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»Gleisanschluss wie ein Juwel zu sehen«

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Nach Ansicht des Vereins Lumdatalbahn: muss der Fehler »Teilstilllegung« korrigiert werden.

Lollar (red). Das Hessische Wirtschaftsministerium prüft die Wiederinbetriebnahme der unteren Lumdatalbahn von Lollar bis Staufenberg-Mainzlar. Ziel ist die kurzfristige Aufnahme des Güterverkehrs, damit dem Unternehmen RHI Magnesita Deutschland AG der Weiterbetrieb des Hartsteinwerkes in Mainzlar über das Jahresende 2022 hinaus attraktiv gemacht werden kann.

»Wir als Verein Lumdatalbahn begrüßen diesen Schritt und wir sehen uns bestätigt. Denn wir haben stets den Wert der Schiene als Verkehrsinfrastruktur betont. Nicht nur aus heutiger Sicht war es ein Fehler, die Lumdatalbahn nach dem vorläufigen Ende der Gütertransporte zur ›Schamott‹ Ende 2016 auch formal stillzulegen.«

Ohne das Stilllegungsverfahren wäre die Wiederaufnahme des Verkehrs binnen weniger Wochen oder Monate möglich gewesen. Jetzt sei die erneute Erteilung einer Betriebserlaubnis erforderlich - ein förmliches Verfahren, das nicht nur Zeit benötige, sondern auch Anpassungen an der Streckentechnik erfordern dürfte, damit alles den aktuellen Regeln entspricht, heißt es weiter.

»Es war übrigens nicht die Deutsche Bahn AG, die Ende 2016 das Stilllegungsverfahren forciert hat, es waren lokale Akteure«, betont der Vereinsvorstand.

»Unserem positiven Selbstverständnis entsprechend schauen wir allerdings eher nach vorne als zurück und freuen uns auf die Perspektive zum Erhalt zahlreicher Arbeitsplätze in der Region. Dass die Lumdatalbahn dabei eine proaktive Rolle spielen kann, freut uns ganz besonders.« Die Wiederaufnahme des Güterverkehrs bessert voraussichtlich auch nochmals die Nutzen-Kosten-Bilanz des Personenverkehrs, denn je mehr Verkehr auf die Schiene kommt, desto eher lohnen sich Investitionen, ist man sich sicher

»Unser Verein hilft, wo immer es geht, bei der Wiederinbetriebnahme. So sind beispielsweise die nächsten Vegetationsrückschnitte schon in Planung.«

Lumdatalbahn-Vereinsmitglied Karl Wagner aus Rabenau-Allertshausen: »In heutiger Zeit ist ein funktionierender Gleisanschluss wie ein Juwel zu sehen. Der Zeitungsbericht über die mögliche Wiederaufnahme des Güterverkehrs war die beste Meldung seit langer Zeit in Sachen Reaktivierung der Lumdatalbahn. Der RHI-Betriebsratsvorsitzende Michael Schwarz mit seinem Gremium dürfte für das Umdenken bezüglich des Erhalts des Werkes einen großen Anteil haben. Der zuständige Verkehrs- und Wirtschaftsminister darf nun offensiv für die Region Lumdatal Flagge zeigen.«

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