1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Pohlheim

75 Bewerber für Gewerbegebiet

Erstellt:

gikrei_wwIMG_9247_230922_4c
Noch keine Erschließung, sondern archäologische Grabungsarbeiten gibt es vorerst im Gewerbegebiet Garbenteich Ost. Foto: Schu © Schu

75 Bewerber gibt es bereits für das Gewerbegebiet Garbenteich Ost, viele aus der Region.

Pohlheim (jüs). Derzeit gibt es für das Gewerbegebiet Garbenteich Ost 75 Bewerber, darunter viele Unternehmen aus der Region, fast alle aus dem Landkreis Gießen. Und auch aus Pohlheim selbst sind einige dabei. Das hob Daniel Beitlich, Geschäftsführer der Revikon GmbH aus Gießen, im Garbenteicher Ortsbeirat hervor. Er informierte als Projektentwickler auf Einladung von Ortsvorsteher Karsten Becker über den neuesten Stand.

Im Landkreis Gießen gebe es einen erheblichen Mangel an Gewerbeflächen, betonte Beitlich. »Alles was für Garbenteich besprochen war, haben wir gehalten, dazu gehören Umwelt- und Naturschutz«, unterstrich er.

Eigentlich sollte bereits im Oktober vergangenen Jahres mit den Bauarbeiten gestartet werden, doch der Nabu Hessen verhinderte das zunächst.

Derzeit wird noch abschließend über einen an sich bereits gescheiterten Eilantrag des Nabu vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel endberaten. Revikon könnte theoretisch am 1. Oktober mit den Erschließungsarbeiten beginnen, die sich über ein ganzes Jahr hinziehen sollen. Im Moment werden - veranlasst durch das Landesamt für Denkmalpflege - auf dem Areal noch mehrere Grabungen vorgenommen, die der archäologischen Untersuchung dienen. Nach den Planierungsarbeiten werde die Infrastruktur geschaffen, Leitungen verlegt, Straßen angelegt und ein Regenrückhaltebecken gebaut. Für den Eingriff in die Natur sind Ausgleichflächen vorgesehen, über deren Größe mit dem Nabu gestritten wird.

Im Anschluss seiner Ausführungen beantworteten Beitlich und der zuständige Architekt Felix Feldmann Fragen.

Bei einer Sitzungsunterbrechung konnten sogar Zuhörer die Gelegenheit nutzen, sich ein genaueres Bild durch Fragen zu verschaffen. Anwesende wollten, dass sich Beitlich im Gegenzug zur Erschließung des Gewerbegebietes um den Lärmschutz an der Autobahn kümmern sollte. »Das ist Sache des Bundes«, entgegnete der Investor, denn man habe an der A 5 keine Grundstücke. Eine Lärmschutzanlage entlang der A 5 könne die Stadt bauen, müsste aber nach Auskunft der Autobahn GmbH des Bundes diese selbst bezahlen.

Beitlich hob hervor, dass man über das Gewerbegebiet mit allen Pohlheimer Fraktionen gesprochen und ein Paket geschnürt habe, bei dem alle Punkte abgestimmt worden seien. Zu den Kritik-Themen gehörte auch der voraussichtlich verstärkte Verkehr, der sich auf Dorf-Güll wegen der kurzen Wege zur A45 über Eberstadt auswirke. Die Durchfahrt sei nicht geeignet für Lkws. Dorf-Güll solle nicht für das Gewerbegebiet in Garbenteich missbraucht werden, hieß es. Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck (parteilos) unterstrich, dass man wegen der Abkürzung eine Lösung brauche.

Jannik Kirch, Klimaschutzmanager der Stadt Pohlheim, erläuterte Möglichkeiten zum Klimaschutz im zweitgrößten Stadtteil Pohlheims. Energieplanung und Energiemanagement gehörten zu den ersten Aufgaben, die Kirch nach eigenen Worten in der Limesstadt übernommen habe. Alle Liegenschaften der Stadt seien schon in Augenschein genommen worden.

Michaela Schöffmann (Grüne) hatte die Aufgabe übernommen, Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zur Freizeitfläche »Tiergarten« darzustellen. Hierzu hatte es auch im Sommer ein Bürgergespräch mit Ideensammlung gegeben. Jetzt ging es vor allem um die Gestaltung. Das Gelände sollte nach ökologischen Gesichtspunkte mit Hügeln, Wällen, Büschen und Bäumen neu strukturiert und große ebene Flächen vermieden werden, so die Arbeitsgruppe. Die vorhandene Boulebahn solle am Standort erhalten verbleiben. Ein Platz mit Beschattung (Pergola) und Bänken könnte Treffpunkt werden. Dieser soll auch als Freiluftbühne genutzt werden können. Das Regenrückhaltebecken müsste wegen der Unfallgefahr eingezäunt werden.

Bürgermeister Ruck informierte allgemein, dass die Tendenz zum »Memoriam-Garten« für Bestattungen wachse. Zunächst soll auf dem Friedhof in Watzenborn-Steinberg ein solcher Garten entstehen. Demnächst werde das Thema im Magistrat behandelt. Danach komme es in die Stadtverordnetenversammlung. Ein solcher Memoriam-Garten in Garbenteich sei ebenfalls möglich, da der Friedhof hier neu gestaltet werden müsse, betonte Ruck.

Auch interessant