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Auf dem Markt weht ein frischer Wind

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Von: Erika Scherer

Zugewiesene Standplätze müssen ab Januar bis 19 Uhr am Markttag geräumt sein. Außerdem sind die Nutzenden für die Sauberkeit verantwortlich.Die Gebühr für den Standmeter beträgt 12 Euro.

Lollar (sle). Während der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten wurde einstimmig eine neue Marktsatzung beschlossen, und damit die alte aus dem Jahr 2015 abgelöst. Die zugewiesenen Standplätze müssen jetzt bis 19 Uhr am Markttag geräumt sein. Außerdem sind die Standnutzenden für die Sauberkeit der ihnen zugewiesenen Plätze verantwortlich. Bei Ständen, die Speisen und Getränke zum Verzehr vor Ort anbieten, müssen genügend Abfallbehälter bereitgestellt und diese dann auch fachgerecht entsorgt werden.

Einstimmig beschlossen wurde auch eine Änderung der Satzung über die Erhebung der Gebühren im Marktwesen. Künftig wird eine Gebühr von 12 Euro für den Standmeter erhoben. Diese Änderung tritt am 1. Januar 2023 in Kraft.

Dann rief Stadtverordnetenvorsteher Horst Klinkel die Sanierung und den Umbau der Rad- und Fußgängerbrücke über die Lahn zwischen Lollar und Wißmar auf. Hier war die Mittelbereitstellung von den Parlamentariern zu beschließen. Bereits im Dezember 2021 hatten die Stadtverordneten die Sanierung beschlossen.

Sperrvermerk aufgehoben

Dass bisher nichts geschehen ist, war dem Umstand geschuldet, dass eine Förderung im Mai 2022 abgelehnt worden war, da ein geplanter Umbau des Brückenbauwerkes auf 2,5 Meter Breite nicht dem Qualitätsstandard und den Musterlösungen des Landes Hessen entsprach. Die Gesamtbreite dürfe bei der Überführung 4,50 Meter nicht unterschreiten ,um in die Förderung aufgenommen zu werden.

Um den Umbau umsetzen zu können, wurden zusätzliche Mittel in Höhe von 335 900 Euro im Nachtragshaushalt 2022 eingeplant. Diese Summe wurde vom Parlament am 15. September aber mit einem Sperrvermerk versehen. Dieser Sperrvermerk musste nun wieder aufgehoben werden, was einstimmig geschah. Somit kann die Maßnahme durchgeführt werden.

Ein Antrag auf Aufstockung des Vertrages über die offene Jugendarbeit zwischen der Stadt Lollar und dem Diakonischen Werk, fand nicht die ungeteilte Zustimmung aller Stadtverordneten.

Die Diakonie hatte ausführlich begründet, dass noch eine 75-Prozent-Stelle für die Jugendarbeit notwendig sei. Innerhalb des sozialen Netzwerkes Lollar ist die offene Jugendarbeit der Stadt Lollar zuständig für offene Kinder- und Jugendarbeit und somit Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche, Eltern und Kooperationspartner wie Schulen, Dienststellen und Vereine.

Im Familienzentrum Lollar verortet, berät die Jugendpflege vor allem Kinder, Jugendliche und deren Eltern zu unterschiedlichen Problemen und Alltagsfragen und vermittelt bei Bedarf an entsprechende Fachstellen weiter. Außerdem bietet sie monatlich ein wechselndes Programm mit offenen Angeboten, lädt zu Treffs und Tagesausflügen ein und beteiligt sich an Kooperationen mit anderen sozialen Akteuren. Sie stößt regelmäßig an ihre personellen Grenzen, was sehr oft eine Limitierung der Teilnehmerzahlen zur Folge hat.

Zusätzliche Stelle für Jugendarbeit

In Anbetracht dieser angespannten Situation bedarf es zusätzlicher Fachkrafttätigkeit für die offene Jugendarbeit. Es wurde deshalb von der Diakonie vorgeschlagen, eine 75-Prozent-Stelle neu aufzunehmen. An Personalkosten würden dadurch pro Haushaltsjahr 48 100 Euro für Sozialarbeit und 2000 Euro für Betreuungsaufwand entstehen. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Jens-Christian Kraft hatte die Kosten auf eine Vollzeitstelle umgerechnet, die er mit 60 000 Euro bezifferte und verglich diese Summe mit der Leitung eines Kindergartens, die er mit 48 000 Euro angab. »Dies steht in keinem Verhältnis zueinander, zumal die 75-Prozent-Stelle, die für die offene Jugendarbeit gefordert wird, keine Leitungsfunktionsstelle ist«, sagte er und schlug vor, dass die Stadt Lollar die Jugendarbeit wieder in eigener Regie durchführen solle. Außerdem stellte er den Antrag, das Thema im Moment ruhen zu lassen und abzuwarten, bis in Lollar der neue Bürgermeister seinen Dienst antritt, der aus dem Amt der Sozialarbeit kommt. Dann könne weiter entschieden werden. Der CDU-Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt, der Ursprungsantrag von SPD/Grünen gegen die neun Neinstimmen der CDU mehrheitlich angenommen.

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