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»Leuchtturm« für Literatur

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Finja Lippert, Laura-Marie Wisker; Mariebel Ferreira Vera und Katharina Steiss (v. l.) beeindruckten mit ihren literarischen Lesungen. © Wisker

Die Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar will »Profilschule Kulturelle Bildung« werden.

Lollar (dge). Ein Spiegel, der nur das Äußere, nicht aber das Wesen eines Menschen zeigt, ein Buch, das in andere Welten versetzt, Liebe, die sich in vielen Seiten versteckt, wo jedes Wort eine Umarmung ist oder auch die Zukunft als ein unbeschriebenes Blatt, das jeder von uns füllt, mitgestaltet - mit einer kleinen literarischen Reise hatte das Programm nicht zu viel versprochen. Hatte sich schon bei dem Projekt »Schreibkunst« gezeigt, wie viel Talent sich hinter Schulmauern verbergen kann, so freut man sich nun an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) über einen weiteren Schritt auf der literarischen Reise. Die CBES hat sich für das Zertifikat »Profilschule Kulturelle Bildung« beworben.

Am Freitag fand in der Mediothek der Auftakt statt. Mit großem Bahnhof sozusagen. Schulleiter Andrej Keller begrüßte Thomas Langenfeld (Hessisches Kultusministerium, Referat Kulturelle Bildung), Dr. Erika Schellenberger-Diederich (Büro Kulturelle Bildung Literatur), den Ersten Kreisbeigeordneten Christopher Lipp, Nicole Kohl-Massey (Fachdienst Schule des Landkreis Gießen), Dr. Arne Hogrefe (Staatliches Schulamt) und Sabine Gerbich, Schulelternbeiratsvorsitzende.

Wiebke Meuser und Martin Karczewski, beide Programmkoordinatorin CBES, Birgitta Oschinski und Markus Klug (beide Leiter Mediothek), Thomas Zwerina (Pädagogische Leitung Mediathek CBES) und Marie Luise-Schirra (Aufgabenfeldleiterin I CBES) haben schon das Projekt »Schreibkunst« zum Erfolg geführt. Dies nicht aber alleine - ohne die Kreativität der Schüler und Schülerinnen wäre das nicht möglich gewesen. Vier von ihnen lasen aus ihren Werken und legten damit auch Zeugnis darüber ab, welch hohen Stellenwert man der Literatur an der Schule einräumt. Finja Lippert, Laura-Marie Wisker, Mariebel Ferreira Vera und Katharina Steiss stellten Gedichte und Essays aus eigener Feder vor.

»Wir wollen eine Leuchtturmschule für Literatur in ganz Hessen werden«, so Andrej Keller. Und: Man habe hier die besten Voraussetzungen, dies auch wegen der engagierten Mitarbeiter der Mediothek. Die CBES hat Schüler unterschiedlicher Herkunft. Das sähen laut Keller manche als besondere Herausforderung. Nicht so an der CBES: »Die unterschiedlichen Herkünfte sind ein Schatz, den wir haben.« Diesen »Schatz der Vielfalt« gelte es zu heben, um zu zeigen, dass alle Schüler Teil der »Community« seien. Sowohl die Schreib- als auch die Lesekompetenz will man in allen Bereichen fördern. Literatur soll auch in andere Bereiche einfließen, das Interesse in der Breite geweckt, Talente gefördert werden. Um diesen »Leuchtturm« leuchten zu lassen, brauche es die Unterstützung vieler, so auch des Kultusministeriums und des Schulamts.

Thomas Langenfeld erinnerte an den Sattelschlepper, der vor vielen Jahren tatsächlich Kultur an Schulen gebracht hatte. Aus diesem Projekt »Kulturmobil« sei nun ein ganzes Programm geworden. Die Verbundenheit der Schule mit Literatur an sich sprach Erika Schellenberger-Diederich an. In der Mediothek finde stets der Auftakt zu »Leseland« statt und auch die Peter-Kurzeck-Gesellschaft sei hier aus der Taufe gehoben worden. »Es ist schon ganz viel da.« Insbesondere die Ausstattung der Lollarer Schule mit Finanz- und Sachmitteln in einem nicht unerheblichen Umfang dokumentiere eindringlich die hohe Bedeutung, die das Kultusministerium dem Programm »Profilschule Kulturelle Bildung« beimisst. Die gemeinsame Umsetzung des Konzepts »Atelier Literatur«, das individuelle Begabungsförderung vorsieht, sei dabei ein zentrales Vorhaben, so Schellenberger-Diederich. Der erste Schritt ist mit der Auftaktveranstaltung gemacht. Rund drei Jahre wird es dauern, bis das Zertifikat erlangt ist. Eines braucht es aber noch, wenn es nach Andrej Keller geht. Haus D und C sind marode, ein Neubau steht also auf seiner Wunschliste. Das »Atelier Literatur« - auch räumlich - rundet den Wunschzettel ab.

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