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Gemeisterte Hürden und neue Pläne

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Von: Erika Scherer

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Birgitta Oschinski und Markus Klug führen die Mediothek an der Clemens-Brentano-Europa-Schule in Lollar. Foto: Scherer © Scherer

Als Ilona Fuchs im Dezember 2019 in den Ruhestand ging, übernahmen Birgitta Oschinski und Markus Klug die Aufgaben der Mediothek. »Corona war ein großes Thema«, sagte Oschinski.

Lollar . Viele Lollarer erinnern sich sicher, dass es lange Zeit in der Buderusstadt eine städtische Bibliothek gab, die in einem kleinen Raum des Bürgerhauses untergebracht war. Klein wie der Raum waren allerdings auch die Buchbestände, sodass man es als Glücksfall ansehen musste, als sich die Gelegenheit bot, die Bibliothek an die Clemens-Brentano-Europa-Schule (CBES) zu verlagern und als Mediothek weiterzuführen.

Schwieriger Neustart

Viele Lollarer Bürger waren gegen eine Verlagerung, dies ging sogar bis in das Parlament. Schließlich siegte aber doch die Vernunft. Die Verlagerung wurde Wirklichkeit und Ilona Fuchs betreute die Mediothek an der Schule ab 2007. War am Anfang nur Lollar dabei, so folgte bald auch die städtische Bücherei Staufenberg und vereinigte sich ebenfalls mit der Mediothek. Als Ilona Fuchs im Dezember 2019 in den Ruhestand ging, übernahmen Birgitta Oschinski und Markus Klug die Aufgaben der Mediothek. »Corona war ein großes Thema, das uns lange beschäftigt«, sagte Oschinski. Es waren Hygienepläne aufzustellen, außerdem durfte sich nur eine bestimmte Zahl an Lesern gleichzeitig in der Mediothek aufhalten. »Die Öffnungszeiten mussten wir auch anpassen«, erklärte Markus Klug. »Der erste Lockdown hatte uns schwer getroffen, denn wir hatten ja keine Blaupause für so einen Fall«, blickt Oschinski zurück. »Deshalb hatten wir auch einmal ganz geschlossen. Die Zeit wurde aber von uns genutzt, um alles auf Vordermann zu bringen, die Bestände neu zu sichten und alte Bücher auszusortieren. Eben alles zu machen, wofür sonst kaum Zeit bleibt.«

Derzeit gibt es in der Mediothek rund 25 000 Bücher und Medien, davon zahlreiche Hörbücher und Filme, die man ausleihen kann. Auf die Frage, ob sich Corona bei Ausleihen bemerkbar gemacht habe, sagte Oschinski, die Ausleihquoten seien spürbar größer geworden, vor allem bei jungen Familien. Im Augenblick sehe sie dies bei der Online-Verleihung, die es seit 2013 gibt, leider sei die vielen Lesern gar nicht bekannt. Durch Corona sei sie aber enorm gestiegen.

Es ist ja auch sehr bequem, wenn man von zu Hause aus ein Buch im Internet ausleihen und dieses dann als Online-Ausleihe lesen kann. »Man braucht einen internetfähigen Computer dazu«, sagte Klug. »Im Internet dann die Seite ›Onleiheverbund Hessen’ aufrufen, das ist der erste Schritt«, erklärte er. Dann Bibliothek auswählen, und mit dem Leseausweis einloggen. Diesen Leseausweis bekommt man als Leser kostenlos in der Mediothek. Dann braucht man nur noch den Buchtitel einzugeben und fertig ist alles.

Sehr gut wird von der Bevölkerung auch angenommen, dass es in unregelmäßigen Abständen Lesungen bekannter Autoren gibt. »Das ist ein Service, den Frau Fuchs eingeführt hatte und wir bauen ihn noch aus«, ergänzt Oschinski. Dabei werden Autoren aus dem deutschsprachigen Raum bevorzugt. Vor allem Kinder ab dem dritten Lebensjahr sind begeisterte Zuhörer, wenn es kindgerechte Lesungen gibt. Es sind nicht nur CBES-Schüler, die Bücher und Medien ausleihen, auch die Bürger beider Städte Lollar und Staufenberg gehören dazu. Derzeit sind die Corona-Regeln aufgehoben und es herrscht ein ganz normaler Verkehr in der Mediothek.

Für die nähere Zukunft haben beide große Pläne. Derzeit ist es die Digitalisierung, die im Moment an der Reihe ist. »Uns fehlt eine weitere Kraft, um alles schnellstmöglichst umzusetzen«, so Oschinski, aber die finanziellen Mittel fehlen. Die Mediothek wird über die beiden Städte Lollar und Staufenberg finanziert und der Landkreis beteiligt sich ebenfalls. Oschinski würde gerne einen Teil der Bibliothek umwandeln. Ihr schwebt dabei ein kleiner Treffpunkt vor, wo man sich bei einer Tasse Kaffee gemütlich in eine ruhige Leseecke zurückziehen kann.

Eine Kinderecke wurde bereits erstellt und kann sich über mangelnden Besuch nicht beklagen. Da es einen Aufzug im Haus gibt, ist die Mediothek auch für Menschen mit Gehbehinderung leicht zu erreichen. Klug schließt dabei ausdrücklich auch Mütter mit Kinderwagen ein: »Bitte rufen Sie uns einfach an, wenn Sie mit dem Aufzug nach oben kommen wollen, denn der Aufzug benötigt einen Schlüssel um zu funktionieren, damit kein Unfug damit getrieben wird.« Erreichbar ist die Mediothek unter 06406/8300529. Die Öffnungszeiten sind derzeit Montag und Donnerstag von 8 Uhr bis 19 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8 Uhr bis 14 Uhr und jeweils am ersten Samstag eines Monats von 11 Uhr bis 14 Uhr. In den Schulferien bleibt die Mediothek geschlossen.

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