1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Lollar

Klimaneutralität bis 2045 erreichen

Erstellt: Aktualisiert:

Lollar (sle). Der SNUB Lollar heißt jetzt SBUNK - Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen, Umweltschutz, Naturschutz und Klimaschutz.

Jutta Pfaff, SBUNK-Vorsitzende, nahm Stellung zum neuen Namen: »Bei der Aufnahme Klimaschutz in den Ausschuss-Namen ist zu beachten, das wir zwar die Natur und die Umwelt schützen können, nicht jedoch das Klima. Denn Klima ist lediglich ein statistisch ermittelter Zustand der Erdatmosphäre, eine statistische Größe. Eine Klimaerwärmung hat negative Auswirkungen auf uns Menschen, sodass wir eher von Menschenschutz sprechen sollten«.

Stefanie Koch referierte über den Bebauungsplan Kirschgarten, wo die zweite Änderung ansteht. Der Geltungsbereich liegt in der Kernstadt Lollar, südlich an die Lumda angrenzend. Gegenstand der Änderung ist die Umwandlung eines eingeschränkten Gewerbegebietes in ein Mischgebiet. Dies soll im beschleunigten Verfahren durchgeführt werden ohne Umweltprüfung. Grundstückseigentümer im Kirschgarten hatten sich zusammengeschlossen, dies mit dem Wunsch, das vorhandene Gewerbegebiet in ein Mischgebiet umzuwidmen.

Ziel ist dabei eine Nutzung von Gewerbeimmobilien zu Wohnungen. Das Planungsbüro Koch hatte sich mit dem vorhandenen Bebauungsplan befasst, und die zweite Änderung des Bebauungsplanes Kirschgarten zur Beschlussfassung den Gremien der Stadt Lollar vorgelegt. Der Geltungsbereich umfasst acht Flurstücke, die bereits bebaut und erschlossen sind.

Durch den ursprünglichen Bebauungsplan Kirschgarten sowie die erste Änderung des Plans werden die angrenzenden Gebiete im Osten und Süden bereits als Mischgebiet festgesetzt.

Norman Speier (SPD) betonte, dass man sich in der Fraktion darüber ausgetauscht habe. »Mit dem, was wir haben, müssen wir umgehen«, sagte er. Cornelia Maykemper (FDP) wollte auf keinen Fall das Gewerbegebiet aufgeben. Sie erinnerte auch daran, dass Lollar keine Ressourcen mehr habe. Nach längerer Diskussion wurde die zweite Änderung eines Gewerbegebietes in ein Mischgebiet mehrheitlich abgelehnt.

Ein energetisches Leitbild der Stadt Lollar wurde lange diskutiert. Dabei sollte eine Solardachpflicht für das Neubaugebiet »Unterm Grasweg« in Ruttershausen im Bebauungsplan aufgenommen werden. Das energetische Leitbild der Stadt Lollar orientiert sich an den Zielen der Bundesregierung. Bis 2045 will daher auch Lollar klimaneutral werden. Die Diskussion drehte sich darum, ob die Pflicht zum Solardach für neue Baugebiete umgesetzt werden kann. Der Erste Stadtrat Bernd Maroldt stellte fest: »Wir sind noch ganz am Anfang«. Das Leitbild sei ein Grundsatzbeschluss, warb er für die Annahme. Dass Fotovoltaik gefördert werden solle, war unstrittig, und ob man Solarthermie dazu mache, bliebe jedem selbst überlassen.

Der erste Schritt sei nun, das Leitbild zu beschließen. Es sei ein Ziel ohne rechtliche Wirkung, war die Meinung einiger Anwesender. Aus rechtlichen Gründen allein reiche es nicht aus, es unterstütze lediglich die Umsetzung. Mehrheitlich wurde das Leitbild dann beschlossen. Dabei soll eine Solardachpflicht für das Neubaugebiet »Unterm Grasweg« in Ruttershausen im Bebauungsplan berücksichtigt werden. Es wird auch eine Abwägung der sozialen, wirtschaftlichen und umweltrelevanten Aspekte in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro vorgenommen.

Außerdem soll die Abwägung als Begründung in die Bebauungspläne und in die städtebaulichen Verträge aufgenommen werden. Darüber hinaus wird sich der Fachbereich mit der Umsetzung einer klimaneutralen beziehungsweise CO2-emissionsarmen Wärmeversorgung für das Neubaugebiet befassen und entsprechende Vorschläge ausarbeiten.

Einstimmig wurde auch eine Anschlussförderung beschlossen für das Sanierungsmanagement des energetischen Quartierskonzepts.

Auch interessant