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»Ganz so einfach ist es nicht«

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Reiner Kopp übergibt die Unterschriftenliste an Bürgermeister Bernd Wieczorek. Mit dabei Florian Jäger, Fachdienstleiter des Ordnungsamtes Lollar. Foto: Scherer © Scherer

In der Daubringer Straße gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern wegen zu schnellem Fahren. Anwohner der Daubringer Straße fordern nun mit einer Unterschriftenaktion eine 30er-Zone.

Lollar (sle). In der Daubringer Straße gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern wegen zu schnellem Fahren, vor allem auch, wenn die Kraftfahrzeuge einen Teil der Bürgersteige als Straße mit nutzten, und Sicherheitsabstände zu Fahrrädern nicht eingehalten wurden. Nach der Bebauung des Gebietes Lumdaniederungen hat sich diese Problematik noch verschärft.

Bisher hatten alle Beschwerden bei der Stadt aber keinen Erfolg, wie Reiner Kopp erklärte, der sich dieser Thematik angenommen hatte. Als der Verkehrsversuch, eine unechte Fahrradstraße, die Mitte Mai ab der Ostendstraße in Richtung Daubringen/Staufenberg eingerichtet wurde, bei der Fahrräder nicht überholt werden dürfen und für Autos ein Limit von 30 km/h gilt, hatten die Anwohner die Hoffnung, dass der Verkehrsversuch auch auf die ganze Daubringer Straße ausgedehnt würde. Doch diese Hoffnung erwies sich als trügerisch. »Eltern bringen ihre Kinder deshalb weiter lieber mit dem Auto zur Schule, um Gewissheit zu haben, dass sie auch gut ankommen«, sagte Kopp.

Dass Fahrradfahrende auf der unechten Fahrradstraße sicherer fahren als in der innerörtlichen Daubringer Straße, stößt auch bei vielen Anwohnern auf Unverständnis. Aus diesem Grund hatte Kopp eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, um eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h zu erreichen. »Dass innerhalb kurzer Zeit über 70 Personen diese Forderung unterstützt haben, ist ein klarer Auftrag an die Stadt, hier endlich tätig zu werden«, sagte er bei Überreichung der Unterschriftsliste an Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek.

Verkehrslärm ein weiteres Problem

Es ist nicht nur die Gefährdung durch die zu schnell fahrenden Autos, die den Anwohnern Lebensqualität nimmt, auch der Lärm habe stetig zugenommen. »Es gibt Anwohner, die darüber nachdenken, hier wegzuziehen, da man nur in zwei Monaten im Frühjahr, in denen die Kreisstraße aus Naturschutzgründen gesperrt ist, durchschlafen kann. Den Rest des Jahres lässt der Verkehrslärm das oft nicht zu«, berichtete Kopp.

Tempo 30 wäre ein echter Gewinn für die gesamte Straße und für die Lebensqualität der hier wohnenden Menschen, war auch die einhellige Meinung der bei der Unterschriftenübergabe anwesenden Bürger. Allerdings müsse dieses Tempolimit dann auch kontrolliert werden.

Dank sagte Kopp allen Unterstützern. Dann zeigte er ein Schaubild, auf dem dargestellt wurde, dass bei Tempo 30 km/h der Bremsweg 13 Meter beträgt, bei Tempo 50 km/h sind es bereits 28 Meter. Wobei sich jeder selbst ausrechnen kann, dass bei einem Verkehrsunfall die Chancen des Überlebens mit steigendem Tempo immer weiter abnehmen.

Der Bürgermeister dämpfte die Erwartungen auf eine 30er-Zone. »Ganz so einfach ist es nicht«, sagte er. Dass man nur Schilder aufstellt und alles sei dann Ordnung. Gleichwohl werde er den Auftrag über eine 30er-Zone an den Landkreis und die Polizei weitergeben. »Ich entscheide das ja nicht allein«, erklärte er.

Auch er sah, dass sich das Problem weiter verschärfe, wenn, wie jetzt vom Parlament beschlossen, am Ende der Daubringer Straße ein Kindergarten entsteht.

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