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Gegen Vorstellungen des Regionalplans

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Das Areal an der Landesstraße nach Grüningen hinter dem Baugebiet »Zum Kreideberg« ist nach den Vorstellungen des Regionalplans Mittelhessen das einzige Gelände, das in den nächsten Jahren von Holzheim für Bebauung oder andere Zwecke genutzt werden darf. © Mehl

Der Ortsbeirat Holzheim will den Regionalplan dergestalt geändert sehen, dass in den nächsten Jahren »angemessene Spielräume« für Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind,

Pohlheim (amp). Wunsch und Planung klaffen auseinander beim Ortsbeirat Holzheim. Zumindest wenn der Blick auf den jüngst veröffentlichten Regionalplan Mittelhessen fällt. Sven Stoffer von den Grünen brachte es bei der jüngsten Sitzung des Gremiums in der Kulturellen Mitte auf einen kurzen Nenner. »Wollen wir einen grünen Kranz um Holzheim? Oder weiterhin Expansionsmöglichkeiten?« Mit deutlicher Mehrheit entschied sich der Ortsbeirat im südlichsten Stadtteil Pohlheim Mehrheit für die zweite Variante. Der Ortsbeirat will den Regionalplan dergestalt geändert sehen, dass in den nächsten Jahren »angemessene Spielräume« für Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind, wie es Ortsvorsteher Daniel Jung (CDU) formulierte. Nach dem aktuell vorgestellten Regionalplan bestehe für Holzheim »kein Spielraum«.

Dabei muss man wissen, dass der neue Regionalplan für die nächsten zehn Jahre für die drei südlichen Pohlheimer Stadtteile (neben Holzheim noch Grüningen und Dorf-Güll) überwiegend Grünflächen vorsieht. Für Holzheim ist als Entwicklungsfläche nur ein 3,5 Hektar großes Areal an der Landesstraße nach Grüningen direkt an das jüngst fertiggestellte Baugebiet »Zum Kreideberg« angrenzend vorgesehen. Alle anderen bislang ausgewiesenen Flächen an den Rändern des Stadtteils sind von den Planern durch Grünflächen ersetzt worden.

»Ich halte nichts davon, in ein so enges Konzept gepresst zu werden«, schloss sich Horst Biadala für die SPD der CDU-Meinung an. Auch Bürgermeister Andreas Ruck sprach sich gegen eine zu genaue Festlegung aus. »Je mehr Optionen wir haben, desto besser. Es ist sinnvoll, Varianten zu haben«, sagte das parteilose Stadtoberhaupt. Dabei bekräftigte Ruck, dass die drei südlichen Stadtteile »die ländliche Region« von Pohlheim bleiben sollen. Jung und Biadala wiesen unisono darauf hin, dass die nach ihren Vorstellungen weiterhin freigestellten Flächen ja gar nicht bebaut oder anders genutzt werden müssten. Sie sollten nur zur Verfügung stehen. Für Sven Stoffer sind diese Argumente im Blick auf die Klimaschutzziele die »falsche Botschaft an die falsche Generation«. Wenig überraschend entschied sich der Ortsbeirat mit den vier Stimmen von CDU und SPD gegen eine Grünen-Stimme für den Antrag, im Regionalplan im Blick auf Holzheim wieder den alten Zustand herzustellen.

Neben den politischen Gremien haben auch Bürger genauso wie Unternehmen und Vereinigungen die Möglichkeit, den Regionalplan beim Regierungspräsidium einzusehen und (bis zum 11. März) Änderungen zu beantragen. Der Ortsbeirat Holzheim hat schon einmal sein Votum abgegeben.

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