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Grüne: Naturnahe Kita am richtigen Fleck

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Pohlheim (red). Den Pohlheimer Grünen wurden kürzlich von den Freien Wählern vorgeworfen, mit zweierlei Maß beim Naturschutz zu messen. Im Fokus der Kritik stand der neue Standort einer Kita am Schwarzen Morgen in Watzenborn-Steinberg unweit des Naturschutzgebietes Lückebachaue. In einer Erwiderung der Grünen heißt, es dass 70 Prozent der Kinder, die die Kindertagesstätte in der Kirchstraße derzeit besuchten, in Steinberg wohnen.

Um diesen Kindern ein gutes Angebot machen zu können, seien Flächen in Steinberg gesucht und mit dem Areal Schwarzer Morgen auch gefunden worden. Das Areal mache eine naturnahe Pädagogik möglich in einem Quartier, in dem viele Kinder nicht in Einfamilienhäusern mit eigenem Garten aufwachsen würden.

Warum gerade für die Kinder im Süden Pohlheims von den Freien Wählern eine Natur- oder Bauernhofkita vehement gefordert werde, bleibe seit Monaten deren Geheimnis genauso wie die Gründe dafür.

Warum am Bedarf vorbei Plätze für die Betreuung von ausschließlich Über-Dreijährigen wohnortfern in einem exklusiven Setting geplant werden solle, entziehe sich dem Verständnis der Grünen. Vor Ort könne im Norden ein Angebot einer naturnahen Kita am Schwarzen Morgen gemacht werden.

Der Aufstellungsbeschluss Schwarzer Morgen, dem die Grünen zugestimmt hätten, beinhalte ein noch zu erstellendes Umweltgutachten. Die Grünen Pohlheims würden darauf drängen, dass das Umweltgutachten ergebnisoffen an ein qualifiziertes Umweltbüro vergeben werde.

Dies stehe im Gegensatz zu dem Gutachten, das - vermutlich vom damaligen ehrenamtlichen Umweltdezernenten der Stadt, einem FW-Mitglied - im Bauleitverfahren für das Gewerbe- und Industriegebiet Garbenteich Ost beauftragt wurde. Dessen Ergebnisse kämen auffällig den Interessen des Investors entgegen. Es weise eklatante fachliche und rechtliche Mängel auf, welche - trotz aller Hinweise - nicht ausgeräumt worden seien. Dadurch sei eine Klage des Landesverbandes des Naturschutzbundes gegen die verkündete Satzung unvermeidbar gewesen. Damit sitze die FW letztlich im eigenen Glashaus.

»Die Grünen fordern jedenfalls, dass parallel zu der Entwicklung Schwarzer Morgen weiterhin vom Magistrat daran gearbeitet werden muss, dass ein alternatives, innerstädtisches Gelände in Steinberg in den Besitz der Stadt kommt, um eine Ausweichfläche zu haben, falls die umweltrechtlichen Bedenken zu schwer wiegen sollten.«

Die Pohlheimer Grünen seien der Auffassung, dass das, was einem privaten Investor bedenkenlos mehrheitlich zugestanden werde, nämlich 30 Hektar Fläche zu verbrauchen und dabei Umweltbelange als hinderlich zu betrachten, den Kindern dieser Stadt im Rahmen eines Gebietes in der Größenordnung eines halben Hektars im Sinne des Gemeinwohls und zur Umsetzung kommunaler Verpflichtungen von der Mehrheit dann auch zugestanden werden sollte, schließt die Presseerklärung.

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