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Kita auf Bauhofgelände angeregt

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Von: Erika Scherer

Die Lollarer CDU regt an, das Areal des Bauhofs in Lollar für den neuen Kindergarten zu nutzen.

Lollar (sle). In Lollar begrüßte die Kommune zwar das Bestreben des Landes Hessen, des Landkreises und der Stadt Staufenberg, den Güterverkehr zwischen Lollar und Mainzlar zu reaktivieren und auf die Schiene zu verlagern, und die Lumdatalbahn zu reaktivieren. Im Parlament sah das etwas anders aus. Von einem einstimmigen Beschluss konnte nicht die Rede sein. Michelle Kraft (CDU) stellte hierbei die Frage, »ob wir den Anschluss des ländlichen Raumes an den ÖPNV nur mit einer 36 Millionen Euro-Investition in eine Diesellok schaffen oder ob wir endlich neue Wege gehen wie On-Demand-Verkehre und Elektro-Mobilität«. Eine Aussage, die ihr viel Beifall einbrachte. Dr. Jens-Christian Kraft (CDU) sah das genauso, er sprach auch die Arbeitsplätze an, die dadurch entstehen. Die Grünen wollten durch das Parlament eine Resolution beschließen lassen, dass die Reaktivierung auch den Kosten-Nutzen-Quotienten für die Reaktivierung der Lumdatalbahn für den ÖPNV verbessern wird. Sie bitten das Land Hessen, die Entscheidungen des Bundes zur Förderung über das Gemeindefinanzierungsgesetz voranzutreiben und über die Ergebnisse zu berichten. Dabei baten sie den Magistrat, die Resolution über die Landrätin des Landkreises an das Verkehrsministerium Hessen zu leiten. Der CDU-Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt, der Grünen-Antrag ebenfalls mehrheitlich angenommen.

Dann rief Sitzungspräsident Horst Klinkel einen Antrag der CDU-Fraktion auf, der einen umweltschonenden Standort für den Kindergartenneubau in Lollar zum Inhalt hatte. Die Awo möchte einen Kindergarten in der Buderusstadt bauen und auch betreiben. Die Stadt soll nur das Grundstück zur Verfügung stellen und hätte keine weiteren Verpflichtungen.

Im Parlament war dieser Punkt schon zweimal behandelt worden. Jetzt brachte die CDU einen eigenen Antrag ein, in dem sie sich nochmals gegen das vorgesehene Gelände in den Lumdaniederungen aussprach. Die Stadt hatte das Areal an der Daubringer Straße (neben der evangelischen Kirche) angeboten, auf dem auch 30 Bäume stehen. Die CDU wandte sich gegen diesen Standort mit der Begründung, dass es bessere Alternativen gebe. Es solle geprüft werden, explizit auch der Ankauf oder die Nutzung von derzeit bebauten beziehungsweise versiegelten Flächen.

Der Fraktionsvorsitzender Kraft brachte auch eine Alternativfläche ins Spiel. Die Idee der Christdemokraten umfasst den Ankauf einer leerstehenden Gewerbeimmobilie im Industriegebiet, in die der Bauhof einziehen könnte. Das Gebiet des Bauhofes könnte dann umgebaut und für den neuen Kindergarten genutzt werden.

Mehrheitlich angenommen - gegen die Stimmen der CDU - wurde dagegen ein Antrag der SPD und Grünen über einen Leitfaden klimagerechter Bauleitplanung. Dazu wird der Magistrat beauftragt, mit dem Klimabeirat einen Leitfaden für eine klimagerechte Bauleitplanung zu erarbeiten und diesen Entwurf dem Ausschuss und der Stadtverordnetenversammlung zur weiteren Beratung vorzulegen. Als Abschluss der Parlamentssitzung informierte Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, dass Lollar im Dezember wieder Flüchtlinge aufnehmen muss. Dazu sollen die in der Justus-Kilian-Straße inzwischen abgebauten drei Holzhäuser, die im Zuge der großen Flüchtlingswelle 2015 entstanden sind, wieder neu aufgestellt werden.

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