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Mehr Geld für Jugendarbeit

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Im Eingangsgebäude zum Waldschwimmbad ist noch Platz für einen Jugendraum. Foto: Heller © Heller

Für die Kernstadt Lollar soll ein Jugendraum im Freibad-Eingangsgebäude entstehen.

Lollar (voh). Die Jugendarbeit in der Stadt Lollar nimmt gerade einen neuen Aufschwung. Jugendpfleger Martin Eichler, die Koordinatorin für Gemeinwesenarbeit, Sarah Arendt, und der pädagogische Mitarbeiter Marcel Berlin berichteten im Sozialausschuss gut zwei Stunden lang ausführlich über den Sachstand.

Das Gebäude in der Schur diente ursprünglich als reines Jugendzentrum, dann erweiterte sich das Angebot zum Jugend- und Beratungszentrum und bei steigendem Anspruch ist mittlerweile das Familienzentrum daraus geworden. Zwar wurde das Gebäude renoviert aber von seiner Größe her unverändert gelassen, sodass nicht mehr für jede einzelne Aktivität ein Raum beansprucht werden kann.

Noch Platz im Kassenhäuschen

Die Suche nach einem Jugendraum, der dann ausschließlich diesem Verwendungszweck dient, hatte bisher kein Ergebnis gebracht. Arendt teilte mit, Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek sei jetzt am Waldschwimmbad fündig geworden. Das Untergeschoss im Eingangsgebäude (Kassenhäuschen) biete einen Hauptraum, dazu Abstellraum und Toiletten. Die Jugendlichen, es handelt sich um eine Gruppe von bis zu 30 Personen im Alter von 17 bis 22 Jahren, sollen in Eigenregie notwendige Renovierungsarbeiten leisten. Sie werden dafür finanziell ausgestattet und, so der Plan, sind angehalten selbst mit einem vorhandenen Budget auszukommen. Nutzungsregeln wären ebenfalls noch durch die Gruppe aufzustellen.

Viel Engagement in Salzböden

Eichler informierte in Salzböden sei man schon einen Schritt weiter. Dort habe sich eine Gruppe von bis zu zehn Jugendlichen im Altern von elf bis 16 Jahren gefunden und Interesse am zwischenzeitlich eingemotteten Jugendraum im Dorfgemeinschaftshaus bekundet. Mittlerweile seien er und die Gruppe schon im Baumarkt gewesen, hätten Wandfarbe ausgesucht und auch begonnen, den Fußboden neu zu verlegen. Ähnlich wie beim Jugendraum in Lollar gelte, »Jugendliche sollen die Fertigkeiten selbst erlernen«, so Eichler. Die Praxisphase für Lollar steht nun bevor. Ein Workshop soll sie einleiten.

Doppelcontainer als Jugendraum

Optionen für die Zukunft gibt es ebenso. Arendt brachte einen zusätzlichen Container als Begegnungsraum ins Gespräch. Sinnvoll sei allerdings nur ein Doppelcontainer mit 40 Quadratmeter Grundfläche und Platz für Küchenzeile und Sanitärbereich. Die Kosten dafür seien fünfstellig. Gefördert werde leider nur die Innenausstattung. Die geeignete Aufstellungsfläche fehle noch. Wiederum könnte das Gelände Waldschwimmbad in Frage kommen. Hinter dem Basketballplatz wäre eine freie Fläche, diese aber für den Doppelcontainer etwas zu knapp bemessen. Zu gegebener Zeit könne man das Thema weiter verfolgen.

Angebot eines Parkour-Trainers

Marcel Berlin, bisher mit zehn Wochenstunden am Familienzentrum beschäftigt, will buchstäblich Bewegung in die Jugendlichen bringen. Er hat eine Ausbildung zum Trainer C-Parkour, denkt etwa an einen Parcourpark, offene Nachtsportangebote (21 Uhr bis Mitternacht). Jugendliche sollten Übungsleiterscheine machen und Multiplikatoren werden. Eine Medienwerkstatt einzurichten sei ebenfalls zielführend.

Der Ausschuss sollte nun entscheiden, ob das zu erweiternde Angebot für die Jugendarbeit durch finanzielle Aufstockung um einen Stundenanteil von 75 Prozent Vollzeit getragen werden könne. Somit wären knapp 153 000 Euro im Haushalt 2023 einzustellen (bisher 83 900 Euro). Die Vorträge hatten gewirkt. Es gab fünf Jastimmen und zwei Gegenstimmen.

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