1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Lollar

Lollarer Bahnhof wird teurer

Erstellt:

gikrei_1702_dge_Lollar_B_4c
Nach wie vor laufen die Bauarbeiten am Lollarer Bahnhof. © Scherer

Die Stadt Lollar muss für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofes tiefer in die Tasche greifen.

Lollar (sle). Der Lollarer Bahnhof gleicht im Bereich des Gleises eins in nördlicher Richtung derzeit immer noch einer großen Baustelle. Die Stadt Lollar beteiligt sich am barrierefreien Ausbau mit einer Gesamtsumme von rund 682 000 Euro. Jetzt steht wieder eine Kostenerhöhung - die zweite - an. Die Stadtverordneten stimmten in ihrer jüngsten Sitzung der zweiten Kostenerhöhung in Höhe von 72 000 Euro Brutto auf die Gesamtsumme von 682 149 Euro der Maßnahme für die Modernisierung und dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofes Lollar zu.

Zu den Zahlen: Bereits geleistet hat die Stadt 261 780 Euro, noch benötigt werden 420 369 Euro. Wie die Deutsche Bahn schreibt, gab es eine »Nachreichung der Nachträge der Bauauftragnehmer«, wobei sich eine Erhöhung der Gesamtkosten um etwa 390 000, von 3,713 Millionen auf dann 4,103 Millionen Euro für die Maßnahme abzeichnet. Die Erhöhung entstand durch die Sicherung der Baumaßnahme über eine komplette Bauzeit von März bis Oktober, insgesamt sieben Monate.

Ursprünglich hatte man im Hauptleistungsvertrag nur zwei Wochen angesetzt. Die Verlängerung hat jedoch zu Mehrkosten bei den Sicherungsleistungen von 98 000 Euro geführt. Zu weiteren Mehrkosten kam es im Bereich der Bahnsteigerneuerungen. Hier musste die Herstellung der Entwässerungsleitungen unter den Gleisen eins und zwei sowie für den Verbau an der Rampe Ost auf Anforderung des Anlagenverantwortlichen eine Stopfkolonne vorgehalten werden, um nach Beendigung der Arbeiten sofort einen Stopfgang durchführen zu können.

Des Weiteren wurden für den vertikalen Einbau der Spundwände an der Rampe Ost Lockerungsbohrungen notwendig, da sonst ein Einrammen der Spundwände nicht möglich gewesen wäre. Gleiches gilt für die Unterkreuzung der Gleise eins und zwei für die Entwässerung. Hier wurden die Arbeiten durch Bohrhindernisse in größerem Umfang erschwert, was zu entsprechenden Mehrkosten von rund 11 000 Euro führte. Nachdem die Fundamente des Wetterschutzhauses am Bahnsteig zwei freigelegt waren, stellte man diverse Korrosionsschäden fest, sodass das ganze Wetterschutzhaus erneuert werden musste. Dadurch entstanden Mehrkosten von rund 30 000 Euro. Alle Beleuchtungsmasten und andere Stahlteile mussten an eine Sammelerde angeschlossen werden, wozu der Einbau zusätzlicher Leerrohre nötig wurde, und aufwendige Kernbohrungen durchgeführt werden mussten. Außerdem war es nötig, den Bahnsteig zu öffnen und nach der Kernbohrung wieder zu schließen. Die ganze Maßnahme schlug mit 41 000 Euro Mehrkosten zu Buche.

Im ersten Bauabschnitt wurde eine neue Personenunterführung von Bahnsteig eins zu Bahnsteig zwei inklusive der Treppenanalage hergestellt. Dadurch hat sich das Gleis im Bereich der Personenunterführung auf einer Strecke von 30 Metern leicht gehoben. Aufgrund der vorhandenen Gleisgeometrie musste über die Bahnsteiggrenzen hinaus das Gleis abgesenkt werden, was ebenfalls Mehrkosten von 198 000 Euro verursachte. Insgesamt werden in Lollar nach den bereits geleisteten Zahlungen von 261 780 Euro noch 420 369 Euro benötigt.

An städtischen Mitteln stehen für diese Maßnahme noch 350 291,20 Euro zur Verfügung, sodass noch 70 077,80 Euro fehlen. Diese werden nun aus dem Haushalt 2021 in den Haushalt 2022 übertragen.

Auch interessant