« sei. Unter einem Dach und in zentraler Lage findet man nun Beratungsstellen sowie eine Vielzahl an Angeboten für jede Altersgruppe, wobei laut Carolin Müller die Schwerpunkte Kinder- und Jugendarbeit und der Bereich Migration und Integration sind. Sie ging in der Geschichte zurück, als 2010 der Internationale Bund die Jugendarbeit von der Stadt Lollar übernommen hatte. Zwei Jahre später kam der Jugendmigrationsdienst, ebenfalls vom Internationalen Bund, dazu. 2013 übernahm die Diakonie dann die Jugendarbeit, ab 2018 auch den Bereich der Integrationsarbeit.

Alles spielte sich ab diesem Zeitpunkt im Jugendzentrum ab. 2015 kam noch der Förderverein Aktive Nachbarschaften dazu, und 2017 folgte die Gemeinwesensarbeit mit dem Träger Zaug. Da die Bedarfe in Lollar sehr hoch sind, sind alle Bereiche eng miteinander verzahnt. »Wir merken aber an vielen Stellen immer wieder, dass Menschen mit Migrationshintergrund leider immer noch benachteiligt sind. Hier können wir immer noch mehr tun«, sagte Müller. Sie dankte Ute Kroll-Naujoks, der stellvertretenden Leiterin der Diakonie Gießen, die sich sehr für eine Bewerbung um eine Förderung als Familienzentrum beim Land Hessen eingesetzt habe. Dabei sei es eigentlich eine logische Folge, dass ein Familienzentrum, wo Menschen unabhängig ihrer Herkunft Unterstützung erfahren, auch durch entsprechende finanzielle Mittel gefördert werde.

»In diesem Jahr hat es länger gedauert, bis der Förderbescheid kam, da alles neu war. Wir werden dann im Oktober einen neuen Antrag stellen. Wenn man einmal in der Förderung drin ist, läuft es auch«, erklärte die Integrationsbeauftragte.

Bei der Schulsozialarbeit soll es auch eine zusätzliche Stelle für einen Sozialarbeiter geben, Marcel Berlin wird ab April das Familienzentrum noch mit einer Teilzeitstelle verstärken. Da er schon seit September 2020 als studentische Hilfskraft für die außerschulische Lernförderung verantwortlich ist, ist er vielen Eltern und Kindern schon bekannt. »Wir springen ein, wenn Eltern der Sprache nicht mächtig sind, um ihren Kindern zu helfen. Dies ist ein ganz wichtiges Angebot«, sagte er. Auch Kontakte mit Lehrern würden hergestellt, um der Familie möglichst viel Unterstützung zukommen zu lassen. Die Angebote werden sehr gut angenommen.

Carolin Müller, die seit zehn Jahren in Lollar die Integrationsarbeit macht, sprach von einer Erhebung in den Kitas der Stadt, bei der Eltern um ihre Meinung und Vorschläge gefragt werden. Jugendpfleger Martin Eichler betonte, wie wichtig es sei, dass alles an einem Ort, im JUBZ, stattfinde.

Dass auch Menschen aus der Ukraine, die hier Schutz suchen, betreut werden, verstehe sich von selbst. »Wir sind dabei, Kontakte aufzunehmen«, erklärte Müller. So wolle man feststellen, was besonders benötigt wird. Dabei war es ihr wichtig, dass man auch Ehrenamtliche, die hier tätig werden, unterstützen werde. Die Stadt Lollar, die über freiwillige Leistungen die Stelle des Jugendpflegers, der Integrationsbeauftragten und teilweise auch die der Migrationsberatung finanziert, tue ebenfalls einiges, um alle Arbeitsbereiche bei JUBZ zu stärken, sagte der Bürgermeister. Allerdings seien ihre finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt. Dies war auch der Grund, weshalb die Diakonie sich um eine Förderung als Familienzentrum beworben hat.

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