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CDU fordert Infos zu Kita-Betreuungsbedarf

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Pohlheim (red). Die CDU-Fraktion hat für die nächste Stadtverordnetenversammlung Anträge zur Kinderbetreuung auf die Tagesordnung gesetzt, teilt der Ortsverband in einer Presseerklärung mit. Zur Entwicklung der Kitas soll den Stadtverordneten der aktuellste Bedarfsplan vorgelegt werden.

Die letzten Zahlen, die Anfang 2021 vorgelegt wurden, datieren aus dem Jahr 2020. Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch wird der Plan durch den Kreis in Kooperation mit der Stadt erstellt. Aus den Zahlen werden Notwendigkeiten für das Angebot von Kindergartenplätzen abgeleitet. Um die Bedarfe mit der aktuellen Wirklichkeit vor Ort abzugleichen, soll auch eine Aufstellung über erfolgte Anmeldungen für die einzelnen Kindertagesstätten vorgelegt werden, unterteilt in die Altersstufen bis drei (U3) und über drei Jahre (Ü3). Das gilt auch für die durch die Lebenshilfe betriebenen Einrichtungen. Eventuelle Wartelisten sollen die Situation noch besser einschätzbar machen.

Der Fraktionsvorsitzende Malke Aydin erinnert daran, dass seit zwei Jahren keine zusätzlichen Betreuungsangebote geschaffen wurden. Stattdessen wurde die laufende Maßnahme für einen achtgruppigen Neubau in der Kirchstraße gestoppt, der im kommenden April hätte eingeweiht werden können. Die CDU hatte für das Baugebiet Hausen-Ost einen Neubau gefordert. Weder ein Neubau in Watzenborn-Steinberg im Bereich »Schwarzer Morgen«, wo noch kein Baurecht existiert, noch im künftigen Baugebiet »Hinter der Friedensstraße« am Garbenteicher Ortsrand ist nach derzeitiger Kenntnis eine Kita schneller zu realisieren.

Aydin: »Wir wollen die Eltern nicht im Regen stehen lassen. Sie müssen wissen, ob und wann ihre Kinder in eine gute Betreuung durch die Stadt kommen können.« Prof. Helge Stadelmann ergänzt: »Da die Kommunen in eigener Verantwortung dafür Sorge tragen sollen, dass die im Bedarfsplan vorgesehenen Plätze in Tageseinrichtungen zur Verfügung stehen, ist ein Update für alle Entscheidungsträger zwingend erforderlich. Bei der letzten Planung bestand für unsere Stadt ein großer Ausbaubedarf: Es wurde ein Rechtsanspruch für 1099 Kinderbetreuungsplätze festgestellt; Pohlheim verfügte aber nur über ein Angebot von 828 Plätzen. Dazu kommt, dass in den letzten Jahren die Geburtenrate wieder ansteigt und mit zusätzlichen Migrantenfamilien zu rechnen ist.«

Mit einem weiteren Antrag möchte die CDU das »Bundesprogramm Sprach-KiTas« aufrecht erhalten sehen. Die Bundesregierung soll aufgefordert werden, die Förderung für die kommunalen Kindertageseinrichtungen nicht einzustellen, sondern über 2022 hinaus fortzuführen und als dauerhaftes Bundesprogramm zu verstetigen. Reiner Leidich begründet den Antrag: »Im Haushaltsentwurf des Bundes für 2023 sucht man Mittel für eine Fortsetzung des Bundesprogramms vergeblich. Die seit 2011 bestehende Sprachförderung ist ein Schwerpunkt in der Betreuung unserer Kinder. Mit der Förderung durch das Bundesprogramm wurden vor Ort vorwiegend Kitas unterstützt, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit sprachlichem Förderbedarf haben. Bei Kindern mit sprachlichem Unterstützungsbedarf legen die Sprach-Kitas das Fundament für schulischen und beruflichen Erfolg sowie zur Partizipation und Integration.«

Bürgerversammlung am 17. November

Der Fraktionsvorsitzende Aydin weist abschließend auf die Bürgerversammlung am 17. November zum Thema Kinderbetreuung hin. An diesem Tag könnten auch Eltern und Vertretungen ihre Wünsche und Sorgen für eine Verbesserung der Betreuungssituation vortragen.

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