1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Lollar

»Sturm« aufs Rathaus in Lollar beginnt

Erstellt:

gikrei_0801_dge_moegliche_4c_1
Noch ist nicht klar, wer die Nachfolge von Bernd Wieczorek antreten und für das Amt des Bürgermeisters in Lollar kandidieren will. Wiezcorek selbst tritt nach 18 Jahren als Rathauschef nicht mehr an. Archivfoto: Wisker © Debra Wisker

Wer Nachfolger von Lollars Bürgermeister Bernd Wieczorek wird, ist noch unklar. Die Parteien führen derzeit Gespräche

Lollar . Noch darf man raten, vermuten, möglicherweise gar Wahrscheinlichkeitsrechnungen anstellen. Noch ist nicht klar, wer in die Fußstapfen von Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek treten wird, doch sind die Parteien in Lollar schon eifrig am Sondieren, führen Gespräche mit möglichen Bewerbern und Bewerberinnen.

Klar ist, dass Wieczorek - seit 18 Jahren im Amt - nicht mehr antreten wird. Seine dritte Amtszeit wird auch die letzte sein, hatte der Bürgermeister bereits angekündigt. Am 31. Dezember scheidet Wieczorek aus. Ebenso klar ist, dass die Lollarer voraussichtlich am 18. September zum Urnengang aufgerufen sind. Den genauen Termin wird die Stadtverordnetenversammlung noch festlegen.

Unabhängige

Wer ab 2023 auf dem Chefsessel im Lollarer Rathaus sitzen wird, ist im Moment noch völlig offen. Weder dringen derzeit Namen an die Öffentlichkeit, noch sind finale Entscheidungen gefallen. Doch so viel verriet Norman Speier (SPD) und machte damit Spekulationen um seine Person ein Ende: »Nein, ich werde keinesfalls antreten.« Es gebe vier Personen, die Interesse angemeldet hätten. Alle vier seien Unabhängige, zwei kämen aus Lollar selbst, zwei von außerhalb. »Es gibt also mehrere Optionen. Wir sind im Auswahlverfahren.« Man wolle gemeinsam mit dem Koalitionspartner, den Grünen, einen Kandidaten aufstellen. Noch in diesem Monat würden Gespräche geführt. Falls sich jemand aus den Reihen der Lollarer SPD noch bewerben wolle, habe man sich den 15. Januar quasi als internen Stichtag gesetzt. Bis Ostern soll die Entscheidung feststehen und der Kandidat oder die Kandidatin, auf die man sich geeinigt habe, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Werden die Lollarer es mit bekannten Gesichtern zu tun bekommen? Hier hielt sich Speier bedeckt, ließ aber durchblicken, dass die beiden Personen, die aus der Stadt kommen, hier auch nicht unbedingt zu den unbekannten Gesichtern zählten. Und, nein, beide seien kommunalpolitisch noch nicht in Erscheinung getreten. Die Bewerber oder Bewerberinnen, die von außerhalb kommen, könne man den Sozialdemokraten zuordnen. Eine Person gehöre der Partei an, eine stehe ihr nahe. »Wir hören uns von allen ihre Ideen und Vorstellungen an und schauen dann, wen wir unterstützen«, so Norman Speier.

Gerhard Born (Grüne) bestätigte, dass man gemeinsam mit dem Koalitionspartner einen Kandidaten, eine Kandidatin aufstellen wolle. Doch so etwas wie einen Koalitionszwang gebe es nicht. Sähen sich die Grünen thematisch nicht vertreten, stehe es ihnen offen, »uns da auszuklinken«. Ein eigener Kandidat, eine eigene Kandidatin sei allerdings nicht in Sicht, gab Born zu. »Das ist unrealistisch. Da ist zur Zeit leider, leider niemand.« Es bleibt also spannend.

Eigener Kandidat

Auch bei den Christdemokraten laufen die ersten Gespräche. Doch anders als die SPD wird die CDU jemand aus den eigenen Reihen ins Rennen schicken. Dr. Jens-Christian Kraft, Vorsitzender des Stadtverbands, zog jedoch möglichen Mutmaßungen den Zahn. »Nein, ich kandidiere nicht. Ich fühle mich in meinem Job in der Privatwirtschaft sehr wohl. Die Kommunalpolitik bleibt Hobby.« Im Findungsprozess sei man schon relativ weit, es gebe Personalien, über die man konkret rede. Weiter wollte Kraft nicht gehen, hielt sich lieber bedeckt. Auch war nicht zu erfahren, wie viele Personen Interesse am Amt des Bürgermeisters bekundet hatten. Nur eines ließ er verlauten: »Für Lollar wird es der beste Kandidat, die beste Kandidatin.« Immerhin: Noch im ersten Quartal soll das Geheimnis gelüftet und der CDU-Kandidat, die CDU-Kandidatin vorgestellt werden.

Cornelia Maykemper (FDP) wollte nicht in die Glaskugel schauen. Die Freien Demokraten werden keinen Kandidaten aufstellen, das stehe auf jeden Fall fest. Da bisher auch noch niemand an die FDP herangetreten sei und man über den derzeitigen Sachstand nicht informiert sei, wolle man abwarten, wer ins Rennen gehe und dann entscheiden, ob man einen Kandidaten, eine Kandidatin unterstützen werde. »Wir warten ab, ob jemand Unterstützung von uns haben will, dann sehen wir weiter«, erklärte Maykemper.

Wie es im Moment aussieht, werden sich die Lollarer Wähler wohl noch eine Weile in Geduld fassen müssen, bevor das wohlgehütete Geheimnis um die Kandidaten gelüftet werden wird.

Auch interessant