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Tolles Material für den Unterricht

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Von: Erika Scherer

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60 Bücher über »25 Jahre hessischer Friedenspreis« erhielt Schulleiter Keller von der CBES jetzt von Karl Starzacher, die dieser für die Albert-Osswald-Stiftung übergab. Foto: Scherer © Scherer

Karl Starzacher überreichte er in der Clemens-Brentano-Europa-Schule (CBES) an Direktor Andrej Keller eine Festschrift von Bruno Schoch zum 25. Jubiläum des Hessischen Friedenspreises.

Lollar (sle). Karl Starzacher, ein politisches Urgestein, war 25 Jahre in der Politik, ehe er 1999 in die Privatwirtschaft wechselte. Auch in seiner aktiven Zeit hatte er sich viel mit Themen wie Gewaltfreiheit und Verhinderung militärischer Konflikte beschäftigt. Jetzt überreichte er in der Clemens-Brentano-Europa-Schule (CBES) an Direktor Andrej Keller eine Festschrift von Bruno Schoch zum 25. Jubiläum des Hessischen Friedenspreises.

Dabei übergab er insgesamt 60 Exemplare der in Buchform gestalteten Festschrift für den Unterrichtsgebrauch. Dann informierte Starzacher, dass Albert Osswald, der von 1969-1976 Hessischer Ministerpräsident war, beschloss, 1993 aus den Erträgen einer gemeinnützigen Stiftung, die er bei seinem Amtsantritt aus seinem Privatvermögen gegründet hatte, einen Friedenspreis zu stiften. Mit 25 000 Euro dotiert wird dieser Hessische Friedenspreis seither alljährlich zumeist im Hessischen Landtag überreicht.

Bruno Schoch stellt nun in dem Buch zum 100. Geburtstag des Stifters den Preis vor und würdigt das Schaffen Albert Osswalds. Zuletzt wurde der Hessische Friedenspreis an den äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed verliehen. Kurz darauf erhielt er den Friedensnobelpreis. 2013 ging der hessische Friedenspreis erstmals in seiner Geschichte nicht an eine Persönlichkeit, sondern an zwei: Den Imam Dr. Muhammad Ashafa und den christlichen Pastor Dr. James Wuye aus Nigeria. 20 Jahre lang hatten sich die beiden Geistlichen in erbitterter Feindschaft gegenüber gestanden. Beide agierten als Anführer fanatischer religiöser Minderheiten, die im Namen der Religion Krieg gegeneinander führten.

Nigeria ist das bei weitem bevölkerungsreichste Land Afrikas mit 200 Millionen Einwohnern. Seit der Unabhängigkeit 1960 kommt es immer wieder zu ethnischen und konfessionellen Auseinandersetzungen. Die Einwohner sind zur Hälfte jeweils Muslime und Christen. In den nördlichen Bezirken wurde die Scharia eingeführt. Auch die Geschichte der beiden Preisträger begann mit Hass und Gewalt. Nahe Freunde kamen dabei ums Leben, James Wuye verlor im Kampf eine Hand.

Es kam bei Ashafa und Wuye dann zu einem Prozess der Annäherung, der zur Versöhnung und sogar zur Freundschaft der beiden führte. Sie verstehen sich heute als Brückenbauer zwischen den Konfliktparteien und als Friedenskämpfer in einer instabilen Region Nigerias.

Das Buch zeigt die vielfältigen Anstrengungen, um Krieg, Gewalt und Unterdrückungen weltweit zurückzudrängen. Es bleibt Verpflichtung und Ansporn zugleich, denn es lässt sich noch weit mehr tun. Bouffier schreibt in seinem Grußwort: »Der Wunsch nach Frieden ist ein Grundzug, der sich durch die Kulturgeschichte der Menschheit hindurchzieht.« Boris Rhein, der derzeitige Hessische Ministerpräsident, bescheinigte Osswald »ein von jeher modernes bürgerschaftliches Demokratieverständnis«.

In dem Buch kommen alle Politiker zu Wort, die die Bundesrepublik und besonders Hessen seit Ende des Zweiten Weltkrieges geprägt haben. Keller bedankte sich bei Starzacher für die Bücher, die den Unterricht in besonderer Weise prägen werden.

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