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Ein Jahrgang wie ein »Toffee«

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Der Abiturjahrgange 2022 der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar mit Schulleiter Andrej Keller (l.) und Oberstufenleiter Martin Saul (r. oben). Foto: Scherer © Scherer

67 Absolventen haben an der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar ihre Abiturzeugnisse erhalten.

Lollar (sle). Zuletzt gab es 2019 an der Clemens-Brentano-Europa-Schule (CBES) die Abiturfeier. Corona hatte dem Ganzen in den vergangenen beiden Jahren einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Doch in diesem Jahr trafen sich 67 Abiturienten und Abiturientinnen im Lollarer Bürgerhaus, um ihre Zeugnisse entgegenzunehmen und den Abschluss der Schulzeit gemeinsam mit ihren Lehrern und Eltern, um den Abschluss der Schulzeit zu feiern.

»Stück Normalität«

Schulleiter Andrèj Keller freute sich, »dass ein Stück Normalität zurückgekehrt ist.« Diese neue Normalität lasse aber nicht den langen Weg vergessen, den die Abiturienten in den beiden vergangenen Jahren gehen mussten. Es sei keine leichte Oberstufenzeit gewesen. Bedenke man vor allem die zwei Wochen andauernde Schulschließung und den Lockdown im Dezember 2020. Er sprach die zahlreichen Coronatests an der Schule und mehrere Impfkampagnen an. Bei der ab Januar 2022 grassierenden Omikronvariante hätten sich viele Schüler infiziert und zu Hause bleiben müssen, manche schon zum zweiten Mal.

Stoffmasken, Alltagsmasken, OP-Masken, Vakzine und frierend - bei offenem Fenster - lernen sei nur ein kleiner Ausschnitt aus dem pandemischen Lehrbuch, das die Schüler begleitete habe.

»Jetzt bekommt ihr euer Abiturzeugnis, und das ist mit viel Anstrengungen ehrlich erworben. Ich will gar nichts von einem »Corona-Abitur« hören«, so Keller. Das sei »ganz großer Blödsinn«. Die Abiturklausuren seien genauso schwierig und anspruchsvoll wie in den Jahren zuvor gewesen. Doch nicht die Pandemie, auch die Schüler selbst haben diese Zeit geprägt: »Ihr wart ein Jahrgang voller Charakterköpfe - oft kritisch , manchmal aufsässig - auch schnell beleidigt. Euch hat euer Humor, eure Toleranz, Kreativität, Energie und ansteckende Lebensfreude ausgezeichnet. Am Ende nach einer langen gemeinsamen Reise auf dem ›alten Dampfer CBES‹ bleibt festzuhalten: Wir sind stolz auf euch, eure Leistung und Leistungsbereitschaft. Ihr habt in schwierigen Zeiten Durchhaltewillen, Flexibilität sowie Zielstrebigkeit gezeigt, und habt euch am Ende mit dem Abitur belohnt.«

Möglichkeiten

Eigentlich könne man die Absolventen nun in eine Welt entlassen, die Chancen und viele Möglichkeiten der Selbstentfaltung bereithalten sollte. »Wenn da nicht gleichzeitig seit einigen Wochen dieses Gefühl tiefer Unsicherheit unser neuer ständiger Begleiter geworden wäre. Noch haben wir die Folgen der Pandemie nicht überstanden, und sind schon mitten in Europa mit dem Wahnsinn und den schrecklichen Folgen eines aggressiven Angriffskrieges gegen die Ukraine konfrontiert. Die Energiepreise schießen an die Decke, und das Gespenst der Inflation ist plötzlich wieder da. Wir werden auch diese Krisen gemeinsam meistern, meistern müssen, da bin ich zuversichtlich«, erklärte Keller. Dank sagte er abschließend den Lehrkräften, die sich von häufig ändernden Coronaregeln nicht hätten schrecken lassen.

Oberstufenleiter Martin Saul verglich den Abi-Jahrgang mit einem English Toffee - »außen harte Schokolade, mitunter schwierig zu kauen, wenn man sich aber nach innen durchgearbeitet hat, wartet ein zuckersüßer Kern, der viel Freude bereitet«. In der Nachschau auf die vergangenen Jahre wies er auf höchste Anforderungen für die Lehrkräfte beim Differenzieren hin und auch er dankte seinen Kolleginnen und Kollegen für die geleistete Arbeit.

Bei den Zeugnissen gab es vier Mal die Note 1,0, dies waren Janne Ole Andres Wermter, Leonie Elisa Seiler, Katharina Lilli Riehm und Elisa Sophie Mathes.

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