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400 Neubürger in Sicht

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Der Bebauungsplan Hausen Ost geht wahrscheinlich im Frühjahr in die Offenlage.

Pohlheim (ww). In Zukunft leben in Pohlheim 400 Menschen mehr, wenn das Baugebiet Hausen Ost gefüllt ist. Der Planer Hendrik Christophel nannte diese Zahl im Bauausschuss, in dem es erneut um den Entwurf für das Gebiet ging. Anstatt einer Karreeführung der Stichstraßen wird es nunmehr vier Wendehämmer im Hinblick auch auf zukünftige folgende Erweiterungen nach Osten geben.

Über den vieldiskutierten Grasweg wird niemand mehr per Auto sein Bestandsgrundstück am bisher östlichsten Rand Hausens erreichen können. Er wurde von drei Meter auf die Hälfte dieser Breite reduziert und als reiner unbefestigter Fußweg einbezogen. Bürgermeister Andreas Ruck (unabhängig) hatte sich bei den Anwohnern noch dafür stark gemacht, ihn in der atten Breite zu erhalten. Die CDU um Malke Aydin will ihn immer noch abschaffen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Planer Hendrik Christophel erklärte, dass wenn er ganz wegfalle, es nur noch ein weiteres zusätzliches Baugrundstück geben würde.

Die Christdemokraten beantragten zudem eine bessere Ausnutzung der eingezeichneten Baugrundstücke, ohne Erfolg. Aufgrund der Baugebietsgröße wollten die Christdemokraten auch im westlichen unteren Bereich des Baugebietes einen Kindergarten realisiert wissen, anstatt den von der neuen Mehrheit favorisierten zukünftigen Kita-Standort im Baugebiet »Hinter der Friedenstraße« in Garbenteich. Marc Punzert von der FDP sorgte teils mit Enthaltungen für Pattsituationen, als es um die CDU-Forderungen ging. Ein Gleichstand bedeutet allerdings die Ablehnung.

In zwei Punkten gab es jedoch von allen Seiten Zustimmung für die Christdemokraten. Den Bauherrn soll im Grundstückskaufvertrag die Nutzung von Solaranlagen vorgeschrieben werden und eine zentrale Nahwärmeversorgung für das Gebiet geprüft werden.

Andreas Schuch (FW) fragte nach, ob die Straßenbreite nicht von sechs auf 4,50 Meter reduziert werden könnte. Letztlich wurde mehrheitlich entschieden, die Offenlage ohne weitere Änderungen vorzubereiten. Diese Vorgehensweise empfahlen die Gremiumsmitglieder unter Führung von Hiltrud Hofmann (Grüne), die die Vertretung zweier verhinderter Ausschussvorsitzender übernahm.

Um die baurechtlichen Vorgaben zu erfüllen, muss der Umweltbericht fertiggestellt werden, der zu den auszulegenden Unterlagen gehört. Er wird erst im Frühjahr fertig, erklärte Planer Christophel im Nachgang.

Die Interims-Ausschusschefin Hofmann kündigte am Rande an, dass sie demnächst als Stadtverordnetenvorsteherin beabsichtigt, neben dem Ausschussvorsitzenden und Stellvertreter der drei Pohlheimer Ausschüsse noch einen weiteren Stellvertreter wählen zu lassen, um in der fortschreitenden Pandemie in den Gremien handlungsfähig zu bleiben. Immer mehr Personen würden sich in Quarantäne begeben.

Lückenschluss nicht geplant

Michaela Schöffmann (Grüne) hakte noch einmal bei der Radwegeplanung im Zusammenhang mit dem Baugebiet nach. Christophel hat eine Trasse im südlichen Bereich parallel zur Landesstraße vorgesehen. Es gebe jedoch keine Pläne der zuständigen Straßenmanager von Hessen Mobil einen Lückenschluss vom Schiffenberg bis zum Unternehmen Frankenberger vorzusehen. Es können sogar sein, falls Hessen Mobil plane, dass es eine modifizierte Trasse gebe.

Erich Klotz zeigt sich beim Grasweg im Baugebiet Hausen Ost ganz auf der Linie der CDU: »Für was soll der Grasweg überhaupt sein? Soll er so sein, wie in den alten Ortskernen die schmalen Gassen, die keiner richtig begehen und pflegen kann?« Peter Alexander (SPD) entgegnete, dass durch den Wegfall des Wirtschaftsweges nicht mehr Wohnraum entstehen würde. Diese Art von Wegen für Fußgänger finde sich in jedem Stadtteil. »So wie es jetzt ist, ist es optimiert. Wir wollen es auch nicht überfrachten.« Würde dort ein Kita-Standort vorgesehen, müsste erneut alles umgeplant werden und die Umsetzung verzögere sich, erteilte er dem CDU-Vorhaben eine Absage. Zwei Solarparks an der A5 im Bereich Holzheim und Garbenteich, die die Freien Wähler gleich umsetzen wollen, begrüßten die anderen Fraktionen. Sie fanden allerdings, dass man zunächst die Beteiligungsmodelle für die Bürgerschaft prüfen sollte, bevor man in die Vollen geht. Auch die Arbeitsgruppen der Bürgerbeteiligungsaktion »MeineStadt« und die Klimamanagerin müssten einbezogen werden, ergänzte Michaela Schöffmann (Grüne). Peter Alexander kündigte für die SPD Enthaltung an, weil er sich zunächst die Prüfung vor der Umsetzung wünscht. Erich Klotz (FW) spielte auf eine erst kürzlich verabschiedete Verpflichtung der Stadt an: »Wir müssen mit der grünen Energie vorankommen. Wir wollen doch klimaneutral werden.«

Der Klimabeirat habe vorige Woche schon diskutiert und geraten, die Bevölkerung einzubinden, teilte die Stadtverordnete Simone van Slobbe-Schneider (Grüne) als Mitglied des Beirates mit. Der Erste Stadtrat Klaus-Dieter Gimbel, meinte, dass man erst mit dem Autobahnamt sprechen müsse, ob Solaranlagen an diesen Stellen genehmigungsfähig wäre. Die A5 solle echsspurige ausgebaut werden, ergänzte Alexander. Letztlich wurden die Solarpark-Anträge nicht abgestimmt, sondern es wird eine Neuformulierung für die Stadtverordnetenversammlung gesucht.

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