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Keine Steuererhöhungen

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Pohlheim ist über 81 Millionen Euro wert, hat aber auch 24 Millionen Euro Schulden. All das und mehr steht im Haushaltsentwurf 2022. Symbolfoto: dpa © Red

27,5 Prozent aller Aufwendungen im Haushaltsentwurf 2022 der Stadt sind fürs Personal vorgesehen.

Pohlheim (ww). Pohlheims Verwaltung soll wie die in Linden aufgestockt werden, um unter anderem im Kindergartenbereich Anforderungen erfüllen zu können. In beiden Kommunen wird der Haushalt 2022 noch beraten, in anderen Kommunen im Kreis ist er bereits verabschiedet.

Bisher sind in der Limesstadt 173 Stellen vorgesehen, von denen allerdings nur 149 Mitte 2021 besetzt waren. Hier eine Betrachtung des neuen Haushalts, dessen große Investitionen bereits am Freitag im Anzeiger vorgestellt wurden.

Im Stellenplan für den Etat 2022 finden sich jetzt 189 Stellen. 16 neue möchte die Verwaltung um Bürgermeister Andreas Ruck (unabhängig) schaffen lassen.

Gegenüber dem Vorjahr erhöhen sich die Gesamtaufwendungen um 1,65 Millionen Euro auf 35,49 Millionen Euro, ist den Erläuterungen zum Zahlenwerk zu entnehmen.

Im Personalbereich sind für dies Jahr 2022 9,6 Millionen Euro geplant, 635 000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Das sind 27,5 Prozent aller Aufwendungen.

Die Steuerquote ist leicht, aber deutlich eingebrochen, der Corona-Effekt. Ein hoher Wert sagt etwas über die Abhängigkeit einer Kommune von staatlichen Leistungen aus, heißt es. 2019 lag diese bei 61,9 Prozent, sank 2020 auf 54,2 und stieg 2021 leicht auf 58,6 an. Sie wird für dieses Jahr auf 57,3 veranschlagt und soll 2023 wieder auf 60,6 Prozent ansteigen.

Seit 2016 sind die Steuerhebesätze in der Stadt gleich geblieben. Andreas Ruck (SPD) machte vor der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag deutlich, dass sie auch in diesem Jahr gleich bleiben.

Insgesamt 14,3 Millionen Euro muss die Stadt aus ihrem Haushalt weiterleiten. Dazu zählen die Kreis-, Schul-, Gewerbesteuer- und Heimatumlage. Im vergangenen Jahr waren es noch 304 000 Euro weniger.

Pro Einwohner gab Pohlheim 2021 728,50 Euro für Investitionen aus. In diesem Jahr sollen es 549 Euro sein, zuvor waren es seit 2016 unter 300 Euro pro Jahr. Das Vermögen der Stadt beziffert sich auf 81,43 Millionen Euro (Bilanzierungsstand 2020), 2014 waren es nur 65,5 Millionen Euro. Die Höhe der Rücklagen beträgt rund 22 Millionen Euro. Es gibt 24 Millionen Euro an Schulden, wobei allein der Eigenbetrieb Wasserwerke 12,64 Millionen Euro an Verbindlichkeiten aufweist.

Im Etat finden sich auch Zahlen zur Bevölkerung. Vor zwei Jahren gab es 4378 Arbeitnehmer in Pohlheim. 572 Menschen waren damals arbeitslos, davon 112 über 55 Jahre alt. Aus der Statistik geht zudem hervor, dass die Arbeitslosenquote seit 2014 recht konstant bleibt und nur leicht ansteigt. 18 049 Einwohner zählte die Stadt damals. Aktuell sind es 19 002 mit Erst- und Zweitwohnsitz.

In Pohlheim werden an Schlüsselzuweisungen 7,99 Millionen Euro dieses Jahr erwartet, 590 000 Euro mehr als das Jahr zuvor. Es wird mit einem Einkommenssteueranteil von 10,22 Millionen Euro gerechnet. 220 000 Euro wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr eingestellt. An Gewerbesteuereinnahmen erhofft man sich sechs Millionen Euro an Einnahmen. 700 000 Euro mehr als im Vorjahr.

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