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Keine Ostergeschenke für städtische Mitarbeiter

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Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck mit den ukrainischen Flüchtlingen im Garten des Amtssitzes gemeinsam mit den Mitarbeitern Ralf Schwellnus (2.v.l) vom Stadtbüro und Lutz Müller (l.) als stellvertretender Ordnungsamtleiter. © Schmidt

Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck spendet die eigentlich für die Mitarbeiter-Osteraktion vorgesehenen 400 Euro aus seinem privaten Portemonnaie direkt an die Pohlheimer Flüchtlingshilfe .

Pohlheim (ger). Im vergangenen Jahr gab es für alle Mitarbeiter vom Pohlheimer Bürgermeister ein Ostergeschenk. Diesmal sind die Zeiten mit dem Krieg in der Ukraine andere und inzwischen haben 80 Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in der Limes-Stadt Schutz bei Familien gefunden, Tendenz steigend, berichtet Andreas Ruck.

Daher hat er sich dazu entschlossen, die eigentlich für die Mitarbeiter-Osteraktion vorgesehenen 400 Euro aus seinem privaten Portemonnaie direkt an die Pohlheimer Flüchtlingshilfe zu spenden. Dafür gibt es Verständnis. Betroffene Kriegsflüchtlinge, die die Hilfe benötigen, sind unter anderem die Mütter und Schwestern Yulia und Inna mit ihren Söhnen Danylo (14), Ivan (10) und Yehor (5), die in einer Wohnung des Stadtbüro-Mitarbeiters Ralf Schwellnus in Holzheim eine Bleibe gefunden haben, berichten sie beim Besuch im Bürgermeisterbüro. Sie stammen aus dem Gebiet westlich von Mariupol um die Großstadt Mikolayiv und erlebten mit ihren Kindern die Bombardierungen durch die Angriffe der russischen Armee.

Jetzt sind sie froh, dass sie dem Krieg entkommen sind. Ihre Männer sind noch vor Ort und verteidigen ihre Heimat. Sie hoffen auf Frieden und die baldige Rückkehr. Bis dahin ist es vermutlich noch ein langer Weg, denn immer weitere Flüchtlinge kommen aufgrund des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands. Ruck berichtet über die herausfordernde Aufgabe der Stadtverwaltung in diesen Krisenzeiten, insbesondere im Ordnungsamt, denn auf die Zuweisungen des Landkreises Gießen müssen die Mitarbeiter schnell reagieren. Sie sind im Notfall 24 Stunden erreichbar.

Die schulpflichtigen Kinder Danylo besuchen die Adolf-Reichwein-Schule und Ivan die Regenbogenschule. Für die Kindergartenkinder wie Yehor sind Spielkreise geplant. Das zeigt laut Ruck, wie wichtig die Vernetzung von Stadt mit Schulträgern und Kirchen ist. Yulia und Inna mit ihren Kindern blicken nun auf das orthodoxe Osterfest, das eine Woche später als das Christliche stattfindet. Es wird ein Fest ohne die Väter. Sie danken für die erlebte offenherzige Unterstützung.

Andreas Ruck ruft die Pohl-heimer auf, es ihm gleich zu tun und für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu spenden. Die Spendenkonten der Stadt lauten Sparkassen-Konto DE42 5135 0025 0242 0010 84 oder bei der Volksbank Mittelhessen DE67 5139 0000 0060 0115 08.

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