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Viele Änderungen

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Lollar (sle). Die Stellungnahme der Stadt Lollar zum Regionalplan war der einzige Tagesordnungspunkt der jüngsten Parlamentssitzung. Im Detail wurden verschiedene Änderungen beraten. Die Stellungnahme ist dann am Dienstag, 29. März, erneut Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Naturschutz, Umwelt und Bauen.

Heidelore Alt (Grüne) wies zu Beginn darauf hin, dass sich laut einer Prognose die Bevölkerung Mittelhessens bis 2035 um 17 000 Einwohner verringern werde. Da damit eine Verringerung der Haushaltsgröße einhergehe, werde es einen höheren Bedarf an kleineren und altengerechten Wohnungen geben und nicht an großflächigen Baugebieten für Einfamilienhäuser. Deshalb sei es nicht zu rechtfertigen, große Flächen für Siedlungszwecke auszuweisen. Die Grünen forderten, die 9,8 Hektar große Fläche im Norden Lollars ersatzlos zu streichen. Diese würden von einem Bio-Legehennen-Betrieb bewirtschaftet, der für seine Hennen den Auslauf benötige, da er sonst das Bio- Siegel verliere.

Weiter fordern die Grünen, die mit 26,2 Hektar ausgewiesene Vorrangfläche Siedlung in Ruttershausen auf drei Hektar zu verkleinern. Der Rest soll ersatzlos gestrichen werden. Dem folgte das Parlament mehrheitlich. Dazu erklärte Alt, dass die Grünen nur in einem Gebiet begrenzt von der Wißmarer Straße, dem Rosen- und Grasweg und dem Graben parallel zum Rosenweg vor allem für junge Familien und generationsgerechtes Wohnen eine Fläche zur Verfügung stellen wollten. Ein Prognose für Lollar geht bis 2040 von 200 neu benötigten Wohnungen aus. »Es ist auch gegenüber nachfolgenden Generationen nicht zu verantworten, dass wir nach und nach wertvolles Ackerland und schützenswerte Gebiete versiegeln. Wenn schon gebaut wird, sollte man in die Höhe gehen«, sagte sie.

Für die CDU forderte Fraktionsvorsitzender Dr. Jens-Christian Kraft, dass in Salzböden ein Vorranggebiet »Siedlung Planung« in der Gemarkung Hainstadt ausgewiesen werden sollte. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen. In Ruttershausen sollen drei der Vorranggebiete Planung entfernt werden, zwei andere eine Ausrichtung zum Verlauf der Straße bekommen. In Lollar soll das Vorranggebiet für Gewerbe gegenüber dem Kirchberg herausgenommen werden. Auch das wurde so beschlossen.

CDU-Antrag zu Forstgebieten abgelehnt

Die CDU will zwei im Regionalplan ausgewiesene Forstgebiete in Salzböden und Odenhausen streichen. »Es sind ökologisch und landwirtschaftlich sehr gute Bereiche, die nicht aufgeforstet werden sollten,«, erklärte Kraft. Vielleicht wären sie später als Ausgleichsflächen zu nutzen. Das Parlament lehnte den CDU-Antrag ab.

Auch die CDU will das Gebiet in Ruttershausen auf drei Hektar reduzieren. Dies bedeute eine beidseitige Bebauung des vorhandenen Rosenweges. Das Parlament stimmte zu. Dies galt auch für den Antrag, in Odenhausen das Vorranggebiet »Siedlung Planung«. Diese Flächen waren nicht Teil der Machbarkeitsstudie und Teil der Diskussion. Außerdem sollen in Odenhausen das »Vorranggebiet Industrie und Gewerbe Planung«, die Flurstücke »In der Au«, »Auf dem Storch«, »In den Strochwiesen« und »In den Kennelswiesen« entfernt werden.

Für die SPD beantragte Norman Speier, drei der im Regionalplanentwurf ausgewiesenen Siedlungsflächen in Ruttershausen und Odenhausenzu streichen, zwei andere sollen eine Ausrichtung zur Straße bekommen. Dies wurde mehrheitlich abgelehnt. Gebilligt wurde der Antrag, in Odenhausen verschiedene Grundstücke zu streichen.

Nachdem die Abstimmung beendet war, wollte Cornelia Maykemper (FDP) die Enthaltung ihrer Fraktion begründen. Stadtverordnetenvorsteher Horst Klinkel entzog ihr aber das Wort, da der Tagesordnungspunkt abgeschlossen war. Auf Nachfrage erklärte sie, dass es ja nicht um eine sofortige Bebauung gehe. Wenn man diese aus dem Regionalplan förmlich herausschneide, werde es in den nächsten zehn bis 20 Jahren keinerlei Möglichkeit mehr geben, in Lollar weitere Baugebiete zu entwickeln, die fußläufig von der Kernstadt zu erreichen sind.

Zu Beginn der Sitzung hatte Klinkel den militärischen Angriff auf die Ukraine scharf verurteilt. »Unsere Gedanken sind bei den Menschen und wir stehen solidarisch an ihrer Seite. Bitte beendet diesen Krieg.« Die Stadtverordneten und legten anschließend eine Gedenkminute ein. Klinkel teilte abschließend mit, dass für die Flüchtlinge in der »Bunten Halle« haltbare Lebensmittel abgegeben werden können.

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