1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Lollar

Hoch die Schippen

Erstellt:

gikrei_0104_dge_Bunte_Sc_4c
Bernd Wieczorek, Anita Schneider, Michael Kramer, Martin Hanika, Christoph Lipp, Roger Schneider und Christian Leins (v.l.) werden beim ersten Spatenstich lautstark von den Schülern angefeuert. © Wisker

Der erste Spatenstich für den Neubau an der »bunten Schule« in Lollar ist erfolgt. Zwei neue Gebäude werden entstehen.

Lollar (dge). Kaum hatten die ersten zum Spaten gegriffen, waren die Schüler nicht mehr zu halten. Sie skandierten lautstark und zeigten so ihre Begeisterung über den ersten Spatenstich für den Neubau an ihrer Schule. »Wir haben ganz laut ›Herr Kramer, Herr Kramer« gerufen«, verrät eine Schülerin.

Doch was ist es, das die Schüler und Schülerinnen samt Kollegium und Schulleiter Michael Kramer vor Freude so aus dem Häuschen bringt? Die »Bunte Schule« bekommt zwei neue Gebäude, schon jetzt kann man die Fläche erahnen, auf denen das erste entstehen soll

Schulleiter Michael Kramer zeigte sich ebenso erfreut wie die Schülerschar, als Landrätin Anita Schneider (SPD), der Erste Beigeordnete und Schuldezernent Christoph Lipp (CDU), Martin Hanika (CDU, Vorsitzender des Kreisschulausschusses), Lollars Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, Roger Schneider (SHB Architekten, Gießen) und Christian Leins (Fachdienst Bauen, Landkreis Gießen) ganz offiziell mit dem ersten Spatenstich den Baubeginn für den ersten Bauabschnitt einläuteten.

10,3 Millionen

Rund 10,3 Millionen Euro investiert der Landkreis in die beiden neuen Gebäude. An Fördermitteln gibt es laut Christoph Lipp bereits Zusagen von Bund und Land über 1,2 Millionen Euro. »Wir investieren in diesem Jahr 38,7 Millionen Euro in Schulen. Für eine gute Bildung braucht es auch gute Räumlichkeiten«, erklärte Lipp. Das sei auch den steigenden Schülerzahlen im Kreis geschuldet.

Das ehemalige Betreuungsgebäude und der Toilettentrakt sind den Baggern schon gewichen. Auf dieser Fläche entsteht das erste Gebäude. Der zweigeschossige Neubau, nach Passivhausstandard, bekommt im Erdgeschoss eine Mensa, einen Musikraum und die zentralen Sanitärräume. Im Obergeschoss werden ein Medienraum, ein Kunst- und Werkraum sowie der Betreuungsbereich und Büroräume entstehen. Weitere Stichpunkt sind eine Fotovoltaikanlage, eine Lüftungsanlage und Barrierefreiheit. Bunte Fenster erhält die »Bunte Schule« ebenfalls, sie sorgen für Licht und eine helle, freundliche Atmosphäre.

»Die ›Bunte Schule‹ ist inhaltlich sehr modern aufgestellt, meistert viele Herausforderungen«, lobte Anita Schneider und hob die erfolgreiche Sozialarbeit an der Grundschule hervor. Schon 2015/2016 habe man viele geflüchtete Kinder aufgenommen und auch jetzt, angesichts des Kriegs in der Ukraine, fänden geflüchtete Kinder hier wieder die Möglichkeit, durch den Schulbesuch zumindest ein bisschen Normalität zu erfahren, betonten sowohl Lipp als Schneider das Engagement der Schule. »Zu all dem fehlten nur noch die baulichen Voraussetzungen, die jetzt geschaffen werden«, so Schneider.

Die alten Schulgemäuer muten historisch an, haben schon so einige Generationen beherbergt. Auch Lollars Bürgermeister drückte hier einst die Schulbank. Modernen Standards, die heute an einer Schule üblich sein sollten, konnten die Räume indes nicht gerecht werden. »Es war klar, dass hier etwas passieren muss«, blickte die Landrätin zurück und dankte auch den Gremien der Stadt Lollar, die die Neubauten durch ihre Beschlüsse mit getragen hatten. Bernd Wieczorek wiederum bedankte sich bei Schulleiter Kramer für dessen »Hartnäckigkeit und Biss«. Er sei »glücklich, dass das jetzt realisiert wird«, freute sich Wieczorek.

»Im Kreistag und auch im Schulausschuss gibt es keinen schöneren Anlass, Geld auszugeben als für die Investition in Bildung«, erklärte Martin Hanika. »Teach the children« - lehre die Kinder - sei ein weises Wort, dem man hier folge.

1000 Quadratmeter

Rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche je Gebäude, 6000 Kubikmeter umbauter Raum, fasste Architekt Roger Schneider die Ausmaße kurz zusammen. Der erste Bauabschnitt soll voraussichtlich im April 2023 fertiggestellt sein.

Ein Jahr später, im April 2024, ist die Fertigstellung des zweiten Baubschnitts anvisiert. Auch das zweite Gebäude wird als Passivhaus in zweigeschossiger Bauweise errichtet werden. Hier finden ein zentraler Mehrzweckraum, fünf offene Klassenzimmer, vier weitere, den Klassen zugeordnete und flexibel nutzbare Klassenräume sowie das Lehrerzimmer ihren Platz. Ebenfalls 2024 soll voraussichtlich die neue Außenanlage dann fertig werden.

Auch interessant