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Der Herr des Wassers

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Jochen Becker © Erika Scherer

Jochen Becker führt seit 1994 als Geschäftsführer den Zweckverband Lollar-Staufenberg.

Lollar/Staufenberg . Jochen Becker ist nicht nur Geschäftsführer des Zweckverbands Lollar-Staufenberg (ZLS), jetzt wurde er erneut in den Vorstand des Landesverbands der Energie und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz (LDEW) gewählt.

Seit 1994 führt Becker die Geschicke des ZLS, ist einer, der lieber im Hintergrund bleibt. Im Gespräch mit Anzeiger blickt er auf die Geschichte des Wasserverbands zurück und spricht über das, worauf er den Fokus legt.

Dass sich 1905 eine Wasserwerkskommission gründete, in der sich die Gemeinden Lollar, Mainzlar, Staufenberg und Daubringen zusammenschlossen, um Haushalten zu ermöglichen, ständig sauberes Wasser aus der Leitung zur Verfügung zu haben, verdankt der heutige Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) seine Existenz.

Erster Brunnen gebohrt

1920 wurde der erste eigene Brunnen gebohrt, ein Pumpwerk gebaut und die Gemeinde Daubringen stieg aus der Kommission aus. 2000 fusionierte der Abwasserverband mit dem Verein »Wassergenossenschaft Glückauf« in Lollar und der neue Wasserverband mit dem Namen »Zweckverband Lollar-Staufenberg« (ZLS) entstand. Zu den Aufgaben des ZLS gehört nach wie vor die Wasserversorgung, von der Wassergewinnung über die Speicherung bis zur Verteilung des Trinkwassers zu den einzelnen Haushalten. Aber auch die Entsorgung ist Aufgabe des ZLS, die von den Hausanschlüssen bis zur zentralen Kläranlage zuständig ist. In der Kläranlage, so Becker, werde das Abwasser vollbiologisch gereinigt und dann der Lahn wieder zugeführt. Energieeinsparung ist dabei ein großes Gebiet, das Jochen Becker besonders am Herzen liegt. Der Schwerpunkt ist dabei bis heute auf der Abnahmeseite mit dem größten Stromverbrauch: dem zentralen Klärwerk. Nach intensiv vorangetriebenen Energieeffizienzmaßnahmen zusammen mit der technischen Hochschule Mittelhessen - »mit der eine sehr gute Zusammenarbeit besteht« - gelang es, den Stromverbrauch der Kläranlage mehr als zu halbieren. Um das Thema noch weiter zu intensivieren, wurde ein Energiemanagement beim ZLS etabliert und auch ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen. Dies mit dem Ziel, den Energieverbrauch zu reduzieren. Dieses Zertifizierungsbündnis wird jedes Jahr neu geprüft, wobei die Bewertung der Unternehmen nach internationalen Normen erfolgt, wie Becker erklärte. Er weist auf eine Initiative der hessischen Landesregierung, die Charta für Klimaschutz, hin, die dazu beitrage, eine langfristige Perspektive für Hessen zu entwickeln, um das Leben ökologisch, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig zu gestalten. Die Strategie baue dabei auf Engagement sowie die aktive Beteiligung von Bevölkerung, Unternehmen und Institutionen in Hessen.

Dem Klimaschutz verpflichtet

»Der ZLS hat sich mit Unterzeichnung der Charta für Klimaschutz verpflichtet, sich aktiv an der Verwirklichung entsprechender Maßnahmen zu beteiligen«, berichtete der Geschäftsführer. Am 19. Mai 2022 wurde Jochen Becker erneut in den Vorstand des Landesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz gewählt. Er empfindet diese Wiederwahl als »große Auszeichnung«, werde doch sein Engagement dadurch gewürdigt. Der LDEW vertrete die Interessen von rund 280 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft gegenüber Politik, Behörden und der Öffentlichkeit. Er vereinigt die Sparten Fernwärme, Erdgas, Wasser und Abwasser, und ist gleichzeitig Bindeglied zwischen Energie- und Wasserwirtschaft sowie Politik und Gesellschaft.

»Ich freue mich, gerade in diesen für die Wasserwirtschaft herausfordernden Zeiten im LDEW-Vorstand aktiv zu sein und ebenso an der Bewältigung der aktuellen Krisen wie an der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wasserversorgung in Hessen mitwirken zu dürfen«, so Jochen Becker

Foto: Scherer

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Sauberes Trinkwasser gehört zu den Grundaufgaben des ZLS. Symbolfoto: Wisker © Debra Wisker

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