1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Pohlheim

Bilder der Freundschaft prämiert

Erstellt:

gikrei_0404_jcs_Finissag_4c
Die beiden Siegerbilder aus Pohlheim mit den ARS-Schülern. V.l.: Harald Törner, Klaus-Dieter Gimbel, Andreas Ruck, Felix Döring, Anita Schneider und Jakob Ernst Kandel. © Schu

Die 57. Kunstausstellung im Rahmen der Ausstellungsreihe »Kunst im Rathaus Pohlheim« wurde am Wochenende mit einer Prämierung von Bildern beendet.

Pohlheim (jüs). »Meine Heimat in einem geeinten Europa« lautete der Titel der 57. Kunstausstellung im Rahmen der Ausstellungsreihe »Kunst im Rathaus Pohlheim«. Sie wurde am Wochenende mit einer Prämierung beendet.

Seit Anfang Dezember des Vorjahres wurden im Foyer der Volkshalle in einer gemeinsamen Ausstellung der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) Pohlheim, der Volks- und Mittelschule Admont sowie den Zircer Schulen Reguly Antal Német Nemzetiégi und dem III. Béla Gimnázium, Müvèszeti Szakgimnazium és Alapfokú 39 Bilder präsentiert.

Von den Schulen aus den Partnerstädten Pohlheim, Admont (Österreich) und Zirc (Ungarn) wurden jeweils 13 Exponate in die Bilderausstellung genommen. Diese war Teil der Festlichkeiten des von der Europäischen Union (EU) geförderten 50-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen Admont in der Steiermark und Pohlheim. Die Vernissage musste wegen der Corona-Beschränkungen abgesagt werden, umso größer war jetzt die Finissage.

Eine Jury, bestehend aus Harald Törner (Ausstellungsleiter), Anette Kurth (Regionalmanagerin Gießener Land), Hannelore Schmandt (Mitglied im Ortsverein Watzenborn-Steinberg der Heimatvereinigung) und Hiltrud Hofmann (Pohlheims Stadtverordnetenvorsteherin), bewertete die Bilder.

Mit der Finissage endeten auch die Jubiläumsfeierlichkeiten, stellte Jakob Ernst Kandel, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Pohlheim, bei seiner Begrüßung fest. Gekommen waren unter anderem Ortsvorsteherin Eva Saarbourg sowie der Erste Stadtrat Klaus-Dieter Gimbel, Ehrenbürger Walter Damasky sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Felix Döring.

Dankesworte von Kandel gingen an Landrätin Schneider, die durch ihren Einsatz dafür gesorgt hatte, dass der Partnerschaftsverein Spendengelder erhielt. Die Fotogruppe Hausen hatte zudem Ausstellungswände zur Verfügung gestellt.

Einfallsreiche Bilder

»Hut ab, auf solche Ideen wäre ich nicht gekommen«, lobte Bürgermeister Andreas Ruck die einfallsreichen Bilder. Aus Zirc konnte aufgrund einer Wahl und vieler Coronafälle niemand anreisen. Ruck wird demnächst zum Antrittsbesuch in die ungarische Partnerstadt Zirc reisen. Hier wird er Preise und Urkunden an die teilnehmenden Schüler verteilene. Auf dem Rückweg wird Pohlheims Bürgermeister auch kurz Station in Admont gemacht.

Im Namen des Landkreises Gießen gratulierte Landrätin Anita Schneider den beiden Partnerstädten zum Jubiläum. »Gerade jetzt seien die Partnerschaften sehr wichtig, »da wir gerade jetzt die Stärke und die Kraft Europas spüren. Europa ist ein weiteres Mal enger zusammengerückt, in Solidarität und Hilfe für die Ukraine. Was sich kaum jemand vorstellen konnte, ist über Nacht wahrgeworden: Krieg in Europa - ein brutaler menschenverachtender Krieg, ein Krieg des machtbesessenen Despoten Putin, den Völkerrecht und Menschenrecht nicht scheren.«

Einen Dank richtete sie an die Stadt Pohlheim und ihren Bürgern für die Solidarität und Hilfsbereitschaft für die Menschen aus der Ukraine. Sie habe gerne die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen, denn es sei ihr wichtig, dass sich junge Menschen mit Europa und seiner Rolle für den Frieden in Europa und auf der Welt auseinandersetzten - gerade vor den aktuellen Geschehnissen.

Große Vielfalt

Ausstellungsleiter und Kunstexperte Harald Törner zeigte sich erfreut, dass nach fast zweijährigem pandemiebedingtem Stillstand der Ausstellungstätigkeit die Wiederaufnahme von »Kunst im Rathaus« erfolge. Die 39 gezeigten Exponate zeigten eine große Vielfalt in der inhaltlichen und handwerklich-künstlerischen Bearbeitung. Die Wettbewerbsausschreibung müsste heute wohl aber eher lauten: »Meine Heimat in einem zu einenden Europa«.

Felix Döring, ein ehemaliger ARS-Schüler, der hier auch Schulsprecher war. Der heutige SPD-Bundestagsabgeordnete war Lehrer in Hungen und wohnt in Dorf-Güll. In Bezug auf den europäischen Zusammenhalt habe sich der russische Präsident massiv verschätzt. Nicht zuletzt würden gerade Partnerschaften aus Beziehungen und menschliche Kontakten bestehen, die über Jahre reiften und einen großen Beitrag zur Völkerverständigung darstellen würden.

Die Kunstlehrerinnen der ARS, Uschi Lanzet-Hallen und Filiz Bulut stellten in einem Redebeitrag fest, dass unsere Welt ohne den magischen Zauber der Kunst ärmer wäre. Die Magie von der gesprochen wurde, entstehe dort, wo sich Menschen treffen, also auch in der Schule. Auch Kunstlehrerin Susanne Boncek war an dem Projekt beteiligt.

Landrätin Schneider nahm als Schirmherrin die Preisverleihung vor. Assistiert wurde sie dabei von Bürgermeister Ruck sowie dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Jakob Ernst Kandel und Klaus-Dieter Gimbel als dessen Stellvertreter.

Golddiplom und Präsent

Die jeweils zwei besten Beiträge, auch aus den Partnergemeinden, wurden von der Bewertungskommission ausgewählt. Für Pohlheim waren es die Bilder (beide mit Limesturm) von Ilva Hamo (Klasse 10) und Noah Boncek (Klasse 7), die mit einem Golddiplom und einem Präsent ausgezeichnet wurden. Allerdings erhalten alle teilnehmenden Schüler einen Preis ebenso wie deren Schulen. Für die ARS nahmen Schulleiterin Brüll und Kunstlehrerin Lanzet-Hallen eine Urkunde entgegen.

Mit einer aufgestellten Spendenbox wurde während der Finissage Geld gesammelt, das Flüchtlinge aus der Ukraine, die in Pohlheim unterkommen sind, zugutekommt. Wer für diesen Zweck etwas spenden will, kann dies bei der Stadt Pohlheim tun.

Musikalisch umrahmt wurde die Finissage vom Geigenduo Juli Kosaca (Klasse 9) und ihrer Schwester Talettea Kosaca, einer ehemaligen ARS-Schülerin.

Einen abschließenden Dank richtete der Partnerschaftsvereinsvorsitzende Kandel an Stefanie Vera Müller (Büroleiterin Büro Bürgermeister), die zusammen mit Auszubildende Stumpf für das leibliche Wohl der Gäste sorgte.

gikrei_0404_jcs_Finissag_4c_1
Musikalische Umrahmung der Finissage durch die Geschwister Talettea (r.) und Juli Kosaci. © Schu

Auch interessant