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»Das Ding ist sein Geld wert«

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Natalie Hilz (vorne, 2. v. l.) und Jens Dapper (r.), Nicole Leuck (3. v. l., Pflegedienstleitung) und Ralf Becker (4. v. l.) zeigen Christopher Saal (l.), Caroline Launspach, Bernd Maroldt, Angelika Götz, Wiltrud Will und Reinhard Bamberger (v. l.) die vielfältigen Möglichkeiten des »Care Tables«. Foto: Wisker © Wisker

Ein »Care Table« wurde im Awo-Heim Lollar vorgestellt. Das digitale Spielbrett hat eine ganze Menge zu bieten.

Lollar (dge). In Schulen ist die klassische Tafel längst einem digitalen Board gewichen. Und während vor wenigen Jahren Großeltern vielleicht noch über ihre smartphoneaffinen Enkel stöhnten, haben Oma und Opa das Handy längst für sich entdeckt.

So ist auch in Senioren- und Pflegeheimen ein funktionierendes Wlan mittlerweile ein Auswahlkriterium. Einen Schritt weiter ist man nun bei der Awo gegangen. Im Marie-Juchacz-Haus in Lollar findet man einen »Care Table«. Der digitale Aktivitätstisch für die Betreuung von Senioren erinnert an ein Tablet im Riesenformat.

Interaktiv

»Nachdem bereits ein ›Care Table‹ in der neuen Awo-Seniorentagesstätte in Lollar eingesetzt wurde und die Seniorinnen und Senioren und Mitarbeitenden dort sehr begeistert sind, konnten nun zwei weitere interaktive Spieltische im Wert von je 8000 Euro angeschafft werden«, erklärte Geschäftsführer Jens Dapper bei der Vorstellung der interaktiven »Tafel«. Eine steht im Wißmarer Awo-Pflegeheim, eine weitere nun in Lollar. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch Spenden von insgesamt 11 000 Euro der Awo-Ortsvereine Biebertal, Buseck, Lollar, Wettenberg und Reiskirchen. Für die Heime in Biebertal und Heuchelheim sollen die »Care Tables« noch angeschafft werden.

Um zu zeigen, wofür man bei den Ortsvereinen so viel Geld lockergemacht hat, waren die Vorsitzenden eingeladen. Bernd Maroldt, Vorsitzender des Ortsvereins Lollar, Caroline Launspach (Reiskirchen), Christopher Saal (Buseck, stellvertretender Kreisvorsitzender), Angelika Görtz (Biebertal), Wiltrud Will (Wettenberg) und Reinhard Bamberger (stellvertretender Vorsitzender Kreisverband) zeigten sich überzeugt, dass die Anschaffung sich gelohnt hat. Oder um es mit Jens Dapper zu sagen: »Das Ding ist sein Geld wert.« Einen kleinen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten des »Care Table« gab die stellvertretende Heimleiterin Natalie Hilz. Die aktuelle Tageszeitung, Neuigkeiten aus aller Welt oder auch mal einen Gottesdienst live verfolgen - kein Problem. Aber auch Spiele, die das Gedächtnis oder die Koordination trainieren, findet man, ebenso wie den Musikkanal Youtube.

Viele Apps seien vorinstalliert, man könne aber weitere hinzufügen, erklärte Einrichtungsleiter Ralf Becker. Noch einen Vorteil hat das Gerät: Es kann zu Bewohnern gebracht werden, die bettlägerig sind. »Man kann es über das Bett schieben und so kippen, dass die Oberfläche leicht zu erreichen ist«, erklärte Natalie Hilz. Die Oberfläche kann problemlos gereinigt und desinfiziert werden.

Die Bewohner können gemeinsam, in Gruppen oder auch alleine Memory, Bingo, Tierstimmen raten oder Mensch ärgere dich nicht spielen. Spannend sei zum Beispiel die »Zeitreise«, die bei den Bewohnern Kindheitserinnerungen wecke. Doch auch das »Früchte schneiden« erfreut sich großer Beliebtheit. Hier wird die Koordination trainiert, bei »Yoga« etwa der Körper.

»Man kann individuelle oder auch Gruppenaktivitäten planen, ohne große Vorbereitungen«, erklärt Hilz die Erleichterung, die der »Care Table« auch für die Mitarbeiter bringt. Nicht zuletzt können auch die Bewohner sich mit ihren Besuchern zu einer Spielrunde zusammenfinden.

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