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Vollwertiger Waldkindergarten in der Diskussion

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Von: Erika Scherer

Lollar (sle). Jannis Gigler (CDU) beantragte die Aufnahme eines weiteren Tagesordnungspunktes bei der Sitzung des Ortsbeirates Salzböden: Die Errichtung eines Waldkindergartens in Salzböden. Diesem Antrag wurde einstimmig stattgegeben.

Dann rief Ortsvorsteher Harald Pusch noch nicht erledigte Punkte auf. Da war zum einen der Dirtpark, ein lange gehegter Wunsch der Jugendlichen. Die Auskunft des Bauamtes war nun, dass die ins Auge gefasste Fläche außerhalb des Baugebietes liegt, und eine Sportanlage im Außenbereich nicht zulässig sei. Für die geplante Anlage wäre die Erstellung eines Bebauungsplanes notwendig. Erst nach in Kraft treten eines Bebauungsplanes könne ein Bauantrag gestellt werden, erklärte Pusch die Auskunft des Bauamtes. Er sagte auch, dass als nächster Schritt ein Planungsbüro mit der Erstellung eines Bebauungsplanes zu beauftragen sei und die dafür nötigen Mittel dann im Haushalt 2023 einzustellen wären. Die Ausschussmitglieder nahmen das zur Kenntnis. Dann ging es darum, ob Feldwege umgepflügt werden dürfen. Das Thema hatte in einer vorangegangenen Sitzung für eine längere Diskussion gesorgt.

Dabei kam die Information auf, dass Arne Bodenbender angeblich darüber einen Vertrag mit der Stadt hat. Bei der Verwaltung war aber über einen derartigen Vertrag nichts bekannt. Jetzt präsentierte Bodenbender einen Landpachtvertrag aus dem Jahr 2015 über die Anpachtung eines oder mehrerer Grundstücke zur landwirtschaftlichen Nutzung. Der Magistrat hatte ebenfalls zugestimmt. Da die Verwaltung hierzu keinerlei Unterlagen hat, wollte Bodenbender noch nach weiteren Unterlagen suchen, erklärte Pusch.

Bereits vor einem Jahr hatte sich der Ortsbeirat mit dem Gelände der alten Gärtnerei befasst und den Magistrat gebeten zu prüfen, ob dort eine Bebauung möglich sei, und wenn ja , in welcher Weise. Bis heute hat sich in dieser Sache nichts getan. Pusch erklärte: »Wir wollen wissen, was mit dem Grundstück passiert und wie es weiter geht«.

Zur 1250-Jahrfeier gibt es inzwischen eine Arbeitsgemeinschaft, die Vorschläge erarbeitet, wie man die Feier ausrichten könnte. Der Ortsbeirat hat ein Logo für dieses Ereignis ins Spiel gebracht, mit einem Wettbewerb, wie es aussehen soll. Ab dem 1. Dezember wird es veröffentlicht und dann kann abgestimmt werden, welche Art von Logo das Rennen macht. Am Nikolausmarkt ist ebenfalls Gelegenheit, das Logo anzusehen und abzustimmen.

Eltern befragen

Dann erteilte Pusch Jannis Gigler das Wort, der den Antrag auf Errichtung eines Waldkindergartens in Salzböden begründete. Dabei geht es explizit nicht darum, den Beschluss der Stadtverordneten in Frage zu stellen, die einen Waldkindergarten an den Odenhäuser Kindergarten anschließen wollen. Vielmehr soll eine mögliche Einrichtung in Salzböden mit einem geeigneten Standort geprüft werden, und eine Befragung der Eltern in Salzböden erfolgen. Der ebenfalls anwesende Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek bestätigte in der folgenden Diskussion, dass der Standort in Salzböden bestens geeignet sei. Rüdiger Pohl sprach sich ebenfalls vorbehaltlos für einen Waldkindergarten aus, da es in Salzböden überhaupt keinen Kindergarten gibt. In Odenhausen hatte man ursprünglich als Standort eines Waldkindergartens den »Platz des Liedes« ausgesucht, der aber als wenig geeignet wieder verworfen wurde. Pusch sagte, dass die Fläche in Odenhausen durch Vertreter des Landkreises begangen worden sei. Stadtverordnete Heidi Alt (Grüne) erklärte, dass ihres Wissens nach mehrere Plätze in Odenhausen geprüft worden seien. Gleichzeitig äußerte sie Bedenken, dass genügend Kinder kommen würden, wenn nur in Salzböden ein Waldkindergarten entstünde, und die Kinder von Odenhausen nach Salzböden kommen müssten. Das Ganze sollte nochmals in die Stadtverordnetenversammlung gehen mit dem Beschluss aus Salzböden: »Der Ortsbeirat spricht sich dafür aus, die Errichtung eines vollwertigen Waldkindergartens in der Gemarkung Salzböden Nähe Grillhütte zu prüfen. Dies umfasst unter anderem die Befragung der Eltern bezüglich deren Interesse an einem solchen Vorhaben«. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Dann kam die Frage auf, wie der Stand der Brückensanierung sei. Dazu sagte Pusch, dass der Förderantrag gestellt wurde. Am Ende der Sitzung verabschiedete Pusch Bürgermeister Bernd Wieczorek, der am 31. Dezember seinen letzten Arbeitstag in Lollar hat, und wünschte ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft. Dem Nachfolger im Amt, Jan-Erik Dort, wünschte er eine glückliche Hand bei allen Entscheidungen zum Wohle der Bürger und der Stadt.

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