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Das sagen die Fraktionen

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Lollar (voh). Die CDU als größte Fraktion im Lollarer Stadtparlament, aber trotzdem in der Oppositionsrolle, hatte große Hoffnungen in ihre Bürgermeister-Kandidatin Selda Demirel-Kocar gesetzt. Deren engagierter Wahlkampf hatte nicht das erhoffte Ergebnis gebracht. Fraktionsvorsitzender Dr. Jens-Christian Kraft war dann auch so etwas wie der zweite Verlierer des Wahlabends 2022.

Er machte einen durchaus niedergeschlagenen Eindruck. Falls Demirel-Kocar die meisten Stimmen gehabt hätte, »wäre das große Klasse für Lollar gewesen«. Seine Partei habe bei der Kandidaten-Auswahl sehr auf Kompetenz geachtet. »Die ist immer ausschlaggebend«. Kraft: »Wir hätten uns mehr erhofft, bedanken uns bei Selda Demirel-Kocar für den engagierten Wahlkampf der leider nicht von Erfolg gekrönt ist«.

Bei der SPD zeigte sich Fraktionsvorsitzender Norman Speier nicht euphorisch, aber zufrieden über den Stimmenvorsprung von Kandidatin Bianka de Waal-Schneider. Man habe realistischerweise mit einer Stichwahl gerechnet jedoch mit der CDU-Kandidatin.

»Jetzt müssen wir in den nächsten vier Wochen (Stichwahl am 16. Oktober) die Leute überzeugen«. Gut, es gebe den allgemeinen Trend hin zum unabhängigen Kandidaten. Diesen Pluspunkt habe Jan-Erik Dort. Speier: »Wir (unsere Kandidatin) haben dafür die notwendige Erfahrung«.

Cornelia Maykemper, Fraktionsvorsitzende der FDP: »Das Ergebnis ist überraschend wie vor 18 Jahren«. Da wurde der amtierende Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek erstmals gewählt. Nun sei es anders ausgegangen als prognostiziert. Man habe mit zwei starken Frauen gerechnet. Dem unabhängigen Kandidaten Dort habe wohl der Heimvorteil genutzt (Demirel-Kocar wohnt in Heuchelheim) und »er war gut in den sozialen Medien vertreten«. De Waal-Schneider profitiere von ihrem gewissen Bekanntheitsgrad in Staufenberg und Lollar.

Heidi Alt, Fraktionsvorsitzende der Grünen und Koalitionspartner der SPD: »Wir freuen uns über das sehr gute Ergebnis auf Anhieb«. Die Wahl sei heute so ausgegangen »wie ich es mir immer gewünscht habe«.

De Waal-Schneider habe nach Meinung der Grünen die größte Kompetenz. Alt: »Das müssen wir jetzt den Wählern klar machen« und «bei der Stichwahl sollte das Wetter bisschen besser sein«, meinte sie angesichts von nur 44,8 Prozent Wahlbeteiligung.

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