1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Pohlheim

Gelungene Verschönerung

Erstellt:

Von: Thomas Wißner

gikrei_2511_jcs_Wiesnweg_4c
Neben dem Fußweg zur Bahnhofstraße wurden auch vier Kaskadenbecken angelegt. Gerda Mohr führt die Gruppe beim Testlauf an. Foto: Wißner © Wißner

Nicht nur der über 45 Meter und insgesamt 15 Treppenstufen führende Weg von der Bahnhofstraße zum Panoramaweg, sondern auch die Treppen wurden erneuert.

Pohlheim (twi). »Ihr liebe Leut’, heut ist es soweit, die neue Treppe wird eingeweiht. In der oberen Bahnhofstraße in Watzenborn, mit dem Schandfleck sollte was geschehen, es konnte so nicht weitergehen. Auf dem Parkplatz davor kamen die Anwohner zusammen. Es wurde diskutiert, geschimpft, doch man war befangen. Unser Bürgermeister Andreas Ruck sah sich das Dilemma an. Wir hatten ihn bestellt, er sagte zu und kam. Wir Anlieger versprachen, gibt es eine neue Treppe, machen wir ein Straßenfest auf dem Parkplatz. Es gibt Floarekuchen wie aus dem Backhaus«, so Gerda Mohr, die nicht nur den Kuchen gebacken hatte, sondern auch die Einweihungsrede hielt.

Panoramaweg mit Wasserbecken

Nicht nur der über 45 Meter und insgesamt 15 Treppenstufen führende Weg von der Bahnhofstraße zum Panoramaweg, sondern auch die Treppen wurden erneuert. Ebenso erneuert wurde der sich auf dem Panoramaweg auf der Westseite anschließende Wiesborn-Park mit vier Kaskadenbecken mit Blick auf die Mockswiese und Artenschutzhaus. Rund 80 000 Euro hat die Maßnahme gekostet, für die die Stadt eine Förderung in Höhe von 52 675 Euro aus Leader-Mitteln der EU erhält.

»Mit der Ausführung 2021 hat es nicht geklappt, weil einfach Corona alles verzögert hat und jetzt sind wir wirklich froh, dass das dieses Jahr geklappt hat und ich glaube, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Also mir persönlich gefällt es hervorragend«, so Ruck (parteilos). Allerdings müssten Kleinigkeiten noch gemacht werden, wie etwa ein Geländer für die vier Stufen inmitten des Weges, weil »dies einfach ein bisschen mehr Sicherheit gibt« und auch ein Tannenbaum, der dann zur Weihnachtszeit leuchten soll, sollte noch gepflanzt werden.

»Einen behindertengerechten Weg wird es nicht geben, weil dafür ist das Grundstück zu schmal, sechs Prozent Steigung, das würden wir nicht hinkriegen, war ja auch nicht so gedacht und deswegen sind wir froh, dass es so aussieht«, so das Stadtoberhaupt. Der Weg soll noch eine LED-Beleuchtung erhalten. Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt den Anliegern und vor allem auch Gastgeberin Inge Dort nicht nur für das gehaltene Versprechen, sondern den Anwohnern auch dafür, dass diese die Baumaßnahme stets in Augenschein genommen hatten.

1966 war das Gebäude Bahnhofstraße 20 abgerissen und im Zuge der Zeit ein Parkplatz angelegt worden. Die Fläche der ehemaligen Treppenanlage zwischen der Bahnhofstraße und dem Panoramaweg war seit dem Beschluss zum Abriss der Treppenanlage immer wieder ein Thema in den verschiedenen städtischen Gremien gewesen. Bereits vor fünf Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Treppenanlage wegen der hohen Baukosten nicht wiederherzustellen. Seit diesem Beschluss wurde die Verwaltung durch Anlieger und Bürger oftmals auf das brachliegende Grundstück und dessen weitere Verwendung angesprochen.

Daher hat die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Stadtentwicklung, Umwelt, Klima und Energie und Tourismus ein förderfähiges Gestaltungskonzept für die Fläche erarbeitet. Hierbei ist neben dem ehemaligen Treppengelände an der Bahnhofstraße auch der Bereich um den »Wiesborn« einbezogen worden. Die 1954 errichtete Treppeneinfassung des Brunnens hat das Wasser aufgenommen und über Rohrleitungen dem Flachsbach zugeführt. Wie Daniel Schepp vom Fachbereich Bauen erläuterte, wird das Brunnenwasser nun über vier Kaskadenbecken in einem mäandrierenden Bachlauf an den Flachsbach herangeführt.

Ein standortgerechter Bewuchs aus Wiesenflächen und Blühwiesen umgibt den neu gestalteten Bereich. Ein kleiner Rastplatz am Wegesrand lädt Fußgänger und Radfahrer zum Verweilen ein. Kinder nutzen den Bachlauf bereits zum Spielen, was Ruck auch ausdrücklich begrüßte, die Seniorenwerkstatt hat bereits ein Insektenhotel gebaut, das noch aufgestellt werden soll.

Auch interessant