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Erich Hof verabschiedet sich nach 33 Jahren

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Eckhard Neumann (2.v.l.), SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Weigelt (2. v.r.) und Bürgermeister Michael Ranft (r.) verabschieden Erich Hof (l.) Foto: Heller © Heller

Der langjährige SPD-Kommunalpolitiker Erich Hof legt sein Mandat nieder. Seit 1989 war er sich um den sozialen Anstrich der Politik bemüht und hatte umweltfreundliche Mobilität hervorgehoben.

Buseck (voh). In der Busecker Ortspolitik ist eine Ära zu Ende gegangen: Nach 33 Jahren die letzten dreieinhalb Stunden Sitzungsdauer für Gemeindevertreter Erich Hof (SPD). Mit einer gewissen Zähigkeit war die Tagesordnung just abgearbeitet worden, dann trat Hof ans Pult, verlas eine persönliche Erklärung. Er hadere mit zunehmender Schwerhörigkeit. Trotz Hörgeräte könne er nicht mehr alles verstehen. Dann bemühte Hof den Kalender. Seit 2011 habe er drei Wahlperioden als Ältester die neue Sitzungsrunde des Parlaments eröffnet.

Von Mai 1989 bis diesen Mai habe er sich 33 Jahre um den sozialen Anstrich der Politik bemüht, umweltfreundliche Mobilität hervor gehoben. Nun gebe er das Mandat zurück. Bis zum Ende der Wahlperiode (2026) wolle er dem Großen-Busecker Ortsbeirat noch treu bleiben. Diese Funktion füllt Hof seit 25 Jahren aus. Parlamentsvorsitzender Eckhard Neumann (CDU) überreichte Blumen und sagte: »Du fehlst mir schon jetzt«. Bürgermeister Michael Ranft (CDU) lobte Hofs umgängliche Art. Die Gemeindevertreter erhoben sich von ihren Sitzen und spendeten Erich Hof stehenden Applaus.

Um den Dorffrieden in Alten-Buseck zu erhalten, zog der Gemeindevorstand den Antrag zurück, die Bauleitplanung »Am Holzpfad« (nordwestlich der Straßenmeisterei) weiter zu verfolgen. Dort gibt es noch einzelne unbebaute Grundstücke und vor allem bis zu 50 Meter tiefe Grundstückszuschnitte. Der Alten-Busecker Ortsbeirat hatte diesen Antrag bereits einstimmig abgelehnt.

Wie Ranft erläuterte, sei die möglicherweise zu massive Nachverdichtung mit denkbaren sechs bis acht Wohneinheiten je Haus erst nach Vorstellung durch den vom Investor beauftragten Planer deutlich geworden. Ein solcher Eingriff »ist für die Leute nicht verständlich«, so der Bürgermeister. Wenn vorhandene einfache Häuser und künftige große Wohneinheiten zusammen träfen, sei das rechtlich und bauoptisch schwierig. Ranft sah Unfrieden im Anzug. »Manche Leute laufen jetzt schon Amok.« Alleine entscheiden könne er den Rückzug nicht. Der Gemeindevorstand müsse kurz beraten - was zu einer Sitzungsunterbrechung führte.

Kai Bolte (FW) bekräftigte, dass nicht nur die Anwohner sauer wären. »Da läuft der ganze Ort Amok«. Glücklich wäre nur der Investor und die Erbengemeinschaft. »Der Dorfcharakter soll erhalten bleiben«. Nebenan in der Gartenstraße sei gerade ein solcher »Klotz« gebaut worden. Baufachmann Immo Zillinger (FW) hatte sich mit den Details beschäftigt, Norbert Weigelt (SPD) meinte zuvor, falls der Gemeindevorstand den Antrag zurück ziehe, »müsste Zillinger sich keine Gedanken machen«. Sein Credo lautete: »Keine Klötze«. Statt große Häuser mit vielen Wohneinheiten lieber viele Einzelhäuser. Unter Ranfts Mitteilungen stach hervor, dass unterdessen noch weitere Betrugsfälle des früheren Mitarbeiters der Gemeindeverwaltung aufgedeckt wurden (»wir mussten das zur Anzeige bringen«), und dass das Parlament am 14. Juli einen Grundsatzbeschluss für die Beteiligung mit zwei Anlagen am gemeinsamen Windpark mit Gießen und Fernwald fassen solle. Die Windräder würden in der Oppenroder Gemarkung stehen. Buseck stelle damit 22 Prozent der Windparkfläche.

Um möglichst viel Mehrwert für die Bürger und Kommunen heraus zu holen, sollten die Beteiligten gegenüber den interessierten Investoren »geschlossen auftreten und hart verhandeln«. Ranft schlug eine Beratung im Oppenroder Ortsbeirat vor sowie eine Bürgerversammlung.

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