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Über 60 000 Euro an Betrüger verloren

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Lollar (red). Ein Mann aus Lollar ist Opfer von falschen Polizeibeamten geworden. Er übergab am Mittwoch, 16. März, laut Pressemitteilung der Polizei über 60 000 Euro an eine junge Frau.

Die Polizei berichtet von diversen Anrufen in der Region. Es riefen eine angebliche Polizeibeamtin und ein angeblicher Staatsanwalt an. Man informierte darüber, dass der Sohn/die Tochter/der Enkel oder die Enkelin grob fahrlässig einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht haben. Wegen der fahrlässigen Tötung drohe Untersuchungshaft, die nur durch eine Kaution abwendbar sei. Die Betrüger am Telefon ließen sich, was die Höhe der Kaution betrifft, sogar »herunterhandeln«.

In Lollar ging der Anruf bei einem älteren Ehepaar ein und bezog sich auf die Enkelin. Da der Vater der jungen Frau zufällig da war, übernahm er das Gespräch. Er holte die geforderte Summe von der Bank und folgte den vereinbarten Übergabemodalitäten. Die Betrüger wiesen den Mann an, nach Marburg in die Ziegelstraße zu kommen, weil eine direkte Einzahlung in der Gerichtskasse aus pandemischen Gründen derzeit nicht möglich sei. Eine Mitarbeitern der Gerichtskasse würde den Betrag übernehmen.

Die Frau, die das Geld bekam, war circa 25 Jahre alt, zwischen 1,60 und 1,65 Meter groß und von südländischer Erscheinung. Sie hatte braune Augen, eine schlanke, sportliche Figur und schwarze, wahrscheinlich längere Haare mit einer auffälligen Frisur. Die Haare trug sie mit Mittelscheitel und beidseitig geflochtenen Zöpfen. Gekleidet war sie ganz in Schwarz mit Stoffhose und Blouson. Die Kripo bittet um Mithilfe. Wer war zur Übergabezeit am Mittwoch, 16. März, zwischen 15.15 und 15.30 Uhr in der Ziegelstraße? Wem ist die Frau aufgefallen? Wer kann sagen, wohin die Frau ging oder ob sie ein Fahrzeug benutzte? Hinweise erbittet die Kriminalpolizei in Marburg unter 06421/406-0.

Das Vorgehen zeigt einmal mehr das perfide, rücksichtslose Vorgehen, die Geschicklichkeit und Gewandtheit der Betrüger und deren Organisation. Nach den Erfahrungen der Polizei ist es wahrscheinlich, dass die Betrüger nach einer erfolgreichen Tat in der Region bleiben.

»Der beste Schutz davor, Opfer dieser Betrüger zu werden, ist es, sofort das Gespräch zu beenden, wenn es am Telefon um Geld geht. Legen Sie auf und informieren Sie sich anschließend selbst darüber, ob an der gehörten Geschichte überhaupt etwas dran ist. Die Polizei ruft niemals an, um über Unglücksfälle zu informieren, um über Festnahmen zu berichten oder um auf eventuell bevorstehende Straftaten oder aktuelle Ermittlungsverfahren hinzuweisen. Die Polizei kommt nie vorbei, um irgendwelches Vermögen mit welchem Ziel auch immer abzuholen und die Polizei erfragt am Telefon keine persönlichen Daten«, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Hinweise und Tipps zu den Vorgehensweisen und zum Schutz vor Betrügern am Telefon gibt es im Internet unter www.polizei-beratung.de oder unter www.polizei.hessen.de/Prävention.

Die Polizei bittet, Freunde und Verwandte, aber vor allem ältere Menschen vor den Maschen der Betrüger zu warnen.

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