Zahlreiche Wohnungen energetisch saniert

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Lollar (sle). Axel Löwenstein, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Lollar und Lumdatal, gab während der Mitgliederversammlung im Lollarer Bürgerhaus den Geschäftsbericht, in dem er von nachhaltigem Handeln im Bereich der energetischen Gebäudesanierung sprach, um die Energieverbräuche zu reduzieren.

So wurden in Allendorf/Lumda kurzfristig zusätzlich drei Heizkessel in den Gebäuden Lindengasse 13, Staufenberger Weg 4 und 4a sowie in Lollar in der Gießener Straße 52 durch neue energieeinsparende Heizkessel getauscht. Zusätzlich eine Dachbodendämmung in der Friedrich-Ebert- Straße 47-49 angebracht und das derzeit in der Sanierung befindliche Gebäude in der Bergstraße 16 in Lollar mit einer PV-Anlage ausgestattet. Diese Zusatzmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 170 000 Euro sollen mithelfen, die drohende Energiekrise in diesem Winter zu bewältigen, sagte der Geschäftsführer.

Wo es technisch machbar war, wurde ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlagen durchgeführt. Außerdem wurde die Raumtemperatur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr etwas abgesenkt. Bei dieser Gelegenheit rief er dazu auf, auf Kipplüftung zu verzichten und stattdessen das Fenster mehrmals täglich weit zum Stoßlüften zu öffnen, da es bei der Kipplüftung keinen Luftaustausch gibt, sondern die Wohnung lediglich auskühlt und Schimmel droht. Zur Einsparung von Gas sagte er, dass die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad Celsius sechs Prozent der Heizenergie einsparen kann. Dabei schränkte er aber ein, dass die Temperatur in keinem Raum weniger als 16 Grad betragen sollte, um Auskühlen zu verhindern.

Dann leitete er über zu begonnenen Sanierungen. 2022 wurde dabei in der Bergstraße 16 mit einem Haus aus dem Jahr 1959 mit zwölf Wohnungen gestartet. Im Rahmen einer grundlegenden Sanierung wird das Gebäude aufgestockt und es gibt noch vier kleine Sozialwohnungen. Nach Fertigstellung verfügt das Haus über 16 preiswerte Zwei-Zimmer-Bad-Wohnungen, welche ebenerdig zu erreichen sind. Es werden auch neue Balkone angebaut und das Haus erhält einen Aufzug. Fertigstellung soll im Herbst 2023 sein, vorher schon wird es an die Nahwärmeversorgung der Stadtwerke Gießen angeschlossen.

Nach einem Wasserrohrbruch musste die Hauskanalleitung in der Lindengasse in Allendorf/Lumda erneuert werden und eine Reparatur in Lollar in der Bleichstraße am Aufzug erfolgen.

Kostenintensive Maßnahmen

Nach Wohnungswechseln wurden zahlreiche Wohnungen saniert, dazu zählte der Einbau von modernen Bädern und Bodenbelägen, es wurden Elektroleitungen und Türen ausgetauscht. Grundsanierte Wohnungen wurden regelmäßig im Mietpreis auf ortsübliches Niveau angehoben. Die Mietpreise bewegen sich dabei zwischen 4,50 Euro/Quadratmeter für Sozialwohnungen, und sieben Euro pro Quadratmeter für komplett renovierte Wohnungen. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Jahresüberschuss von 206 891,86 Euro ab und die Eigenkapitalquote liegt bei 39,73 Prozent, berichtete Löwnstein. Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in der Hausbewirtschaftung von 1 986 821,21 Euro erzielt.

Dann gab er das Mikrofon weiter an den Aufsichtsratsvorsitzenden, den Lollarer Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, der erklärte, dass sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021 laufend über die Entwicklung der Genossenschaft informiert habe, und Beschlüsse und Arbeitsvergaben in gemeinsamen Sitzungen mit dem Vorstand gefasst wurden. Vom Prüfungsausschuss wurden die Unterlagen und der Jahresabschluss 2021 überprüft, wobei sich keine Beanstandungen ergaben. Der Aufsichtsrat billigt auch den Jahresabschluss und den Geschäftsbericht und schließt sich dem Vorschlag des Vorstandes an. Danach soll es vom Jahresüberschuss 2021 in Höhe von 206 891,86 eine Ausschüttung einer Bardividende in Höhe von vier Prozent, das sind 17 177,20 Euro, geben, in die Bauerneuerungsrücklage werden 169 025,47 Euro eingestellt, in die gesetzliche Rücklage fließen 20 689,19 Euro.

Dr. Bernd Wieczorek und Rudi Steiss scheiden turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat aus. Da die Satzung eine Altersbeschränkung vorsieht, konnte Rudi Steiss nicht wiedergewählt werden, für ihn wurde Holger Wolfram einstimmig gewählt, und auch Dr. Wieczorek bekam ein einstimmiges Votum für seine Wiederwahl.

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