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Gelebtes Geschichtsbewusstsein

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Lokale Informationen gab es am Limesturm durch Dieter Schäfer, Tobias Maschmann und Reinhold Hahn. © Dickel

Delegierte des Vereins »Deutsche-Limesstraße« waren in Pohlheim zu Gast. Auf dem Programm standen neben der Mitgliederversammlung auch Besichtigungen.

Pohlheim (gdi). Zwei Tage stand die Stadt Pohlheim an der nördlichen Spitze des »Obergermanisch-Raetischen« Limes im Mittelpunkt von Besichtigungen und der Mitgliederversammlung des Vereins »Deutsche-Limesstraße«.

Bürgermeister Andreas Ruck, selbst Mitglied in dessen Vorstand, hatte die Delegierten in seiner Heimatstadt Pohlheim zu Gast.

Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister, Geschäftsführer und Kreisdirektoren von: Straubing, Xanten, Weißenburg, Osterburken, Aalen, Limeshain, Regensburg, Wesel und Butzbach sowie Vertretungen der Deutschen Limeskommission, Limes-Cicerones und der Stadt Pohlheim.

Da verwunderte es nicht, dass neben der Mitgliederversammlung in der Pohlheimer Volkshalle, auch nahe gelegene römische Erinnerungsorte besichtigt wurden.

Am Pohlheimer Limesturm wurde die Delegation vom Vorsitzenden der Watzenborn-Steinberger Heimatvereinigung, Dieter Schäfer, über Limesturm, »Barbarenstein«, »Heimat Kanzel« und das angrenzende germanische »Chattengebiet« informiert. Reinhold Hahn vom Heimatverein Grüningen erläuterte Interessantes aus der römischen Grenzregion südlich des Limes und das Kastell im Holzheimer Unterwald. Tobias Maschmann spannte den großen Bogen über die über 200-jährige Römerzeit im Gebiet Wetterau-Taunus bis hier an den Pohl-heimer Nordzipfel des Limes.

Die angereisten Vertreter waren beeindruckt vom Engagement der örtlichen Vereine und des gelebten Geschichtsbewusstseins und der Erinnerungskultur.

Dazu trug ebenfalls der abschließende Besuch im erst vor einem Jahr fertiggestellten römischen »Hypokaustum« (Sauna) im Pohlheimer Hallenbad bei. Andreas Jung (Schwimmmeister, Hallenbad Pohlheim) und Gerd Espanion (Vorsitzender Förderverein Hallenbad Pohlheim) erläuterten die besondere Saunaform und deren Einbindung in die römische Geschichtswelt.

In der Mitgliederversammlung bedankte sich der Vorsitzende des Vorstandes bei der Stadt Pohlheim für den familiären Empfang und die Besichtigungstour.

Hier wurde auch die erweiterte Neuauflage der Unesco-Faltkarte des Vereins Deutsche Limes-Straße im Maßstab 1:360 000 vorgestellt. Mit der Karte können Reisende Kultur, Natur und das Unesco-Welterbe Limes erleben. Auch der Landkreis Gießen und die Stadt Pohlheim finden sich auf dieser Karte wieder.

Der Verein Deutsche-Limes-straße wurde 1996 mit dem Ziel gegründet, entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes eine Touristikroute für Autofahrer zu schaffen. Mit inzwischen über 90 Städten und Gemeinden sowie zahlreichen Landkreisen und Touristikgemeinschaften als Mitglieder unterhält der Verein unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters der Stadt Aalen nicht nur die deutsche Limesstraße, sondern auch den danach eingerichteten deutschen Limes-Radweg mit über 900 Kilometern. Bereits 2005 wurde der Limes zum Unesco-Welterbe erklärt.

Informationen unter:

https://www.limesstrasse.de/deutsche-limes-strasse.

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