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»Es lebt sich hier wundervoll

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Andreas Ruck zieht im Interview eine erste Bilanz. © Ruck

Nach seinen ersten 13 Monaten Amtszeit stellte der Anzeiger Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck (unabhängig) 13 Fragen.

Pohlheim . 13 Monate ist er im Amt. Es ist Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Daher stellte der Anzeiger dem Pohlheimer Bürgermeister Andreas Ruck (unabhängig) 13 Fragen.

Wie lebt es sich so nach einem Jahr in Pohlheim?

Ich bin erstaunt, dass bereits ein Jahr rum ist - es lebt sich hier einfach wundervoll, ich fühle mich wohl und Pohlheim, als Kulturstadt am Limes, hat viel Potenzial, die Menschen sind offen und liebenswert.

Was haben Sie an Pohlheim besonders schätzen gelernt?

In Pohlheim bin ich begeistert von den kurzen Wegen. Verkehrstechnisch ist es für die Umwelt gut, arbeitslogistisch machen kurze Wege die Gesprächsmöglichkeit einfacher und vielfältig.

Und was weniger?

Es gibt nichts. Tatsächlich gibt es nichts, was die Stadt nicht irgendwie nach vorne bringt und sich zu etwas Gutem entwickeln könnte - Es passt alles in Pohlheim!

Welches Hauptthema, das Ihnen am Herzen lag, ist bereits angefangen oder umgesetzt?

Wir bearbeiten viele Themen gleichzeitig. Besonders wichtig sind mir daher die Kinder- und Jugendprojekte, das Kita-Konzept und die Baugebiete. Aber wenn man genauer hinsieht, sind alle voneinander abhängig und bedingen einander. Dort wo gelebt und gebaut wird, kommen Kinder zur Welt, diese gehen in bestimmte Einrichtungen und werden später hoffentlich hierbleiben wollen.

Der Wind blies Ihnen ja vonseiten der ehemaligen Pohlheim-Regierung aus CDU und FW, die jetzt in der Opposition sitzt, von Anfang an arg ins Gesicht. Wie erklären Sie sich das?

Ich denke, es war für viele in der Opposition ein Szenario, das sie sich nicht vorstellen konnten. Die Pohlheimer Politik, Politik im Allgemeinen ist manchmal so. Haben Sie diese Frage auch schon mal an die Vertreter der CDU und FW gestellt?

Eine für Sie unangenehme Debatte hatte sich ja an den Kostenschätzungen für die ad acta gelegte Kita Kirchstraße entzündet. Waren die von Ihnen genannten 19 Millionen Euro nicht ein wenig zu hoch gegriffen?

Ich hatte unlängst das Mittel der »Überzeichnung« erwähnt - es dient Menschen zu sensibilisieren. Das hat hier sehr trefflich gegriffen.

Sie hatten Bürgerbeteiligung versprochen. Doch beim neuen Pohlheim-Logo hat man das vermisst. Wie sehen Sie das?

Das sehe ich nicht so. Ich habe mich für den Bürgertest entschieden. In den Pohlheimer Nachrichten habe ich das Logo kurz vor Ostern veröffentlicht, an Ostern war dann auch das neue grafische Erscheinungsbild mit der Silhouette der Stadt abgedruckt.

Das Entscheidende waren die Reaktionen aus der Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger. Diese waren durchweg nur positive, jeder hat sich mit der Silhouette und dem Logo beschäftigt. Es war ein Live-Test, ein geglückter Live-Test.

Naturschützer klagen gegen das Gewerbegebiet Garbenteich Ost, aber der Investor fällt schon Bäume. Muss das aus Ihrer Sicht sein?

Das ist sehr schade und bedauerlich. Im Stadtparlament sitzen Vertreter aller Fraktionen, die dieses Gewerbegebiet zweimal beschlossen haben - die Entscheidung wurde somit von allen Fraktionen getragen. Das Regierungspräsidium hat es genehmigt, und wir sind jetzt in der Phase, dass wir Garbenteich Ost umsetzen können. Hier geht es um die Zukunft der Stadt in den nächsten 20 bis 30 Jahren.

Im Norden ein Groß-Pohlheim und im Süden des Stadtgebietes bleibt es ewig grün. Ist das Ziel der aktuellen Siedlungspolitik in der Limesstadt?

Die Stadtteile Watzenborn, Hausen, Garbenteich sind zusammengewachsen. Dorf-Güll, Holzheim und Grüningen sind eher ländlichen Charakters. Dies macht die Stadt Pohlheim so besonders. Ich kenne ad hoc keine Stadt, die diese Spanne und Vielseitigkeit aufweisen kann.

Was kommt nach Hausen Ost und »Hinter der Friedensstraße« an Baugebieten?

An dieser Stelle schon neue Projekte zu planen, halte ich für verfrüht. Wir möchten erst einmal Hausen Ost und »Hinter der Friedensstraße« umgesetzt wissen, dann planen wir weiter!

Wird eine Verbindung vom Oberweg IV zum Grüninger Weg bebaut? Im Regionalplan gibt es da eine Vorrangfläche.

Dies ist eine der möglichen Varianten, aber erst einmal sollen die beiden zuvor genannten Projekte umgesetzt werden, dann sehen wir weiter!

Was darf man von Ihnen in den verbleibenden fünf Jahren erwarten?

Ein neues Logo (scherzt Bürgermeister Ruck und lächelt) - Scherz beiseite! Es gibt noch viele Ideen, die zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden dürfen.

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