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Jugend entscheidet in Pohlheim

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Die junge Pohlheimerin Michelle Kaszuba lüftet das Geheimnis. Die Stadt Pohlheim nimmt am Projekt »Jugend entscheidet« teil. © Schu

Die Stadt Pohlheim ist eine von 15 Kommunen in Deutschland, die am Projekt »Jugend entscheidet« der Hertie-Stiftung teilnehmen darf.

Pohlheim (jüs). Pohlheim ist eine von 15 Kommunen bundesweit, die am Projekt »Jugend entscheidet« der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, teilnimmt. Die Entscheidung wurde am Montag verkündet.

Darüber freuten sich Bürgermeister Andreas Ruck und die Jugendbeauftragten der Stadt sowie das Kinder- und Jugendbüro im Rahmen einer kleinen Dankesfeier. Hier ließen die Initiatoren noch einmal den Bewerbungsprozess mit Filmbeitrag Revue passieren. Das bis zu diesem Zeitpunkt noch geheime Ergebnis lüftete Michelle Kaszuba im wahrsten Sinne des Worte. Sie öffnete einen Überraschungskarton, aus dem ein Schild mit »Gewonnen« mit Herzluftballons emporstieg.

Jugendliche sollen über ein für sie eigens konzipiertes Beteiligungsformat jetzt lernen, sich vor Ort für die Demokratie einzusetzen - und Kommunalpolitiker sollen Methoden erproben, junge Menschen für ihre Arbeit zu begeistern.

Bei »Jugend entscheidet« werden Kommunen dabei begleitet, gemeinsam mit Jugendlichen über lokalpolitischen Themen zu entscheiden. Dabei werden die Kommunalpolitik und die Verwaltung von erfahrenen Prozessbegleitern beraten. Als Kooperationspartner fungiert hier der Verein »Politik zum Anfassen« aus Isernhagen.

Elisabeth Niejahr, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung, betonte in einer Botschaft, dass die aktuelle politische Lage zeige, was für ein fragiles, aber auch schützenswertes Gut die Demokratie sei. In dieser Situation möchte die Stiftung dazu beitragen, dass noch mehr Menschen früh im Leben positive Erfahrungen mit politischer Gestaltung machen.

Vom Verein »Politik zum Anfassen« als Moderator werden innerhalb von Thementagen Ideen, Vorschläge und Projekte diskutiert. Im Anschluss arbeiten Politik und Verwaltung konkrete Vorschläge aus, die wiederum von den Jugendlichen diskutiert und priorisiert werden. Am Ende stimmt schließlich die Stadtverordnetenversammlung in einer öffentlichen Sitzung ab, und der Vorschlag werde umgesetzt.

151 Kommunen bewarben sich für »Jugend entscheidet«. Gefördert werden Kommunen mit bis zu 100 000 Einwohnern, in denen es noch kein etabliertes Format der Jugendbeteiligung gibt. Neben Pohlheim ist für die Förderperiode 2022/2023 noch Hofheim am Taunus in Hessen ausgemäht worden.

Jede Kommune erhält für das Projekt eine eigene, professionelle Prozessbegleitung. Um im Rahmen von »Jugend entscheidet« lokale Veranstaltungen vor Ort durchführen zu können, erhalten die Teilnehmer 5000 Euro.

Pohlheimer Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, das Kinder- und Jugendbüro der Stadt um Elke Leyrer, Karina Scholl und Monika Wolter sowie Bürgermeister Ruck und Isabel Stühn von der Gemeinwesenarbeit in Pohlheim (Koordinatorin für) haben bei der Bewerbung an einem Strang gezogen. Für ein Bewerbungsvideo erstellten engagierte Jugendliche selbst ein Drehbuch.

Ruck stellte fest, dass man auf das Video, was eine Jury überzeugte, stolz sein kann. »Politik, die sich was traut, heißt natürlich auch, dass jetzt Arbeit auf uns zukommt, weil diese Jugend in den Prozess der Politik eingebunden werden soll, die natürlich nachher auch im Stadtparlament beschlossen werden können, sodass sie auch umgesetzt werden können«.

Er betonte: »Eine selbstsichere und zufriedene Jugend hält die Stadt Pohlheim jetzt und in der Zukunft am Leben!«. Den Jugendlichen vor Ort attestierte er: »Die Jugend ist sensationell in Pohlheim.« Das Bewerbungsvideo mit Untertiteln hatte der 17-jährige Nico Genslein gedreht, der an der kleinen Dankesfeier aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Alle haben an dem Film nicht nur gezielt mitgearbeitet, auch alles, was dabei frei von der Leber weg gesagt wurde, war direkt auf den Punkt geschnitten und authentisch, hoben Ruck und Leyrer hervor.

Weiter geht es jetzt im Ablaufplan mit dem Workshop »Vernetzung und Beratung« sowie dem Werben weiterer Jugendlicher.

Danach geht es bereits in die Umsetzungsphase von Ideen. »Es kann alles sein, was sich die Jugend wünscht. Es gilt dann auch, Kompromisse zu finden und man, lernt auch, Ideen durchzusetzen, hob Ruck hervor. Weiter sagte er: »Die Jugend hat gute Ideen, die es wert sind, umgesetzt zu werden. Unterm Strich ist unsere Jugend unsere Zukunft, man muss sie einbinden. Die Jugend darf nicht auf die Seite geschoben, sondern gehört werden, Sie habe Mitspracherecht. Das Engagement und die Ideen, die in einem Jahr umgesetzt wurden, seien sensationell. Ruck kann sich vorstellen, dass aus Projekt in Zukunft auch ein Jugendparlament entstehen kann.

Im Mai findet in Berlin eine Auftaktveranstaltung statt, bei der sich alle Gewinner treffen, um ein Netzwerk aufzubauen.

Die Projektbewerbung war im Februar auch in der Pohlheimer Stadtverordnetenversammlung einmütig verabschiedet worden. Dafür hatten sich der neue Jugendbeauftragte Lukas Budak sowie seine Stellvertreter Hannah Schäfer, Risko Bulut und Simone van Slobbe-Schneider stark gemacht.

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