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Kontrastreiche musikalische Farben

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Unter Leitung von Kantorin Cordula Scobel traten namhafte Instrumentalisten sowie aus dem Frankfurter Raum der Kammerchor Voconsort in der Christuskirche auf. © Schmidt

Zu dem sakralen Konzert der evangelischen Kirchengemeinde in der Christuskirche Watzenborn-Steinberg waren 100 Konzertfreunde gekommen.

Pohlheim (ger). Klage, Trauer, leidenschaftliche Jesusliebe und Hoffnung bildete das musikalische Zentrum nicht nur beim Höhepunkt des Passionskonzertes im »Stabat mater« für zehn Stimmen und Basso continuo von Domenico Scarlatti aus dem Jahr 1715 in Pohlheim. Zu dem sakralen Konzert der evangelischen Kirchengemeinde in der Christuskirche Watzenborn-Steinberg waren 100 Konzertfreunde am Vorabend des Palmsonntages gekommen, um kontrastreiche musikalische Farben aus Romantik und Barock zu erleben.

Namhafte Instrumentalisten

Unter Leitung von Dekanatskantorin Cordula Scobel (Continuo-Orgel) traten dabei namhafte Instrumentalisten mit Vanessa Heinisch (Laute), Margarethe Müller-Hillebrand (Cello), Ulrike Sgodda-Theiß (Continuo-Orgel und Klavier), Jan Polivka (Klavier), Matthias Seim (Flöte) sowie aus dem Frankfurter Raum der Kammerchor Voconsort auf.

Chorstimmen und Instrumente bildeten gleich zu Beginn bei der geistlichen Chormusik aus dem Jahr 1648 von Heinrich Schütz und seine Zeilen aus dem Johannes-Buch »Also hat Gott die Welt geliebt« den passenden musikalischen Einstieg der biblischen Trostworte zur Passion mit seiner Leidensgeschichte Jesu. Melancholisch war so auch »Prelude« und »La Plaine« von Robert de Visée auf der Laute interpretiert im Solo von Vanessa Heinisch zu hören. Cordula Scobel selbst an der Continuo-Orgel im Zusammenspiel mit Cello von Müller-Hillebrand und Lautenklängen bildeten dann den mit den zwei Sopran-Stimmen von Karin Mayle-Polivka und Karola Pvone von Johann Hermann Scheins getragenenen »Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld« den Übergang zu Klavierklängen im Solo von Jan Polivka in Brahms Molltönen des Intermezzos Nr. 6 Op. 118.

Die Leichtigkeit des Flötenspiels von Matthias Seim begleitet vom Klavier in Maria Theresia v. Paradis (1759-1824) im »Sizilienne« dem Carl Maria Webers Musik, darunter die bekannte Melodie in »Schäfers Klage« für Querflöte, Cello und Klavier folgte. Mit »O Lamm Gottes, unschuldig« mit zwei Sopran-Stimmen und dem fünfstimmigen Satz im Madrigal beim »Herr, lass meine Klage« wurden noch einmal Stücke des Meisters des Frühbarocks und Thomaskantors Johann Hermann Schein in evangelischen Kirchenliedern aufgeführt.

Das Finale des Konzerts gehörte Scarlattis »Stabat mater« passend zur Karwoche. Mit allen Facetten wurde in Musik und Texten das Leiden Marias und Jesu von Kammerchor und Instrumentalisten in seiner Dramatik und Trauer im Tod Jesu aber auch die inne liegende Zuversicht für die Menschen im beschwingten Amen-Satz am Ende intoniert.

Starker Applaus folgte mit einer Kollekte für die kirchenmusikalische Arbeit. Am Palmsonntag wurde das ebensolche Passionskonzert in der evangelischen Stadtkirche Grünberg aufgeführt.

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