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Bürger-Windpark vorgestellt

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Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller wirbt für kommunale Beteiligung an erneuerbaren Energien.

Lollar (sle) In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) stellten Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller und Norbert Mai (Mai-Consult) die neue Windpark-Anlage im Staufenberger Stadtwald vor. Hier entsteht derzeit ein Bürger-Windpark mit einer 5,6 Mega-Watt-Anlage, der voraussichtlich im August betriebsfertig sein soll. Die Vorhersage ist, dass eine 40 000 Megawattstunde rund sechs Prozent Rendite bringen könnte. Am kommenden Donnerstag beraten die Stadtverordneten, ob sich die Stadt Lollar dem Projekt anschließt. Die Stadt müsste dann 350 000 Euro als Anteil einbringen.

Die Energiegesellschaft Lumdatal wird zusammen mit der GSL Gemeinschaftsbank eG das Projekt in der Hauptsache finanzieren. Weitere Mitglieder sind Kommunen des Kreises und Bürger. Die Energiegesellschaft Lumdatal betreibt über die Bürgergenossenschaft Sonnenland bereits seit einigen Jahren den Solarpark Daubringen, bisher waren es zehn Kommunen, die an der Energiegesellschaft beteiligt sind. Gefeller betonte, dass es den Kommunen nicht erlaubt sei, wirtschaftlich selbst tätig zu werden, Ausnahme seien erneuerbare Energien. Man dürfe auch als öffentliche Hand lediglich 50 Prozent Beteiligung halten, die andere Hälfte müsse anderweitig eingebracht werden. Geplant ist, dass beim Windpark Lumdatal 30 Prozent der Anteile über die Sonnenland eG kommen, 20 Prozent sind für die Stadtwerke Gießen reserviert, der Rest geht an Kommunen und Bürger. Dabei sei noch nicht entschieden, ob sich alle bisherigen zehn Kommunen auch an diesem Projekt beteiligen werden, sagte Gefeller, gab sich aber angesichts des großen Interesses zuversichtlich. Wer sich beteiligt, muss Genossenschaftsmitglied bei Sonnenland werden, und einen Mindestanteil von 100 Euro je Anteil (Privatpersonen) zeichnen. Gefeller berichtete, dass es auch Interessenten gegeben habe, die mit hohen Eurobeträgen einsteigen wollten. »Das wollten wir nicht, denn es soll ein Projekt für die Bürger sein.« Die Ausschussmitglieder nahmen die Informationen ohne Abstimmung zur Kenntnis.

Einhellig stimmten die Ausschussmitglieder dem Tagesordnungspunkt »Interkommunale Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit, Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit dem Landkreis« zu. Auch die Errichtung einer Urnenwand auf dem Friedhof in Lollar fand eine mehrheitliche Annahme. Einstimmig für den Zeitraum eines Jahres wurde auch einer Rahmenvereinbarung für die Mäh-, Mulch- und Hackarbeiten im Bereich der Stadt Lollar zugestimmt.

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