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Awo kann Kindergarten errichten

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In Lollar möchte die Awo auf diesem städtischen Grundstück in der Daubringer Straße einen Kindergarten bauen und auch betreiben. Foto: Scherer © Scherer

Lollar (sle). Das Thema eines Waldkindergartens ist nicht neu. In ihrer jüngsten Sitzung beschäftigten sich die Stadtverordneten erneut damit. In der Sitzung am 4. November 2011 war ein Beschluss gefasst worden, einen Naturkindergarten auf dem Platz des Liedes in Odenhausen zu errichten, und an die Kita Odenhausen anzuschließen. Dieser Beschluss wurde in der jüngsten Sitzung aufgehoben.

Es sollte nun nach einer neuen Beschlussvorlage des Magistrates ein Waldkindergarten auf dem Grundstück Altenburg der Gemarkung Odenhausen errichtet werden.

Vorgesehen sind dabei Betreuungszeiten von 7.45 bis 13 Uhr ohne Mittagessen. Die Kita-Leitung solle auch die Leitung des Waldkindergartens übernehmen, und eine Mitarbeiterin als Gruppenleitung benennen, die die Verantwortung für diese hat. Neben der bestehenden Hütte des Nabu, die als Aufenthaltsort dienen könne, solle noch ein Tipizelt aufgestellt werden, mit einer Größe für 20 Kinder und Mitarbeiterinnen. Dazu hatte die CDU einen Änderungsantrag eingebracht. Statt in Odenhausen sollte ein vollwertiger Waldkindergarten in Salzböden, in der Nähe der Grillhütte errichtet werden. Ausweichunterkunft sollte die Kita »Bunte Villa« in Odenhausen sein. Wolfgang Haussmann (Grüne) erklärte sehr deutlich: »Ich möchte der CDU meinen Ärger ausdrücken«. Der gleichen Meinung war SPD-Fraktionsvorsitzender Norman Speier, der betonte, »es wurde schon sehr lange über dieses Thema diskutiert, bis man eine Lösung gefunden hatte. Wir sollten nicht noch einmal ganz von vorne anfangen.«

Rüdiger Pohl (CDU) wollte sich damit nicht abfinden. «Bei einer Waldkindergruppe gibt es einen sehr hohen pädagogischen Wert für die Kinder, der über das normale Maß hinaus geht« sagte er. Der Standort Salzböden hat keinen eigenen Kindergarten, und gerade in diesem Stadtteil werde diese Art der Betreuungsform gewünscht. Bei der Abstimmung wurde der CDU Antrag dann mehrheitlich abgelehnt, der Antrag des Magistrates mehrheitlich angenommen.

Um einen Kindergarten-Neubau in der Daubringer Straße in Lollar, bei dem die Stadt das Grundstück zur Verfügung stellt, und die Awo als Betreiber und Bauherr auftritt hatten die Mitglieder anschließend zu befinden. Da der Stadt keine Kosten entstehen, müsste man eigentlich annehmen, das Projekt würde die einhellige Zustimmung aller Parlamentarier finden. Doch dem war nicht so. Christine Schneider (FDP) bemängelte die fehlende öffentliche Ausschreibung, Wolfgang Haussmann (Grüne) konnte sie beruhigen: Die zentrale Vergabestelle des Landkreises hatte dem Verfahren zugestimmt. Dr. Jens-Christian Kraft (CDU) erklärte, dass man eine Abwägung zwischen den Vor- und Nachteilen eines städtischen Betriebs im Vergleich zum Bau und Betrieb eines Kindergartens durch einen externen Anbieter treffen müsse. Es sollte hierzu ein Beschluss getroffen werden. Er beantragte die Überweisung in den Ausschuss.

Bertin Geissler (SPD) erinnerte daran, dass ein freier Träger höhere Fördergelder vom Land bekomme, auch sei er an keine europaweite Ausschreibung gebunden. »Wir haben heute Gelegenheit diesen Weg zusammen mit der Awo zu gehen. Das Personal liegt in der Hand des Trägers«. Heidelore Alt (Grüne) fragte: »Wo soll hier noch ein Wettbewerb hergestellt werden«. Hier schaltete sich der Bürgermeister ein der erklärte, er sehe kein Problem darin einen freien Träger zu beauftragen. In Lollar habe man vier mögliche Träger angesprochen, drei davon erteilten wegen fehlender Kapazitäten eine Absage. «Mir war ein neuer Kindergarten aber wichtig, da große Nachfrage nach Plätzen besteht. Wenn wir oder ein anderer Anbieter bauen, dauert es nochmals zwei bis drei Jahre bis zur Fertigstellung«.

Bei der anschließenden Abstimmung gab es mehrheitliche Zustimmung für den Magistratsantrag, der CDU-Antrag wurde abgelehnt.

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